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Wollen keinen Nachtclub mehr betreiben: Kristin und Florian Haupt organisierten im Pistolero über 800 Partys. 

Personalwechsel in Diskothek

„Pistolero“ schließt, Nachfolger gefunden

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An Silvester steigt die letzte Party in der Tölzer Diskothek „Pistolero“. Nach sechseinhalb Jahren will sich das Betreiber-Ehepaar nur noch auf das Restaurant „Inkognito“ konzentrieren. Zwei junge Nachfolger für den Club haben sie aber gefunden.

Bad Tölz – Jeden Freitag und Samstag, immer vor dem Feiertag: Florian Haupt hat mitgezählt, wie viele House-, Hip Hop- oder Electro-Partys in den vergangenen sechseinhalb Jahren im „Pistolero“ am Moraltpark gefeiert wurden. 817 Mal füllte sich die Tanzfläche, seitdem Haupt und seine Frau Kristin die Diskothek unter dem „Jailhouse“ übernommen haben. Besonders voll war es im „Pisto“, wie die Jugend den Laden nennt, bei Schulpartys. Eine vergleichbare Plattform für die 16- bis 20-Jährigen gibt es in Tölz nicht. Doch Ende des Jahres steigt nun das letzte Fest. „Im Dezember gibt es eine Abschiedstour mit all unseren Stamm-DJs“, kündigt Kristin Haupt an. „Und an Silvester hören wir dann mit einem großen Knall auf.“ „Wir“, das sind insgesamt zwölf Frauen und Männer, Barpersonal, Service-Kräfte, Türsteher.

Das Tölzer Nachtleben wird also wieder mal um eine Attraktion ärmer? Ja und nein. Mit namhaften DJs aus Berlin, Hamburg oder Stuttgart hat sich das Pistolero ein poliertes Image aufgebaut. Doch still wird es nach dem Rückzug der Betreiber im Untergrund des Moraltparks nicht. Zwei junge Männer habe man in Absprache mit Vermieter Peter Frech als Nachfolger gefunden. Laut Kristin Haupt übernehmen die beiden die Disko im Januar und führen sie in ähnlichem Stil weiter. Mit wem die Party weitergeht, will das Ehepaar in der Schlussphase des Pistolero für sich behalten. Erst zum Juni 2017 hatten sie den Laden komplett renoviert und auch eine neue Musikanlage einbauen lassen.

„Mit 36 Jahren ist es jetzt auch gut.“

Und warum nun das Ende? Die Haupts wollen sich voll auf das Restaurant „Inkognito“ neben dem Isar-Kinocenter konzentrieren, das sie bereits seit Oktober 2010 führen. „Der Zuspruch ist gerade am Wochenende größer geworden“, sagt Kristin Haupt. Außerdem stelle man die Bewirtung des Flohmarktes, der alle zwei Wochen auf dem Moraltpark-Platz stattfindet. „Oft hetzt einer von uns morgens nach einer langen Nacht direkt zum Flohmarkt.“ Und das, zweimal am Wochenende bis fünf Uhr morgens in der Disko, will sich gerade Florian Haupt nicht mehr antun. „Mit 36 Jahren ist es jetzt auch gut. Außerdem erreicht man die jungen Leute nicht mehr so.“

Etwas bieten wollte er seinem Publikum in den vergangenen Jahren allerdings. Haupt knüpfte Kontakte. So gastierten zum Beispiel das renommierte House-DJ-Duo „Milk & Sugar“ oder die Hip Hop-Größe „DJ Tomekk“ im Pistolero. Solchen Acts hat Haupt vierstellige Gagen überwiesen, um seine Disko bekannter zu machen.

Seine Frau Kristin findet, dass sich „die Ausgeh-Kultur verändert hat. Als wir 2011 angefangen haben, hast du aufgesperrt, einen guten DJ hingesetzt, und es lief.“ Heute müsse man auf Facebook aktiv sein und den Gästen immer wieder neue Getränke oder Mottopartys auftischen.

Die Haupts sind viel in der Szene rumgekommen, haben sich auf Messen mit Kollegen aus dem Nachtleben ausgetauscht. „Wir beobachten ein Diskosterben in Deutschland“, sagt Kristin Haupt. Auch wenn in Tölz eine Diskothek erhalten bleibt: Das Pistolero ist bald Geschichte.

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