Im jetzigen Zustand ist die Aufenthaltsqualität im Hallenbad ausbaufähig. Das soll sich ändern.
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Im jetzigen Zustand ist die Aufenthaltsqualität im Hallenbad ausbaufähig. Das soll sich ändern.

Pressegespräch nach Stadtratssitzung

Pläne für ein Tölzer Hallenbad der Zukunft

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Seit die großen Spa-Pläne der Stadt Bad Tölz vor einigen Jahren ins Wasser gefallen sind, ist das Tölzer Hallenbad verstärkt in den Fokus gerückt.

Bad Tölz – Wenn schon das Alpamare passé und die Zukunftsvision eines Wellness-Tempels an der Bockschützstraße geplatzt ist, so sollte doch wenigstens das gute, alte Schwimmbad aufpoliert werden, hieß es. Nun sind die Gedanken dazu konkreter geworden. Gedacht ist an eine Sanierung und deutliche Erweiterung inklusive Familienbereich, neuen Saunen – und vielleicht sogar einer Rutsche.

Bürgermeister Ingo Mehner stellte den Stand der Dinge am Donnerstag in einem Pressegespräch vor. Dieselben Informationen hatten die Stadträte zuvor am Dienstag in nicht öffentlicher Sitzung präsentiert bekommen.

Glasanbau mit Familienbereich vorgesehen

Demnach wurde nun als erster Schritt eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Deren Ergebnis laut Mehner: „Die Bausubstanz erlaubt eine weitere Entwicklung des Bades.“ Nur was das kostet und wie es genau aussehen soll, das steht noch völlig in den Sternen. Anhand schon früher im Stadtrat formulierter Wünsche und auf Basis eines groben Raumprogramms sollen als nächstes Detailplanungen in Auftrag gegeben werden.

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Kernstück ist die Erweiterung des Hallenbads um einen Anbau nach Süden hin, wie Mehner erläuterte. Dort, wo sich jetzt der Bereich mit den Außensaunen befindet, soll es in Zukunft einen „lichtdurchfluteten, hellen“ Anbau mit Glasfassade geben. Damit würde sich die Atmosphäre des Bads, das derzeit reichlich düster hinter dicken Mauern aus dem Jahr 1939 liegt, schon einmal deutlich verbessern. Der Anbau würde einen „Familienbereich“ mit Lehrschwimm- sowie einem Kinder- und Babybecken beherbergen. „Und wir prüfen die Option auf eine Rutsche“, so der Bürgermeister.

Tanzsportclub muss für Sauna weichen

Im Bereich, in dem jetzt die Innensauna untergebracht ist, seien Aufenthalts- und Lagerräume vorgesehen. Ein erweiterter Saunabereich soll im künftigen Hallenbad in dem Gebäudeteil unterkommen, in dem aktuell der Tanzsportclub Tölzer Land seine Heimat hat. „Der Verein ist darüber grundsätzlich informiert, und die Überlegungen, welche Alternativlösungen es für ihn gibt, laufen“, erklärte Mehner.

Nach Süden hin könnte sich vom neuen Saunaareal aus noch ein Außenbereich auftun, „gegebenenfalls mit Saunagarten, Außenpool und Liegeflächen“, skizzierte der Rathauschef.

Auch eine kleine Gastronomie sei in diesem Gebäudeteil denkbar. Sauna und Hallenbad sollen getrennte Eingänge bekommen. Um die Barrierefreiheit zu verbessern, sei der Einbau eines Aufzugs in den ersten Stock wichtig.

Bisher nur wegweisender Zwischenstand

Skizzen oder Planzeichnungen dazu zeigte der Bürgermeister bewusst nicht her. „Wir können nicht sagen, dass das alles eins zu eins so umgesetzt wird“, betonte er. Es sei nur ein „Zwischenstand, der zeigt, wo es ungefähr hingeht“. Keinerlei Anhaltspunkte gebe es auch dazu, was das alles kosten würde.

Fest stehe nur, dass aus dem Hallenbad „keine Riesentherme“ werden soll. Es gehe lediglich darum, „den Bedarf, den die einheimische Bevölkerung hat, abzudecken“. Der Ansatz ist somit ein komplett anderer als beim einst erträumten Spa „Natura Tölz“, das ein Magnetbetrieb für Gäste aus weitem Umkreis hätte werden sollen.

Auch Stadtwerke-Chef Walter Huber betont nun: „Wir wollen nicht mit bestehenden Bädern in Konkurrenz treten, dazu ist die Maßnahme zu klein.“ Immerhin erhofft er sich aber in Zukunft eine Verdoppelung der Besucherzahlen von jetzt jährlich rund 9000 in der Sauna und 20 000 im Hallenbad.

Bauherr der Erweiterung werden die Stadtwerke sein. Mehner erklärte aber, dass der Stadtrat das Projekt weiter begleiten und demokratisch legitimieren werde. Die Stadt ist 100-prozentiger Gesellschafter der Stadtwerke. Keinesfalls, so sicherte er zur, müssten die Wasser-, Strom- und Gaskunden die Baukosten über erhöhte Preise bezahlen.

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