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Auf dem Areal des früheren US-Schießplatzes an der B 13 – aktuell steht auf einem Teil des Geländes noch eine Asylunterkunft – wollten die Gemeinden Reichersbeuern, Greiling und Sachsenkam sowie die Stadt Bad Tölz ein interkommunales Gewerbegebiet schaffen. 

Vier Jahre nach der ersten Idee

Pläne für interkommunales Gewerbegebiet am Kranzer haben sich zerschlagen

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Schon länger war kaum noch etwas von den Plänen zu hören – seit der jüngsten Reichersbeurer Gemeinderatssitzung nun ist das Vorhaben eines interkommunalen Gewerbegebiets am Kranzer offiziell und öffentlich beerdigt.

Reichersbeuern– Das Gremium vollzog ohne weitere Diskussion den formalen Akt, das entsprechende Flächennutzungsplan-Verfahren einzustellen. Wie Bürgermeister Ernst Dieckmann mitteilte, haben sich die Pläne zerschlagen, weil sich die Gemeinde nicht mit der Grundbesitzerin über einen Verkauf des Grundstücks einigen konnte. Die Verhandlungen seien – vier Jahre nach den ersten Gesprächen – Ende Dezember endgültig abgebrochen worden.

Bei den beteiligten Kommunen herrscht nun Enttäuschung und Ernüchterung vor. „Wir haben viel Arbeit investiert“, erklärt Dieckmann, der das Projekt federführend in die Hand genommen hatte. „Schade um die Zeit und das Geld“, meint auch sein Greilinger Amtskollege Peter Margreiter. „Wir haben Gutachten und Planungskosten bezahlt.“

Wie berichtet hatten die Gemeinden Reichersbeuern und Greiling – später kam auch Sachsenkam als drittes Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft dazu – sowie die Stadt Bad Tölz in einem gemeinsam zu gründenden Zweckverband das Gewerbegebiet entwickeln wollen. Dazu hatten sie bis zu zehn Hektar Grund auf dem ehemaligen US-Schießplatz am Kranzer, also in einem abgelegenen Waldgebiet an der B 13, ins Auge gefasst. Auf einem Teil des Areals steht derzeit noch die Mobilheim-Siedlung, die als Unterkunft für Asylbewerber dient. Sie wird wie berichtet Mitte des Jahres aufgelöst. „Auch sie hätten wir gerne weiterbetrieben“, sagt Sachsenkams Bürgermeister Hans Schneil.

Interkommunales Gewerbegebiet am Kranzer „wäre große Chance gewesen“

Als „bedauerlich“ bezeichnet es Dieckmann, dass die Kommunen ihre Idee nun ad acta legen müssen. „Es wäre eine große Chance gewesen, um produzierendes Gewebe anzusiedeln – auch Betriebe, die mit gewissen Emmissionen verbunden sind, denn hier ist keine Wohnbebauung in der Nähe.“ Es habe durchaus schon Anfragen von „interessanten Firmen“ aus der Region gegeben. Konkreter wurde es freilich angesichts der vielen offenen Fragen noch nicht. Selbst wenn beim Grundstückskauf Einigkeit bestanden hätte, wären zum Beispiel noch viele Belange des Naturschutzes und der Anbindung zu klären gewesen.

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Margreiter verweist darauf, dass das interkommunale Gewerbegebiet der Region Arbeits- und Ausbildungsplätze hätte bringen können. Die vier beteiligten Kommunen hätten hier ansiedlungswilligen Betrieben etwas anbieten können, worüber keine von ihnen einzeln verfügt. Aus seiner Sicht ist mit dem Gewerbegebiet am Kranzer ein „Leuchtturmprojekt“ geplatzt. Schade darum ist es, wie Dieckamnn ergänzt, auch deshalb, weil das Format der Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg Vorbildcharakter gehabt und dazu beigetragen hätte, Flächen zu sparen.

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„Wenn man Verhandlungen führt, ist immer die Möglichkeit gegeben, dass sie scheitern“, kommentiert der Tölzer Bürgermeister Josef Janker die Entwicklung. „Wir müssen das so zur Kenntnis nehmen – das Leben ist eben kein Wunschkonzert.“

Nun muss jede der beteiligten Kommunen für sich auf die Suche nach alternativen Gewerbeflächen gehen. Greiling habe dabei als flächenmäßig kleinste Gemeinde des Landkreises wenig Spielraum, gibt Margreiter zu bedenken. Gelassen bleibt Hans Schneil in Sachsenkam. „Im Moment ist der Bedarf nicht so akut“, sagt er. Und wenn doch, müsse man eben über eine Erweiterung des bestehenden Sachsenkamer Gewerbegebiets nachdenken.

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In Bad Tölz will Janker sich verstärkt auf andere potenzielle Gewerbeflächen konzentrieren. Weil aber nicht allzu viele Grundeigentümer zum Verkauf bereit seien, wäre es Janker besonders wichtig, dass vorhandene Gewerbeflächen, die in privater Hand sind, „aktiviert werden“, wie er mit Blick auf das Bahnhofs- oder das Moraltgelände sagt.

Und was wird nun aus dem Areal am Kranzer? „Es bleibt das, was es ist“, sagt Dieckmann: „Wald.“

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