Maske ist Pflicht: Das gilt in Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr. In diesem Laden halten sich sogar die Schaufensterpuppen daran.
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Maske ist Pflicht: Das gilt in Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr. In diesem Laden halten sich sogar die Schaufensterpuppen daran. (Symbolfoto)

Angeblich aus dem Gesundheitsministerium

Gefälschtes Papier zur Maskenpflicht an Postfiliale geklebt

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Das Dokument beruft sich auf eine seriöse Quelle, ist aber „Fake News“. Jetzt hat ein Unbekannter ein gefälschtes Dokument zur Maskenpflicht in Tölz an prominenter Stelle ausgehängt.

  • An diversen Orten taucht ein angebliches Papier aus dem Gesundheitsministerium auf.
  • Darin heißt es, weder Ladeninhaber noch Polizei dürften von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, das entsprechende Attest verlangen.
  • Die Polizei warnt vor dieser Fälschung und stellt klar, dass Ladeninhaber Masken-Verweigerer durchaus des Hauses verweisen dürfen.

Update vom 18. August, 15 Uhr:

Auch in Bad Tölz ist nun das gefälschte Dokument zum Thema Maskenpflicht aufgetaucht. Wie die Polizei mitteilt, hat ein Unbekannter das dreiseitige Papier mit dem Titel „Rechtsgrundlage zur Corona-Situation“ mit Klebestreifen außen am Gebäude der Postfiliale an der Hindenburgstraße angebracht. Ein Post-Mitarbeiter entdeckte es dort am Dienstag und übergab es der Polizei.

Das Schreiben stammt angeblich vom Bundes-Gesundheitsministerium, was jedoch eine glatte Lüge ist. In Wirklichkeit, so die Polizei, enthält es ein „Sammelsurium an Falschinformationen“. Das Polizeipräsidium hatte erst vor wenigen Tagen vor diesen „Fake News“ gewarnt.

Polizei rät eindringlich, nur sichere Quellen zur Maskenpflicht zu konsultieren

In der Postfiliale war vergangenen Mittwoch ein amtsbekannter Tölzer (36), der sich sowohl weigerte, eine Maske zu tragen, als auch, das Haus zu verlassen, wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt worden.

Die Polizei geht davon aus, dass das gefälschte Schreiben in der Region noch öfters auftauchen wird und rät in diesem Zusammenhang dringend, sich nur über nur über sichere Quellen zum Thema Maskenpflicht und anderen Corona-Vorschriften zu informieren (zum Beispiel www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php)

Ursprünglicher Bericht vom 14. August:

Bad Tölz-Wolfratshausen – Dürfen Gewerbetreibende Kunden, die sich weigern, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, des Hauses verweisen? „Selbstverständlich“, stellt die Polizei jetzt in einer Pressemitteilung klar und warnt ausdrücklich vor „Fake News“, die etwas anderes weismachen wollen. Auch im südlichen Landkreis gibt es immer wieder Konflikte um das Thema, so etwa in einem Tölzer Schnellrestaurant oder in einer Pension in Sachsenkam.

„Ladeninhaber, Verkäufer, ja sogar die Ordnungsbehörden und die Polizei sind nicht befugt, sich Atteste zur Befreiung von der gesetzlichen Vorgabe zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (,Maskenpflicht‘) vorlegen zu lassen“: Das steht in einem „Informationsblatt“, das angeblich von Bundesgesundheitsministerium stammt. Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, berichtet, dass das Dokument am Montag einer Bäckerei-Verkäuferin in Rosenheim unter die Nase gehalten wurde.

Ministerium: „Es handelt sich um eine Fälschung“

Auch auf der Facebook-Seite des Tölzer Kurier hat ein Nutzer ein Bild dieses Papiers diese Woche in den Kommentaren zu einem Artikel gepostet. Auf Rückfrage des Tölzer Kurier erklärte die Pressestelle des Bundesgesundheitsministeriums: „Es handelt sich um eine Fälschung.“ Und auch Polizeisprecher Sonntag spricht eindeutig von einer „Falschinformation“. Damit konfrontiert, zeigte sich der Facebook-Nutzer unbeeindruckt. Daraufhin löschte die Redaktion seinen Post mit der nachweislichen Fälschung.

Mit ihrer Warnung vor dem gefakten Dokument wolle die Polizei bei Geschäftsinhabern und Verkäufern „das Selbstvertrauen stärken“, sagt Sonntag. „Sie haben sehr wohl das Recht, von ihrem Hausrecht gebrauch zu machen und einen Kunden, der sich weigert, eine Maske zu tragen, hinauszuwerfen.“ Erkläre derjenige, aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen zu können, darf man sein Attest verlangen. „Sollte dabei ein Konflikt aufflammen, dann bitte die Polizei rufen“, fordert Sonntag auf.

Polizei prüft, ob Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht auch echt sind

Die Beamten würden einen Platzverweis aussprechen, wenn sich die Person weigert, das Geschäft zu verlassen, oder „überprüfen, ob es tatsächlich ein Attest gibt und ob es gültig ist“. Es gebe schließlich auch Attestformulare, die man sich aus dem Internet herunterladen kann, so Sonntag.

Das Attest müsse zwar nicht ständig mitgeführt werden, sei aber auf Aufforderung zum Beispiel am nächsten Tag in der Inspektion vorzulegen. „Wenn es derjenige nicht beibringt, dann müssen wir davon ausgehen, dass ein Verstoß vorliegt.“

Laufend aktuelle Nachrichten zur Corona-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es im News-Ticker des Tölzer Kurier.

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