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Was vom Rad übrigblieb: Um den Drahtesel vor Diebstahl zu schützen, empfiehlt sich ein stabiles Schloss. 

Polizeistatistik

Alle zehn Tage schlägt in Tölz ein Radldieb zu

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Radlfahrer in der Jachenau können beruhigt, in Geretsried hingegen sollten sie vorsichtig sein. Zumindest wenn es nach der Statistik der Radldiebstähle geht. 

Für Radler ist es die Horrorvorstellung schlechthin: Man kommt am Abend erschöpft aus der Arbeit und das Fahrrad ist verschwunden. Geklaut. 244 Fahrraddiebstähle hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd 2015 im Südlandkreis erfasst. Ein Blick in die Statistik zeigt, wo Langfinger bevorzugt ihr Unwesen treiben.

Relativ beruhigt können demnach etwa Radler in der Jachenau, in Greiling, Schlehdorf oder in Sachsenkam sein. Dort blieben 2015 alle Räder da, wo sie ihre Besitzer hinterlassen hatten. Es gab keinen einzigen Diebstahl. „Ein relativ sicheres Pflaster“, wie Pressesprecher Jürgen Thalmeier auf Nachfrage betont. Ganz anders stellt sich hingegen das Bild in Bad Tölz dar. Alle zehn Tage wurde dort durchschnittlich ein Radl geklaut – nämlich 39 Stück. Im Vergleich zu 2014 hat sich hier die Anzahl der Diebstähle sogar mehr als verdoppelt. Besonders beliebt sind bei Dieben Wolfratshausen und Geretsried. 140 Räder wurden dort geklaut.

Fahrräder immer wertvoller

Warum die Zahl der Diebstähle stellenweise zugenommen hat, lässt sich Thalmeier zufolge nur schwer sagen. Ein möglicher Ansatz sei der zunehmende Wert der Fahrräder. „Das ist mittlerweile ein hochwertiges Gut, für das es scheinbar einen Markt gibt.“ Hinzu kommt, dass das Radfahren immer populärer wird. „Entsprechend sind auch mehr Räder im Umlauf“, sagt Thalmeier. Er hat aber noch eine weitere mögliche Erklärung parat: „Oft gehen die Menschen auch etwas sorglos mit ihrem Hab und Gut um.“ Das gelte insbesondere für ländliche Regionen.

Wer nicht Opfer eines Diebstahls werden möchte, sollte sein Rad deshalb generell absperren, rät der Polizist. Gerade jetzt im Frühjahr. „Und wenn dann die Freibadsaison startet und die ganzen Feste stattfinden.“

Schloss sollte ab 40 Euro kosten

Bei der Auswahl eines passenden Schlosses zählt nur die Sicherheitsklasse, erklärt Erik Semmelroth von der Tölzer Bike-Boutique. „Die definiert sich über das Material und das Schloss“, sagt der Zweiradmechaniker. Man müsse etwa 40 Euro und mehr für eine vernünftige Lösung ausgeben. Billigere Schlösser bestünden häufig lediglich aus einem Drahtgeflecht, „das sich leicht mit einem Seitenschneider knacken lässt“. Empfehlenswert seien Schlösser mit Stahlbügeln oder Stahlgliedern. Die garantieren zwar auch keine absolute Sicherheit. „Es ist aber wie beim Hauseinbruch. Wenn der Einbrecher ein Fenster oder eine Tür länger nicht aufkriegt, verschwindet er wieder“, erklärt Polizeisprecher Thalmeier.

Ist das Rad trotz aller Sicherheitsvorkehrungen abhanden gekommen, hilft es, wenn es vorher registriert wurde. Thalmeier rät deshalb zum Fahrradpass, in dem alle wichtigen Informationen zum Fahrrad, wie etwa die Rahmennummer, vermerkt sind. So können Polizei und Fundämter gestohlene Räder wesentlich leichter dem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen. 

Fahrraddiebstähle

Gemeinde

Anzahl

Bad Tölz

39

Bad Heilbrunn

3

Benediktbeuern

10

Bichl

5

Dietramszell

1

Gaißach

6

Geretsried

96

Greiling

0

Jachenau

0

Kochel am See

13

Königsdorf

3

Lenggries

6

Reichersbeuern

0

Sachsenkam

1

Schlehdorf

0

Wackersberg

1

Wolfratshausen

44

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