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In der Franziskanerkirche wird am 21. Juli der letzte reguläre Sonntagsgottesdienst gefeiert. l

Pfarrverband Tölz

Priestermangel: Gottesdienste werden deutlich reduziert

Der Priestermangel wird nun auch in Tölz deutlich spürbar und die Kirchgänger werden sich auf gewaltige Änderungen gefasst machen müssen. Die Zahl der Gottesdienste wird deutlich reduziert.

Bad Tölz – Nach dem Tod von Pfarrer Konrad Baumgartner und dem bevorstehenden Weggang von Kaplan Benjamin Bihl, der nicht ersetzt wird, wird das Gottesdienstprogramm ab August deutlich reduziert, bestätigte Peter Demmelmair entsprechende Beschlüsse im Pfarrgemeinderat. Der Stadtpfarrer appelliert an die Gläubigen: „In die Breite zu gehen, geht nicht mehr, aber wir können in die Tiefe gehen.“

Was ändert sich konkret? Die wohl folgenreichste Entscheidung betrifft die Tölzer Franziskanerkirche. 395 Jahre nach Gründung des Kloster wird am 21. Juli um 11.30 Uhr wohl der letzte reguläre Sonntagsgottesdienst abgehalten. Der 11.30-Uhr--Gottesdienst in der Klosterkirche entfällt künftig. Der Vorschlag eines Werktags-Abendgottesdienstes im Kloster setzte sich nicht durch. Stattdessen möchte ab Herbst ein Team um Christoph Heuberger, Josef Weiher und Andreas Behrendt und anderen Ehrenamtlichen aus der Pfarrei ein „Abendlob“ um 19 Uhr in freier Form etablieren.

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Nicht nur, weil das dreifache Zelebrieren einer Messe an einem Tag nur ausnahmsweise erlaubt ist, legt Pfarrer Demmelmair Wert darauf, dass er selber nur zweimal am Tag Gottesdienst feiern möchte, nämlich sonntags um 8.30 Uhr in der Mühlfeldkirche und um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche. „Ich werde nächstes Jahr 60 Jahre alt. Außerdem geht das sonst auf Kosten der Liebe zur Liturgie und der Freude an der Messfeier.“ Demmelmair übernimmt auch den Samstagabend-Gottesdienst in der Heiligen Familie (18 Uhr) sowie Hochzeiten und Taufen. Die Mittwochabend-Messe in Maria Himmelfahrt bleibt.

Dafür entfällt ab August auch die beliebte Sonntagabend-Messe um 18.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Angelika Lindmair berichtet, dass man für Herbst an einer dekanatsweiten Lösung arbeite, um Termine für Vorabendgottesdienste in anderen Kirchen rechtzeitig bekannt zu machen.

Gestrichen wird – außer an Hochfesten – auch die Sonntagabend-Vesper, um der Abendlob-Veranstaltung nicht Konkurrenz zu machen. Die seit 45 Jahren existierende und in der Region ziemlich einmalige Werktags-Vesper von Helmut Drexler wird weiterhin montags bis samstags (18 Uhr, Mariahilf-Kapelle) angeboten.


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Was täte das Seelsorgeteam des Pfarrverbands ohne Pfarrer Leo Sobik? Er wird Wackersberg und Arzbach weiterhin betreuen und turnusmäßig auch die Filialkirchen Ellbach und Fischbach. Ruheständler Quirin Strobl steht dafür aushilfsweise ebenfalls zur Verfügung.

Trotz eigentlich erreichten Ruhestands bleibt Diakon George Papp der Pfarrei erhalten, der soweit es die Gesundheit erlaubt, weiterhin Wortgottesdienste in den Seniorenheimen sowie Beerdigungen übernehmen wird. Zum Seelsorgeteam gehören ferner Brigitte Blösl, Josef Weiher und Diakon Robert Schmel.

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Was ist die Zukunft? „Wir waren hier schon sehr verwöhnt“, sagt Angelika Lindmair, „jetzt werden wir halt ein bisschen enger zusammenrücken müssen.“ Und Stadtpfarrer Demmelmair sagt: „Ich würde auch lieber etwas aufmachen und initiieren, als etwas zumachen. Ich habe mir das nicht ausgesucht.“ Nun gelte es, nicht mutlos zu sein, sondern sich pragmatisch zu fragen: „Was kann ich tun, was dient dem Aufbau der Gemeinde und wie bleiben wird freudig und unverdrossen katholisch?“

Von Christoph Schnitter

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