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Als Primizlader beim Landrat: Heinz Bader (li.) lädt Josef Niedermaier zu den Festtagen ein. 

Primizlader

„Ich wusste, was zu tun ist“

Bad Tölz – Persönliche Einladungen in der Kirche und eine Binde an der Trachtenjoppe: So kam der Tölzer Mesner Heinz Bader zu seinem Ehrenamt als Primizlader.

Mit einer Binde an der Trachtenjoppe lud Heinz Bader, seit 16 Jahren Mesner der Tölzer Kalvarienbergkirche, zur Primiz von Martin Gehringer ein. Er trat in mehreren Gottesdiensten an den Ambo und verkündete das Ehrenfest am 26. Juni. Der Tölzer Kurier hat ihn zu seinem besonderen Ehrenamt befragt.

Herr Bader, waren Sie schon einmal Primizlader?

Nein, das mache ich zum ersten Mal.

Und wie kamen Sie dazu?

Martin Gehringer hat mich schon bei seiner Diakonenweihe gefragt, ob ich seinen Primizlader mache. Ich kenne Martin schon als Ministrant und Oberministrant.

Wissen Sie, was Sie zu tun haben?

Das Amt des Primizladers kannte ich so noch nicht, aber im Prinzip ist es nichts anderes als ein Hochzeitslader. Ich hab den Primizlader von Frasdorf, Christian Glas, angerufen, der hat das schon öfter gemacht, und ihn um Rat gefragt. Aber eigentlich wusste ich, was zu tun ist.

Und das wäre?

Ich kümmere mich um die Einladungen an die Bevölkerung. Ich bin in die Gottesdienste gegangen, denn eine persönliche Einladung ist immer besser als nur ein Aushang in den Kirchen. Ich gebe rund 25 Vereinen Bescheid, dann organisiere ich die Abläufe wie das Binden der Primizbögen oder die Hilfe für Auf- und Abbau des Festzelts (siehe Kasten).

Wann hat die Arbeit begonnen?

Schon nach dem Jahreswechsel führte ich Gespräche mit dem Bürgermeister, mit dem Pfarrgemeinderat und dem Pfarrbüro. Seitdem läuft alles dahin, es helfen sehr viele Leute bereits mit. Die Leute freuen sich.

Was bedeutet Ihnen die Primiz?

Ich hoffe, dass der Funke der Begeisterung überspringt, es soll ein Gemeinschaftsfest werden und soll Segen bringen. Wenn ein junger Mensch diesen Beruf ergreift, dann sollte das eine große Ehre sein, mitzuhelfen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Früher war der Primizsegen etwas ganz Wichtiges. Es gab den Spruch: Dafür läuft man ein Paar Schuhe durch. Die Leute haben für den Primizsegen also einen weiten Weg auf sich genommen. Im Vergleich zu vor 50 Jahren ist die Schar der Gläubigen schon geschrumpft. Aber den praktizierenden Gläubigen in Bad Tölz und Umgebung ist dieses Fest schon noch wichtig.

Birgit Botzenhart

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