Der Vandalismus im Tölzer Parkhaus hat seit Beginn der Kontrollgänge deutlich abgenommen, hieß es in der Sitzung des Bauausschusses.
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Der Vandalismus im Tölzer Parkhaus hat seit Beginn der Kontrollgänge deutlich abgenommen, hieß es in der Sitzung des Bauausschusses.

Tölzer Bauausschuss

Privater Sicherheitsdienst überwacht künftig die Stadt Bad Tölz

Die Stadt Bad Tölz hat in der Corona-Zeit mehrfach auf private Sicherheitsdienste gesetzt und laut Bürgermeister Ingo Mehner „sehr gute Erfahrungen“ gemacht. Diese Kontrollen sollen nun fortgesetzt werden.

Bad Tölz – Die Fortsetzung der Kontrollen hat der Tölzer Bauausschuss einmütig beschlossen. Die Kosten von 25 000 Euro im Kalenderjahr sowie rund 100 Stunden monatlich müssen allerdings im Haushalt genehmigt werden.

Bürgermeister Mehner erläuterte am Dienstag die Vorgeschichte. Im Sommer habe man mehrfach Probleme mit Gruppen gehabt, die nicht nur die Freiflächen genossen, sondern auch randalierten. Der beauftragte Sicherheitsdienst habe durch seine Kontrollgänge diese Problemlagen nicht nur gelöst, sondern sei auch überraschend gut von Bürgern und Gästen aufgenommen worden. Die Männer und Frauen fungierten oft als Anlaufstelle und Auskunftei.

Sicherheitsdienst sorgt für weniger Vanadlismus im Parkhaus

Bau- und Ordnungsamtsleiter Christian Fürstberger erläuterte einige Beispiele. Die Streifen seien an sechs Wochentagen je vier Stunden über den Tag nachmittags und abends unterwegs gewesen. Sie achteten nicht nur auf die Einhaltung der Corona-Regeln, sondern etwa auch auf das Anleinen von Hunden oder auch Punkte wie kein Alkoholgenuss in Grünanlagen und unerlaubtes Grillen. Im Parkhaus habe der Vandalismus seit den Kontrollgängen deutlich abgenommen, berichtete Fürstberger und erwähnte in dem Zusammenhang das Beispiel eines Lehrlings, der sich einen Spaß daraus gemacht hatte, die Glasscheibe des Parkautomaten einzuschlagen. Eine Kamera habe ein blitzscharfes Bild geliefert. 3000 Euro kostet den Lehrling nun der „Spaß“.

Auch an der Peripherie, etwa am Sportplatz Girlitzer Weiher, waren die „Hilfssheriffs“ unterwegs. Dabei stellte sich zum Beispiel heraus, so Fürstberger, dass die Kollmayr-Höhe sogar für Gruppen aus dem Nachbarlandkreis als Feierort interessant war.

Was darf ein privater Sicherheitsdienst, was nicht?

Was dürfen die privaten Sicherheitsdienste? Sie dürfen keine Waffen wie die Polizei mit sich führen und müssen sich kleidungsmäßig unterscheiden. Auch dürfen sie keinen Bürger zwingen, seine Personalien herauszugeben. Allerdings können sie ihn im Falle von Vandalismus oder Randale festhalten, bis die Polizei eintrifft. Private Sicherheitsleute können zudem das Hausrecht der Stadt durchsetzen. Das heißt, wenn an der Isarpromenade zu laut und zu lange gefeiert wird, können sie die Betreffenden nach Hause schicken, also ein „Platzverbot“ erteilen.

Stichwort Polizei: Die ist laut Fürstberger personell überfordert, um solche Aufgaben wahrzunehmen. Kein Wunder also, dass die Tölzer Polizeiinspektion die Einrichtung des neuen Sicherheitsdienstes in einer Stellungnahme begrüßte. Mit ihm werde „das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gefestigt“. Die Zusammenarbeit sei beim Probelauf im vergangenen Jahr problemlos verlaufen. Auch die Tourist-Info erhofft sich durch die regelmäßigen Streifengänge des Sicherheitsdiensts weniger Vandalismus in den Parks.

Alternativen für Jugendliche aufzeigen

Die Mitglieder des Tölzer Bauausschusses waren durchwegs für die Einführung. Ein paar Anmerkungen gab es dennoch. Karsten Bauer (CSU) regte an, möglichst ortskundige Leute einzusetzen. Franz Mayer (Grüne) erkundigte sich, ob der Dienst ausgeschrieben werde. Es werde, so antwortete Fürstberger trocken, das Vergaberecht angewendet. Matthias Winter (CSU) wollte wissen, ob Bürger den Sicherheitsdienst direkt anrufen könnten und ob es eine Hotline gebe. Die Einsatzpläne, erwiderte der Ordnungsamtschef, werden „von uns gemacht. Wir kennen ja die Brennpunkte.“ Die Öffentlichkeit dürfe sich aber gerne beim Ordnungsamt melden.

Ulrich Fottner (FWG) begrüßte den Sicherheitsdienst. Aber wenn man Verbote ausspreche, müsse man Alternativen wie etwa einen regulären Grillplatz für die Jugendlichen anbieten. Ingo Mehner war es wichtig, dass der Sicherheitsdienst in der ganzen Stadt unterwegs ist. „Sonst setzt da ganz schnell ein Verdrängungswettbewerb ein.“

Am Rande erwähnt: Vor exakt zehn Jahren war der frühere Bürgermeister Josef Janker mit der Einführung eines Ordnungsdienstes gescheitert. Der sollte damals beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit angesiedelt sein. Auch im Zusammenhang mit den nächtlichen Feierauswüchsen an der Isarpromenade im Sommer 2018 war von den Anliegern die Einrichtung eines privaten Sicherheitsdienstes gefordert worden. Christoph Schnitzer

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