1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Probefahrt ohne Führerschein: Strafe trotz „löblicher Motive“

Erstellt:

Kommentare

Der Staatsanwalt bezeichnete das  umfangreiche Vorstrafenregister des Tölzers als „glorreiche Sammlung“.
Der Staatsanwalt bezeichnete das umfangreiche Vorstrafenregister des Tölzers als „glorreiche Sammlung“. © Symbolfoto: dpa

Ein Tölzer (38) musste sich jetzt vor dem Amtsgericht wegen Fahrens ohne Führerschein verantworten. Der Angeklagte stand nicht zum ersten Mal dort. Dass der jüngste Fall hätte vermieden werden können, war dem Tölzer klar.

Bad Tölz – Dass er Mist gebaut hatte, sah der Angeklagte ein. „Mit tut es ziemlich leid, dass ich meinen Kopf nicht benutzt habe“, sagte ein Tölzer (38), der sich jetzt vor dem Amtsgericht Wolfratshausen verantworten musste. Eine kurze „Probefahrt“ mit einem Leichtkraftrad, für das er keinen Führerschein besaß, brachte ihm eine Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro ein. Seine Tat hätte man womöglich als Lappalie abtun können – wäre da nicht das umfangreiche Vorstrafenregister des Tölzers gewesen. Der Staatsanwalt nannte es eine „glorreiche Sammlung“, die nun erweitert wird.

Er wollte nur der Freundin helfen

Das Unglück nahm seinen Lauf, als die Freundin des Angeklagten in der Früh feststellte, dass sich unter ihrem Roller ein Ölfleck gebildet hatte. Die Freundin habe daraufhin das Auto genommen, er selbst habe sich das Gefährt angeschaut, berichtete der Beschuldigte. „Die Ölleitung war kaputt. Ich habe sie repariert.“ Dann sei er mit dem Fahrrad zur Tankstelle gefahren, um Öl zu kaufen. Die Leitung hielt, die Reparatur hatte funktioniert. „Ich war so euphorisch, dass ich meiner Freundin einen Gefallen tun konnte“, erklärte der Tölzer, warum er anschließend eine „kurze Probefahrt“ gemacht habe. Er kam nur einen guten Kilometer weit. Dann hielt ihn die Polizei im Rahmen einer „verdachtsunabhängigen Kontrolle“ an.

Richter: „Es wäre schön, wenn wir uns hier mal nicht wieder sehen“

„Die Motive sind löblich“, sagte der Staatsanwalt. „Trotzdem ist das strafbar.“ Zwar fanden sich unter den bisherigen Straftaten des Mannes noch keine Verkehrsdelikte, dennoch beantragte der Anklagevertreter eine „Geldstrafe im erhöhten Bereich“, nämlich 90 Tagessätze zu je 30 Euro. Richter Helmut Berger folgte dem Antrag und verabschiedete seinen alten Bekannten mit dem Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir uns hier mal nicht wieder sehen.“  

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare