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Der Rucksack für den Unterricht in der Natur (v. li.): Die Designstudeten Freya Albrecht, Stefanie Christof und Alexander Römmelt haben sich überlegt, wie sich der Lernraum der Südschule erweitern lässt. 

Projekt der TU München

Studenten designen Tölzer Schule

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Bad Tölz - Kommunikation, Integration, Ernährung: Wie wird eine Schule, Baujahr 1982, den heutigen Anforderungen gerecht? Designstudenten aus München haben darüber nachgedacht und sieben Produkte für die Südschule entwickelt.

„Heut’ ist so ein schöner Tag“, tönt es in der Aula, dazu Lachen und Klatschen. 14 Mädchen und Buben stehen dicht gedrängt um einen Tisch. Sie spielen mit einer Drehscheibe, die Nils Enders-Brenner, Ailar Saneifar und Alexandra Tzenova entworfen haben. Die drei studieren Industrial Design und Architektur an der Technischen Universität (TU) in München und gehören zu den 21 Studierenden, die am gestrigen Freitag ihre Designprojekte an der Tölzer Südschule vorgestellt haben.

„Unser Spiel heißt Rotado von Rotation und do, also machen“, erklärte Tzenova. Ihre Gruppe wollte Integration und Kommunikation für die Übergangsklasse verbinden. „Bei unserem Spiel kann man zusammenkommen, auch wenn man die Sprache noch nicht kann.“ Auf der Drehscheibe stehen Aufgaben in verschiedenen Sprachen. Je nachdem wo die Scheibe stoppt, müssen die Schüler ein Lied singen, alle im Raum umarmen oder einen Handstand machen.

Die 21 Studenten waren drei Monate in der Südschule, haben Lehrer, Schüler und Eltern befragt. Ihr Ziel war, mit Hilfe der Hans-Sauer-Stiftung Schule und Design zu verbinden und den Unterricht damit interessant zu gestalten. „Ihr müsst bei Produkten mitbestimmen, weil Ihr es benutzt“, sagte Fritz Frenkler, Professor an der TU, bei der Vorstellung zu den Schülern.

Und so konnten die Mädchen und Buben nicht nur „Rotado“ testen, sondern auch die sechs anderen Gegenstände, die die Studenten entworfen haben. Julian (14) mochte besonders den neuen Sessel „Hock di’ her“ in der Aula. „Hier gibt es eh wenig Sitzgelegenheiten und da kann ich in der Freistunde gut Hausaufgaben machen“, sagte der Neuntklässler.

So in etwa hat sich die Projektgruppe das auch vorgestellt. Der multifunktionale Hocker, mit dem bestenfalls alle Treppenstufen in der Aula ausgestattet werden sollen, dient als Hocker oder Tisch. „Die Aula ist für Veranstaltungen ausgelegt, wird aber mehr als Aufenthaltsraum und für Gruppenarbeiten genutzt“, sagte Studentin Lena-Balea Brockmann.

Johannes (17) hat das „südbook“ als seinen Favoriten ausgemacht, „weil wir es selber bauen können“. Das „südbook“ besteht aus einer beschreibbaren Folie auf einem Stück Holz und einem Einband aus Filz. „Es dient der Identifikation, ist trotzdem individuell und spart Papier“, so Doris Astner, die am Entwurf mitgearbeitet hat.

Ihre Kommilitonen haben einen wasserdichten Rucksack entworfen, mit dem Lehrer ihren Unterricht draußen gestalten können. Der Deckel ist gleichzeitig ein Sitzkissen und eine integrierte Röhre dient als Sammeltasche für die Schüler. „In der Natur lernt sich ein Frühlingsgedicht leichter, und im Rollenspiel können die Klassen draußen englische Wegbeschreibung üben“, erklärte Stefanie Christof.

Valentin (9) hatte großen Spaß beim Kartoffelschälen in seinem Klassenzimmer. Dort durfte er den Wagen „Überkochen“ von drei TU-Studenten ausprobieren. Der Wagen kann überall im Schulhaus eingesetzt werden, unter einer Kochplatte sind in Schubladen Bretter, Messer und Geschirr verstaut. „Übers Essen kommt man ins Gespräch und kann sprachliche Barrieren überwinden“, findet Moritz von Ulardt. Das gefiel auch Schülerin Michaela. „Ich kann mir gut vorstellen, das mal im Unterricht zu machen“, urteilte die 15-Jährige.

Die anderen Design-Projekte verbessern den Schulalltag. „Pausenverkauf 2.0“ soll den Kindern mehr Zeit zum Spielen geben. Denn dank Stempelkarten und Bildern mit Inhaltsstoffen sollen sie schneller etwas zu Essen bekommen. Und das Präsentations-Konzept „Blickpunkt“ gestaltet den Schulalltag transparenter, indem Schüler an jeder freien Wand mit Magnetpunkten ihre Projekte vorstellen können.

Konrektor Michael Basel war beeindruckt von den Ideen. „Es ist alles auf unsere Schule zugeschnitten.“ Basel will sich nun mit Kollegen, Schülern, Eltern, Stiftung und Stadt beraten, welche Design-Produkte an der Südschule umgesetzt werden können.

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