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Ganz entspannt aufs Radl umsteigen: Wer wirklich tief ins Glas sc haut und auf einen Promillewert über 1,6 kommt, für den ist das überhaupt keine gute Idee. 

„Absolute Fahruntüchtigkeit“

Promille-Radfahrt kostet Führerschein

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Wer nach einer feucht-fröhlichen Feier aufs Auto verzichtet und mit dem Radl heimfährt, der ist auf der sicheren Seite. So denken viele – und sind damit im Irrtum. Das musste jetzt ein Rentner erfahren. Nach einer Alkoholfahrt auf dem Drahtesel ist er seinen Führerschein los.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Fritz K. (Name geändert) versteht die Welt nicht mehr. Der 76-Jährige aus dem südlichen Landkreis musste seinen Führerschein abgeben – obwohl er nach eigenen Angaben in knapp 60 Jahren als Autofahrer keinen einzigen Punkt in Flensburg bekommen hat. Und auch jetzt hat er sich am Steuer nichts zu Schulden kommen lassen. Der Grund für den Führerscheinentzug ist vielmehr, dass er betrunken Fahrrad gefahren ist. Nach dem Willen der Verkehrsbehörde im Tölzer Landratsamt darf er er nun nicht einmal mehr auf dem Drahtesel am Straßenverkehr teilnehmen.

Wie kann so etwas sein? Kann die Behörde jemandem tatsächlich das Fahrrradfahren verbieten? Und darf man nach ein paar Halben Bier auch nicht mehr mit dem Radl nach Hause fahren? Die diesbezüglichen Regeln sind vielen Verkehrsteilnehmern nicht bewusst.

„Fahrradfahren unter Alkoholeinfluss wird von vielen nicht nur im Hinblick auf die Gefährlichkeit unterschätzt, sondern auch im Hinblick auf die Rechtsfolgen“, bestätigt Landratsamts-Sprecherin Sabine Schmid auf Anfrage des Tölzer Kurier. Die Promillegrenzen für Autofahrer sind allgemein bekannt: 0,3 Promille werden zur Ordnungswidrigkeit, wenn der Fahrer Ausfallerscheinungen zeigt, zum Beispiel Schlangenlinien fährt. 0,5 Promille sind in jedem Fall eine Ordnungswidrigkeit. Und ab 1,1 Promille gilt die „absolute Fahruntüchtigkeit“. Wer dann noch Auto fährt, begeht eine Straftat. Für Radler gabe es solche Promillegrenzen zwar nicht, erklärt Schmid. Trotzdem: „Wer betrunken auf dem Fahrrad angetroffen wird, muss sich – abhängig vom Alkoholisierungsgrad – empfindlicher Konsequenzen bewusst sein.“

Denn nach höchstrichterlicher Entscheidung gelte ein Radler ab 1,6 Promille ebenfalls als „absolut fahruntüchtig“. Ihn würden dann ein Strafverfahren und im Regelfall eine „empfindliche Geldbuße“ erwarten. So war es auch bei Fritz K. Er war auf einem Fahrradweg einer Gruppe von Fußgängern ausgewichen und gestürzt. Danach wurde festgestellt, dass er 1,63 Promille Alkohol intus hatte.

Zu einem Führerscheinentzug kommt es dadurch allerdings nicht direkt, stellt Behördensprecherin Schmid klar. Denn dazu sei noch immer die Verwendung eines Kraftfahrzeugs Voraussetzung. Was hingegen – so wie im Fall von Fritz K. – passiert: Das Strafgericht meldet den Fall der Fahrerlaubnisbehörde. Und bei der entstehen dann begründete „Zweifel, nicht nur an der Eignung zum Führen von Fahrrädern, sondern auch an der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen“, so Schmid.

Die Sprecherin weiter: „Die Fahrerlaubnisbehörden sind verpflichtet, zur Klärung dieser Zweifel das Gutachten einer amtlich anerkannten medizinisch-psychologischen Untersuchungsstelle anzuordnen. Bei negativem Ergebnis, wie auch bei Nichtvorlage des Gutachtens, ist nicht nur das Führen von Fahrrädern zu untersagen, sondern auch die Fahrerlaubnis zu entziehen.“

Fritz K. konnte oder wollte die Kosten für den sogenannten „Depperltest“ nicht aufbringen. Daher musste er eine Erklärung unterzeichnen, dass er auf die Fahrerlaubnis „verzichtet“ und seinen Führerschein zurückgibt. Darin ist festgehalten, dass er sich auch durch das Führen eines „fahrerlaubnisfreien Fahrzeugs“ strafbar machen würde. Schmid weist darauf hin, dass „sich die Hinweise verdichten“, dass der Gesetzgeber die Alkoholregeln für Radfahrer sogar noch verschärft: Die Grenze solle von 1,6 auf 1,1 Promille herabgesetzt werden.

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