Verhandlung wurde vertagt (Symbolbild). 
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Verhandlung wurde vertagt (Symbolbild). 

Gericht

Verhandlung wegen mehrfachen Drogendelikten ausgesetzt

  • vonRudi Stallein
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Nur kurz dauerte der Auftritt eines jungen Tölzers vor dem Schöffengericht. Der 23-Jährige musste sich wegen Drogenhandels in mehreren Fällen verantworten. Bevor die Belastungszeugen aussagen konnten, wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Bad Tölz/Wolfratshausen – So etwas kommt auch nicht alle Tage vor. Eine Gerichtsberhandlung wegen einem Drogen-Delikt wurde ausgesetzt. Denn bei der Vernehmung einer Polizeibeamtin kam heraus: Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen diverser weiterer Straftaten, die mutmaßlich vom Angeklagten begangen worden sein sollen.

In der aktuellen Verhandlung ging es zunächst um diverse Drogengeschäfte: Im Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 21. September 2018 soll der Beschuldigte mehrmals einem Bekannten in Bad Tölz Marihuana und Haschisch verkauft haben, teilweise in Mengen um 100 Gramm. Außerdem soll er einer jungen Frau ein Gramm Marihuana verkauft haben. Der Angeklagte bestreitet jedoch alle Vorwürfe. Dem Mädchen habe er nie etwas verkauft, beteuerte der 23-Jährige.

Richter entsetzt: „Das ist ja Wahnsinn“ 

Auch der größere Komplex der Anklage treffe nicht zu. Zwar habe es Anfang 2018 am Isarkai in Bad Tölz ein Treffen mit dem vermeintlichen Abnehmer gegeben. Aber er habe bei der Gelegenheit nichts abgegeben, sondern – im Gegenteil – er habe von dem Bekannten für 200 Euro Marihuana gekauft. Dabei sei er kräftig übers Ohr gehauen worden. Er habe auf Wunsch des Bekannten mit einem 500 Euro-Schein bezahlt und sechs Fünfziger herausgekriegt – erst zu Hause habe er bemerkt, dass es sich dabei um Falschgeld handelte.

„Das sollen wir glauben?“, fragte Richter Helmut Berger. Dessen Zweifel nährten sich unter anderem aus der Tatsache, dass der „Lieferant“ zwischenzeitlich verurteilt worden ist – unter anderem wegen der Einkäufe, die er bei dem 23-Jährigen getätigt haben will. Der Angeklagte, auf dessen Hemd sich trotz der Kühle im Saal Schweißflecken abzeichneten, blieb bei seiner Einlassung.

Der Angeklagte bestreitet bisher alle Vorwürfe 

Wenig später nahm die Verhandlung dann einen unerwarteten Verlauf. Die Polizeihauptkommissarin, die seinerzeit die junge Frau vernommen hatte, bestätigte nicht nur deren Version, dass sie den Joint, von dessen Genuss sie Panikattacken bekommen hatte, vom Angeklagten gekauft habe. Die Zeugin schilderte auch, dass der 23-Jährige erst Anfang Mai erneut erwischt worden war: Bekifft am Steuer eines Autos, ohne Führerschein, mit gefälschten Kennzeichen und mit ein paar Gramm Marihuana in der Tasche. „Das ist ja Wahnsinn“, entfuhr es dem Vorsitzenden Richter Berger.

Verteidiger Jost Hartmann-Hilter, der ebenfalls erst im Gerichtssaal von den neuen Ermittlungen gegen seinen Mandanten erfahren hatte, bat um ein Rechtsgespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Ergebnis: Das Verfahren wird in Anbetracht der aktuellen Erkenntnisse ausgesetzt und demnächst gemeinsam mit der weiteren Anklage neu terminiert.

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