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Amtsgericht

Prügel auf der Isarbrücke

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Vor dem Jugendrichter landete eine Prügelei, bei der ein 20-Jähriger zwei Jugendliche verletzt hatte. 

Bad TölzMit Schlägen und Fußtritten ins Gesicht endete für zwei Jugendliche (16 und 17) ein Bummel durchs Tölzer Nachtleben. Der Schläger, ein Sachsenkamer (20), wurde wegen gefährlicher Körperverletzung vom Jugendgericht am Amtsgericht Wolfratshausen zu drei Wochen Dauerarrest verurteilt. Ein mitangeklagter Erwachsener (28) aus Tölz muss wegen Anstiftung und Beihilfe neun Monate ins Gefängnis.

Am letzten Novembersamstag vorigen Jahres waren die zwei Geschädigten abends mit Freunden in der Stadt unterwegs. Gegen 2 Uhr wollten sie sich am Amortplatz abholen lassen. Auf dem Weg dorthin trafen sie auf der Isarbrücke auf den 20-Jährigen, mit dem es einen kurzen Disput gab. Dann schlug der Beschuldigte dem Auszubildenden (16) mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Daraufhin wechselte die Gruppe um den Geschädigten die Straßenseite. Wenig später folge der Angeklagte der Gruppe, pickte sich den 17-Jährigen heraus, zog ihm die Kapuze über den Kopf, schlug ihn nieder und trat dem am Boden Liegenden „mit voller Wucht ins Gesicht“, wie ein Zeuge schilderte. Sein Begleiter soll dabei die anderen aus der Gruppe der Geschädigten daran gehindert haben einzugreifen. Laut Anklageschrift soll er seinen Freund zudem mehrfach aufgefordert haben zuzuschlagen.

Der 20-Jährige, der zur Tatzeit etwa 1,4 Promille Alkohol im Blut hatte, räumte die ersten Schläge ein. An die zweite Aktion habe er keine Erinnerung. „Er hat mich beleidigt. Das finde ich nicht okay. Und er hat meine Mutter beleidigt – und das geht bei mir gar nicht“, rechtfertigte der Angeklagte seine Schlagfreudigkeit.

Schwieriger gestaltete sich die Beweisaufnahme hinsichtlich des zweiten Angeklagten. „Ich war an der Sache nicht beteiligt“, erklärte der 28-Jährige. „Ich habe gegen Mitternacht meine Zeche bezahlt, bin heim, zu meiner Frau ins Bett rein – und fertig.“ Die Frau bestätigte zwar die Version ihres Mannes, konnte das Gericht aber nicht überzeugen, weil sie auf mehrfache Nachfrage keine Anhaltspunkte benennen konnte, warum sie sich so genau an die Uhrzeiten erinnern konnte.

Die beiden Geschädigten waren sich bei der Gegenüberstellung im Gericht zwar nicht zu 100 Prozent sicher. Ein weiterer Zeuge (17) konnte den Mann jedoch an einem markanten Merkmal im Gesicht zweifelsfrei als zweiten Täter identifizieren.

Weil er zur Tatzeit unter offener Bewährung stand, verurteilte das Gericht den mehrfach vorbestraften Tölzer zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten. Der ebenfalls bereits mehrfach straffällig gewordene 20-Jährige muss drei Wochen ins Jugendgefängnis. „Ich weiß nicht, was sie dazu bewogen hat: Aber Tritte gegen den Kopf sind absolut inakzeptabel“, sagte Jugendrichter Urs Wäckerlin. „Da hört sich alles auf.“

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