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Die Marktstraße war in den vergangenen Jahren immer mal wieder für Radler freigegeben. Nun wird ein neuer Versuch unternommen. 

Tölzer Stadtrat

Radeln in der Marktstraße: „Brauchen gezielte Kontrollen“

Wenn es ums Radeln in der Marktstraße geht, schlagen die Emotionen hoch. Zudem ist die Halbwertzeit eines Stadtratsbeschlusses zu diesem Thema nicht allzu groß. Das befürchteten jedenfalls Beobachter, als am Dienstag im Stadtrat das Thema erneut auf die Tagesordnung kam.

Bad Tölz -  Eine sechsköpfige CSU-Gruppe aus der Fraktion (Bauer, Heufelder, Botzenhart, Mayer, Mehner, Steigenberger) hatte beantragt, die erst vor einer Woche vom Bauausschuss beschlossene zeitweise Öffnung der Marktstraße (21 bis 9.30 Uhr) rückgängig zu machen. Der Antrag wurde aber mit 11:9 abgeschmettert.

Die CSUler beriefen sich auf die frühere Position des Stadtrats und klare Mehrheiten bei Umfragen in der Bevölkerung, wonach das Radfahren in der Fußgängerzone verboten bleiben soll. Jürgen Renner (SPD) nahm aber gerade die ständige Wiederkehr des Themas im Stadtrat als Beleg dafür, dass die bestehende Situation unbefriedigend ist und Alternativen angeboten werden müssen.

Franz Mayer (Grüne) räumte ein, dass die 6:6-Entscheidung im Bauausschuss für zeitweises Radeln nicht gerade überzeugend ausgefallen sei. Inhaltlich steht er aber voll dahinter: „Wie soll man einem Schulkind erklären, dass es in der Früh nicht radeln darf, die Lastwagen aber fahren dürfen?“

Peter Wiedemann (FWG) machte als Hauptproblem die Bergabwärts-Fahrer aus. „Da rasen schon viele runter.“ Könne man nicht Aufwärts-Fahren zulassen, Bergab-Fahren aber verbieten? „Nein, kann man nicht“, antwortete Radl-Befürworter Ludwig Janker (CSU). „Das haben wir in der Verkehrskommission schon vor sechs Jahren diskutiert. Das geht rechtlich nicht.“ Das Angebot einer zeitweisen Öffnung für Radler schaffe nun aber einen sicheren Schulweg. Es gehe nun darum, eine Lösung zu suchen, wie man das mit der Verkehrsüberwachung lösen könne.

Janker stellt sich sporadische Kontrollen vor, bei denen Rennradler „rigoros heruntergeholt werden“. Dafür habe seine Fraktion einen weiteren Antrag für den nächsten Bauausschuss vorgelegt. Der Leiter des Ordnungsamtes, Christian Fürstberger, versprach, dass man sich mit dem Zweckverband und der Polizei kurzschließen werde. Er warnte aber davor, sich zu viele Hoffnungen zu machen.

Anton Mayer (CSU) brachte einen ganz neuen Aspekt in die Diskussion ein. Die Kinder hätten heute so schwere Schulranzen, „dass die das in der Marktstraße sowieso nicht datreten“. Die etwas mehr als 300 Meter könnten Schulkinder auch gehen, folgerte Michael Lindmair (FWG) und wiederholte seine Position vom Bauausschuss.

Robert Paintinger (CSU) wandte sich vehement gegen den Vorstoß seiner Fraktionskollegen, das Radeln gleich wieder zu verbieten. Es gehe schließlich um den Ruf von Tölz als radlfreundliche Stadt. Angesichts des bestehenden zweiten CSU-Antrags an den Bauausschuss für eine bessere Kontrolle der Radler sei das „die völlig falsche Reihenfolge“. Erst müsse sich der Ausschuss über Kontrollmöglichkeiten unterhalten, dann könne man eine Grundsatzdiskussion führen.

Das sah auch René Mühlberger (CSU) so und wies darauf hin, dass es sich um keine generelle, sondern „eine behutsame, zeitweise Öffnung“ der Marktstraße für Radler am Abend und Morgen handelt. „Wir brauchen gezielte Kontrollen.“

Die Abstimmung:

Für die Öffnung der Marktstraße stimmten: F. Mayer, Grundhuber, Priller, Hoch (alle Grüne), Renner, Streicher (beide SPD), Mühlberger, Paintinger, L. Janker (alle CSU) sowie Harrer und P. Wiedemann (beide FWG). Dagegen waren: Bauer, Botzenhart, Heufelder, A. Mayer, J. Janker, Mehner, Steigenberger (alle CSU), A. Wiedemann, Lindmair (FWG).

Christoph Schnitzer

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