Fahrradfahren in Bad Tölz: Das birgt an etlichen Stellen so seien Tücken. Laut einer Umfrage fühlen sich 71 Prozent der Tölzer Radler im Verkehr gefährdet.
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Fahrradfahren in Bad Tölz: Das birgt an etlichen Stellen so seien Tücken. Laut einer Umfrage fühlen sich 71 Prozent der Tölzer Radler im Verkehr gefährdet.

Verkehr unter der Lupe

Radfahren: Schlechtes Zeugnis für Bad Tölz

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Schlechte Noten für Bad Tölz: In einer Umfrage des ADFC zur Radverkehrssituation landet die Stadt mit einer Note 4,24 auf Platz 354 in der Kategorie „Städte bis 20 000 Einwohner“. Nur 64 Kommunen bekamen ein noch schlechteres Zeugnis.

Bad Tölz – Der Fahrradklima-Test des ADFC ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Er umfasst 27 Fragen. Hinzu kamen dieses Mal fünf Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie. In Bad Tölz bewerteten 62 Menschen das Fahrradklima, deutschlandweit waren es über 230 000.

Die wichtigsten Ergebnisse, die die Stadt Bad Tölz betreffen: 77 Prozent der Radler bemängeln, dass die Radwege ihrer Ansicht nach zu schmal sind. 71 Prozent fühlen sich auf den Straßen gefährdet. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) empfindet das Radfahren in Bad Tölz als Stress. Groß ist auch die Unzufriedenheit mit dem Öffentlichen Verkehr. 81 Prozent klagen darüber, dass sie Schwierigkeiten bei der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn haben.

An der Spitze der Rangliste rangiert mit einer Gesamtnote von 1,96 die Gemeinde Wettringen aus dem Großraum Münster (Nordrhein-Westfalen). Die bestplatzierte Kommune in der Umgebung von Bad Tölz ist Bad Wiessee, das mit einer Gesamtnote von 3,23 in der Rangliste auf Platz 33 auftaucht. Deutlich vor Bad Tölz liegt auch Wolfratshausen (Note 3,77, Platz 168). Weilheim (4,06) und Miesbach (4,21) schneiden ähnlich ab wie Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen (4,60) sogar noch deutlich schwächer.

Für Gerhard Krapp, Mitglied im ADFC und im Tölzer Arbeitskreis Radeln, kommen die Ergebnisse wenig überraschend. Das Rathaus sei offen für Verbesserungsvorschläge, die Probleme würden durchaus gesehen. „Aber Tölz ist gerade in der Innenstadt sehr klein angelegt. Man kann daher nicht viel machen. Andere Städte haben mehr Möglichkeiten, was zu verbessern – leider.“ Verbesserungen seien nur punktuell möglich, etwa bei den Wegen zur Innenstadt oder zu den Schulen.

Erfreulich findet es Krapp, dass sich in Bad Tölz genügend Radler fanden, die sich an der Umfrage beteiligten – 50 mussten mitmachen, damit die Stadt in die Rangliste aufgenommen wird. Seine Hoffnung: „Vielleicht gibt das einen kleinen Anschub.“

Auch Bürgermeister Ingo Mehner verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen in Bad Tölz: „Wir haben hier wenig Platz, und es ist bergig. Daher werden wir hier niemals eine so große Fahrradqualität bekommen wie zum Beispiel in Erlangen.“ Was aber nicht heißen soll, dass keine Änderungen möglich sind. Wie berichtet stellte das Rathaus kürzlich die zwei „Fahrradachsen“ vor, die von der Gaißacher Ortsgrenze beziehungsweise von der Flinthöhe in die Innenstadt führen. Hier wurden etwa Gehsteige für Radler freigegeben und Markierungen aufgebracht. Noch in diesem Jahr will die Stadt ein Alltagsradwege-Konzept erarbeiten, über das im Rahmen einer öffentlichen Radtour diskutiert werden soll.

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