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Entlang der Bairawieser Straße soll am Tölzer Friedhof vorbei ein neuer Geh- und Radweg entstehen. Eine Verlängerung in Richtung Roßwies und Anschluss an den Radweg in Unterleiten wäre langfristig möglich. 

Entlang der Staatsstraße beim Friedhof 

Radwegbau dank Flächentausch

Alte Wegerechte hergegeben, neue dafür eingetauscht: Die Stadt Bad Tölz will auf diese Weise entlang der Staatsstraße 2072 einen Geh- und Radweg anlegen.

Bad Tölz – Mehr Radwegebau: Das ist eine der Kernforderungen im Tölzer Verkehrsentwicklungsplan von 2015. Für ein kleines, aber wichtiges Stück Verbesserung des Radwegenetzes im Norden der Stadt hat das Rathaus nun die rechtlichen Vorarbeiten geleistet. Entlang der äußeren Bairawieser Straße soll mittelfristig am Friedhof vorbei in Richtung Roßwies ein Geh- und Radweg entstehen. Und zwar auf Flächen, die dem Zwickerbauern Martin Sappl gehören.Theoretisch ist dann langfristig auch ein Anschluss an den von Norden kommenden Radweg denkbar, der derzeit in Unterleiten von der Staatsstraße 2072 abbiegt.

Einer „Allgemeinen Bekanntmachung“ war vor Kurzem zu entnehmen, dass die Stadt Bad Tölz mehrere Wegerechte auf dem Zwickergrund eingezogen hat. In früheren Zeiten war es zum Beispiel möglich, vom Faistweg den Hang hinab direkt zum Zwickerhof zu marschieren. Die Wegtrasse ist längst verwachsen und kaum mehr sichtbar. Ebenso wenig ist der Pfad nutzbar, der vom Hof in Richtung Ellbach führt beziehungsweise vom Zwicker- zum Holzerbauern.

Eine Inbetriebnahme der Wege wäre zwar denkbar, ist aber nicht im Sinn des Zwickerbauern, der auf seinem Hof im Ratzenwinkl auf Mutterkuhhaltung setzt und dann die Trassen durch Gatter und Zäune schützen müsste. So hat er mit der Stadt einen Tausch der Dienstbarkeiten beschlossen. Die Stadt verzichtet auf die alten Wegerechte, darf aber auf Zwicker-Grund entlang der Staatsstraße einen Fuß- und Radweg errichten, wie Liegenschaftsleiterin Bettina Faßbender sagt. Und zwar auf rund zwei bis drei Kilometern Länge. Wichtig: Es handelt sich nur um einen Wechsel der Grunddienstbarkeiten, nicht des Eigentums.

Nächster Schritt wäre dann der Wegebau, den die Stadt bis zum „Walgerfranz“ wegen der möglichen Anbindungsmöglichkeit ans bestehende Wander- und Radwegnetz (Farchet) bevorzugt in Angriff nehmen will. Außerhalb des Ortes sind Gespräche mit dem Freistaat und Bauamt Weilheim geplant.

Wegebau kostet Geld. Kämmerer Hermann Forster begrüßt das Vorhaben. Denn aus den Erfahrungen mit anderen Urlaubsregionen wisse er, „dass wir, was Radwege betrifft, noch Diaspora sind“.

Christoph Schnitzer

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