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Wie man richtig räuchert, zeigt die Ellbacherin Annemarie Baumgartner auch in Kursen in der Lenggrieser Gästeinfo.  

Räcuhern in den Rauhnächte

Lavendel schafft Klarheit, Engelwurz hilft gegen Depressionen

Zwischen Weihnachten und Heilig Drei König liegen die Rauhnächte. Die Ellbacher Kräuterpädagogin Annemarie Baumgartner kennt sich mit den damit verknüpften Traditionen gut aus.

Ellbach – Aus dem Interesse der 56-jährigen Ellbacherin an Naturheilkunde heraus erwuchs auch ihre Faszination für das Räuchern mit heilsamen Harzen und duftenden Kräutern. Ihr Wissen vermittelt die Kräuterpädagogin unter anderem in Kursen, zu denen die Lenggrieser Gästeinformation einlädt.

-Frau Baumgartner, was genau sind eigentlich Rauhnächte?

Annemarie Baumgartner: Es gibt verschiedene Überlieferungen. Normalerweise sind das die Tage zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Sechs Tage, um das alten Jahr zu verabschieden, und sechs, um das neue Jahr zu begrüßen. Man räucherte in dieser Zeit die Häuser aus, um Dämonen zu vertreiben. Heute weiß man, dass die Kräuter desinfizieren und sich gut auf Gesundheit, Psyche und Geist auswirken. Die Aromen wirken auf das limbische System im Gehirn und regen die Hirnleistung an. Wenn man damals krank wurde, dachte man, das sei ein Dämon. Kräuter halfen.

-Was kann uns der Brauch heute noch geben?

Es geht um das Bewusstsein, das alte Jahr gut abzuschließen. Nach den alten Bräuchen soll man in dieser Zeit nichts Unerledigtes im Haushalt zurücklassen. Es ist wichtig, im alten Jahr aufzuräumen, damit man gut rüberkommt. Das kann man auch im übertragenen Sinne sehen. Mir geht es nicht um Esoterik, sondern um Brauchtum. Dämonen sollen in dem Sinne vertrieben werden, dass man sich aussöhnt und keinen Streit ins neue Jahr trägt. Das Räuchern ist eine der ältesten Heilweisen des Menschen. Das ist auch jetzt noch nützlich, denn die Aromen helfen auch gegen Stress.

-Was braucht man zum Räuchern?

Ganz früher hat man Glut aus dem Ofen genommen und in eine alte Pfanne gelegt. Je nach Anliegen legte man dann heimische Harze oder Kräuter darauf und räucherte. Weihrauch kam erst später, denn arme Menschen konnten sich den nicht leisten. Man kann einfach einen alten Teller nehmen, einen Pfanne oder einen Topf und Räucherkohle hinein tun. Lavendel desinfiziert und schafft Klarheit, Engelwurz wirkt als Antidepressivum. Man kann die Kräuter auch zu einem festen Stab binden und anzünden. Oder man kauft sich ein Gefäß für eine Kerze mit einem Sieb darauf, das eignet sich zum langsamen Verbrennen.

Die Fragen stellte Nora Linnerud.

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