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Appellieren an andere Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen: (v. li.): Sabine Behrendt mit Lilly, Andrea Kirschke mit Coffee und Regina Lux mit Ben. 

Tierische Hinterlassenschaften

„Räumt die Kothaufen Eurer Hunde weg!“

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Kothaufen auf der Straße sind für viele Bürger ein Ärgernis – und zwar auch für diejenigen, die selbst Hunde besitzen. Drei Tölzerinnen wenden sich jetzt mit einem Appell an alle Tierhalter.

Wege und Wiesen sind mit einer blütenweißen Schneeschicht bedeckt – da fallen unangenehme braune Flecken zurzeit noch mehr auf als sonst. Mit einem Appell „von Hundebesitzer zu Hundebesitzer“ wenden sich nun drei Tölzer „Frauchen“ an die Öffentlichkeit. „Räumt die Kothaufen Eurer Hunde weg!“, schreiben Andrea Kirschke, Sabine Behrendt und Regina Lux in einem gemeinsamen Brief. Die drei Freundinnen treffen sich regelmäßig, um zusammen mit dem Australian Shepherd Mix „Coffee“, dem kroatischen Schäferhund-Mix „Lilly“ und dem Labrador „Ben“ Gassi zu gehen.

„Es haut dem Fass den Boden aus, wenn die Hinterlassenschaften nicht einmal direkt neben einer Hundetoilette weggeräumt werden oder direkt auf dem Fußweg oder neben der Langlaufloipe liegen“, schreiben die drei Frauen. „Dann müssen wir uns als Hundehalter wirklich für die schwarzen Schafe unter uns richtig schämen.“

Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier nennt Kirschke Beispiele: Rund um die Eichenstraße in Richtung Eichmühle gebe es etwa haufenweise Häufchen am Boden – „obwohl die Hundestation nur ein paar Meter daneben ist“. Und wenn der Hundekot neben der Jahnschule mitten auf dem Gehweg liegt, findet die 49-Jährige das besonders unpassend. Kirschke und ihre Mitstreiterinnen stört es, dass wegen des Fehlverhaltens einiger weniger auch die „sauberen“ Hundehalter den „verständlichen Ärger der Nichthundehalter“ abbekommen.

Der Argumentation der drei Tölzerinnen kann sich die Gaißacher Hunde-Expertin Stephanie Lang von Langen nur anschließen. Auch auf ihrem Gassiweg zwischen Obergries und Steinbach sei immer wieder „alles voll“. Zusammen mit anderen Hundebesitzern veranstaltet sie öfters ein „Ramadama“. Trotzdem sei sie schon mehrmals von Passanten „angepflaumt“ worden – pauschal mitkritisiert für das Fehlverhalten anderer. „Wenn Hundehaufen liegen gelassen werden, ist das unschön, und es verhärtet die Fronten zwischen den Menschen“, stellt die Tierpsychologin fest. Aus ihrer Sicht gehört es „einfach zum guten Ton“, auf seine Mitmenschen Rücksicht zu nehmen und die Hundehaufen mitzunehmen. „Genauso, wie man auf dem Berg keine Plastikflaschen liegen lässt.“

Wer Kot nicht wegräumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit

Nicht ganz so schwarz sieht Alexander Schindler, Chef des Tölzer Ordnungsamts, die Lage. Der weitaus überwiegende Teil der Hundehalter verhalte sich korrekt und nutze die 30 Hundetoiletten, die die Stadt in ganz Tölz aufgestellt habe. „Die Leerungen bestätigen, dass die Hundetoiletten gut angenommen werden“, so Schindler. Den Kot auf der Straße liegen zu lassen, sei dagegen eine Ordnungswidrigkeit, genauso wie Zigarettenkippen oder Plastikmüll auf den Boden zu werfen.

Sowohl Betriebshof-Mitarbeiter als auch andere Rathaus-Kollegen halten Schindler zufolge die Augen offen, wo es noch an Hundeklos fehlt. Kirschke hätte da schon Ideen. Auf dem Weg vom Klammerweiher nach Ellbach müsse man den eingesammelten Kot schon ziemlich lange mit sich herumschleppen, meint sie. Im Naturschutzgebiet Ellbachmoor eine Hundetoilette aufzustellen, hält Schindler allerdings für nicht sehr passend. Und in Ellbach gebe es gleich in der Bachstraße wieder eine Tütchen-Station. „Den Beutel bis dorthin mitzunehmen, ist zumutbar.“

Dass man das korrekte Entsorgen des Tierkots durchaus verlangen kann, da sind sich auch die drei Tölzerinnen einig. Ihr Appell schließt mit den Worten: „Wer mit seinem Hund Gassi gehen kann, kann und muss auch die Scheiße wegräumen.“

In einem vielbeachteten Gastbeitrag für den Münchner Merkur hat die Münchner Hundetrainerin Nathalie Örlecke ebenfalls einiges zu diesem Thema zu sagen.

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