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Zogen für den Kreisverband der Raiffeisenbanken Bilanz (v. li.): Christian Glasauer (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg), Manfred Gasteiger (Kreisverbandsvorsitzender und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank im Oberland) und Uwe Massong (Vorsitzender Raiffeisenbank Isar-Loisachtal). 

Kreisverband der Raiffeisenbanken legt Bilanz vor

Stetiger Kampf gegen ein „bürokratisches Monster“

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Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und die zunehmende Regulatorik machen auch den Genossenschaftsbanken im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu schaffen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach der Finanzkrise 2008 habe ein „Regulierungsregime“ mit unzähligen Gesetzen und ergänzenden Bestimmungen begonnen, beklagte Manfred Gasteiger, Vorsitzender des Kreisverbands der Raiffeisenbanken im Landkreis, beim Jahrespressegespräch im Tölzer Finanzturm auf der Flinthöhe. „Die Raiffeisenbanken stellten kein Systemrisiko dar und haben keine Staatshilfen benötigt“, dennoch sei man derselben Regulierungswut unterworfen wie Großbanken, sagte Gasteiger. „Das verursacht gewaltige Verwaltungskosten. Unser Appell an die Bankenaufsicht lautet daher, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in der Gesetzgebung zu verankern.“

Die Regulatorik sorge auch dafür, dass man immer mehr Spezialisten brauche, ergänzte Wilfried Gerling, Vorstandsvorsitzender der Münchner Bank. Ein- bis Zwei-Mann-Filialen ließen sich so kaum noch betreiben. In dem Bemühen, alles in eine Einheitlichkeit zu zwängen, „wurde ein bürokratisches Monster geschaffen“.

Trotz allem blickt der Kreisverband auf „eine sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zurück“, wie Gasteiger beim Pressegespräch ausführte. Die Bilanzsumme wuchs um vier Prozent, das Kundengesamtvolumen – das sind vermittelte Kredite und Spareinlagen – um 4,7 Prozent. Das Kreditgeschäft bewege sich weiter auf hohem Niveau, „und trotz fast 0-Prozent-Zinsen steigen die Kundeneinlagen“, sagte Gasteiger.

Zum Kreisverband gehören die drei selbstständigen Raiffeisenbanken Beuerberg-Eurasburg, Isar-Loisachtal mit Sitz in Wolfratshausen und Oberland mit Sitz in Bad Tölz. Gast im Kreisverband ist die Münchner Bank, die ebenfalls Geschäftsstellen hier unterhält.

„Was einer alleine nicht schafft, das schaffen wir zusammen“ – dieser Gedanke verbindet die Genossenschaftsbanken seit rund 200 Jahren. „Wir sind wirtschaftlich unabhängig und nur den Interessen unserer Mitglieder und Kunden verpflichtet“, betonte Gasteiger. „Kein Investor, kein Spekulant kann uns kaufen.“ Man fühle sich der Heimat besonders verpflichtet. Das zeige man nicht zuletzt durch zahlreiche Sponsoringaktionen bei Veranstaltungen wie dem Geretsrieder Firmenlauf oder Raiffeisen-Oberland-Laufserie. „Über 257 000 Euro an Spenden haben wir für Projekte in der Region zur Verfügung gestellt und so das gesellschaftliche Engagement gefördert, Sportvereine, Bildungseinrichtungen, Brauchtum oder Menschen in Not unterstützt“, sagte Gasteiger.

Mit über 500 Mitarbeitern ist die Raiffeisenbank zudem einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. „Dabei“, so Gasteiger, „hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen hohen Stellenwert. 142 Teilzeitarbeitsplätze sind der beste Beweis dafür.“ Zudem flossen durch die Gehaltszahlungen an die Mitarbeiter im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro verfügbare Kaufkraft in die Region. „Davon profitieren der Einzelhandel, Handwerker und Dienstleistungsunternehmen.“

Darüber hinaus seien die Raiffeisenbanken auch einer der größten Kreditgeber in der Region, erläuterte Gasteiger. „Damit schaffen und sichern wir indirekt ebenfalls Arbeitsplätze.“

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