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Müllsammeln heißt es am kommenden Samstag beim großen Ramadama. Alle Städte und Gemeinden machen heuer mit. Auch Kinder sind gern gesehene Helfer.

Ramadama am 14. April

Ein ganzer Landkreis räumt auf

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Es ist eine beeindruckende Zahl: Rund 4000 Freiwillige haben sich für das landkreisweite „Ramadama“ am Samstag gemeldet. Jeder Helfer wird gebraucht. Manche befürchten, heuer noch mehr Müll in der Natur zu finden als in den Jahren zuvor.

Bad Tölz-Wolfratshausen – 15 bis 17 Tonnen kommen nach Angaben der WGV Quarzbichl jedes Jahr beim „Ramadama“ im Landkreis zusammen. Heuer könnte diese Marke noch übertroffen werden, befürchtet Helmut Kolbeck. Denn seit Beginn des Jahres kosten Sperrmüllabholungen pauschal 35 Euro, früher waren sie gratis. „Das Geld werden sich manche sparen wollen“, mutmaßt der Umweltbeauftragte des Bichler Gemeinderats.

Erste Anzeichen, die diese Theorie stützen, fand Kolbeck zum Beispiel bei der Bundesstraße 472 in einem Waldstück nahe der Abzweigung Bichl-Nord: Dort liegen Müllsäcke und anderer Unrat zwischen blühenden Buschwindröschen und Leberblümchen.

Spätestens am Samstag gehört dieser traurige Anblick der Vergangenheit an: Dann sagen die Landkreis-Bürger dem Abfall den Kampf an. „Heuer sind alle Städte und Gemeinden von A bis Z mit dabei“, freut Georg Schneider, Abfallberater bei der WGV Quarzbichl. Rund 4000 freiwillige Vereinsmitglieder und Schüler haben sich angemeldet. „Eine beeindruckende Zahl“, findet Schneider. Er hofft, dass am Aktionstag noch mehr Helfer zu den verschiedenen Treffpunkten (siehe Kasten) kommen werden. Die Initiative geht zwar auf die Gemeinden zurück. Die WGV unterstützt die Aktion aber und stellt Müllsäcke sowie Container zur Verfügung.

Darin landen nach dem Großreinemachen die verschiedensten Dinge: Kühlschränke, Möbel, Matratzen, Autoreifen und jede Menge Verpackungsmüll. „Das meiste davon könnten die Menschen ganz problemlos bei uns loswerden“, betont Schneider. Die Selbstanlieferung von Sperrmüll sei nämlich nach wie vor kostenlos. Die Bürger müssen lediglich im Vorfeld ein Formular auffüllen, an die WGV schicken und auf ein Berechtigungsschreiben warten. Warum die Menschen ihren Müll stattdessen in den Wald fahren und riskieren, dabei beobachtet zu werden, ist Schneider ein Rätsel. Sogar einen vergammelten VW Käfer zogen die Helfer vor Jahren einmal aus dem Kochelsee.

Manchmal finden die Freiwilligen aber nicht nur Müll. „Im vergangenen entdeckte ein Helfer auf der Tölzer Isarpromenade einen Fünf-Euro-Schein“, erinnert sich Claudia Salamon und lacht. Die Rathaus-Mitarbeiterin organisiert für die Stadt Bad Tölz das jährliche „Ramadama“. Am zentralen Aktionstag steht heuer das Badeteil im Fokus der Teilnehmer. Rund 700 Schüler sammeln bereits seit Montag im Stadtgebiet herumliegende Abfälle auf.

Als Dankeschön dürfen sich die Buben und Mädchen – wie alle anderen Teilnehmer auch – nicht nur über eine kostenlose Brotzeit freuen. „Die Deutsche Bahn lädt heuer alle Schüler zu einer Betriebsbesichtung des Bahnhofs Rosenheim ein“, sagt Salamon. Ob die Teilnehmer heuer mehr Müll finden werden als sonst, darüber will sich Salamon im Vorfeld kein Urteil erlauben. „Warten wir es ab“, sagt sie und gebraucht damit fast die gleichen Worte wie Schneider von der WGV.

Nach längerer Pause organisiert Stadträtin Camilla Plöckl am Samstag, 21. April, übrigens wieder ein eigenes „Hunderamadama“. „Heuer ist es schmutziger als sonst“, sagt Plöckl mit Blick auf die vielen Hundehaufen im Stadtgebiet. Ihnen rücken die Teilnehmer am Hunde-Ramadama zu Leibe. „In einer sauberen Stadt“, findet Plöckl, „lebt es sich doch besser.“

Schmutzige Orte melden

Wem Wege oder Wiesen in Bad Tölz aufgefallen sind, in denen viele Hundehaufen liegen, kann sich unter Tel. 0175/4 67 99 90 oder per Mail (camilla.ploeckl@t-online.de) an Camilla Plöckl wenden. Die Teilnehmer am Hunde-Ramadama versuchen dann, diese Orte auf ihrer Tour zu berücksichtigen.

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