Zum Großreinemachen in der Natur treffen sich – zumeist am kommenden Samstag – wieder viele freiwillige Helfer. Foto: Archiv

Auf! Räumen!

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Es ist wieder Ramadama-Zeit: Dieser Tage schwärmen im Landkreis rund 2500 Kinder und Erwachsene aus, um ihre Heimat von Müll und Unrat zu befreien. 20 Tonnen werden sie dabei voraussichtlich aus der Natur pflücken – und vielleicht einen Schatz finden.

Müll ist sein Metier. Im wahrsten Wortsinn. Außerdem ist Georg Schneider von der WGV Quarzbichl ein Mann der ersten Stunde. Seit 2004 unterstützen sein Arbeitgeber und er die traditionellen Ramadama-Aktionen im Landkreis. Mit Containern, großen Müllsäcken für die Erwachsenen und kleinen für den Nachwuchs. Als Zuckerl gibt es noch ein paar Gutscheine für McDonald’s.

Auch heuer sagen viele Menschen dem Abfall wieder den Kampf an. Landauf, landab schwärmen bis 11. April Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus, sammeln Müll und säubern Straßen, Grünflächen, Wege und Plätze. Und denjenigen, die den Unrat in der Natur verteilt haben, geben sie vielleicht ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig ein Bewusstsein für unsere Umwelt ist.

Dieser pädagogische Aspekt ist Schneider zufolge ein ebenso wichtiger Teil der Aktion. Es macht ihn nämlich regelmäßig ratlos, welchen Aufwand manche Menschen betreiben, um ihren Müll in der Natur zu entsorgen. „Es ist schon interessant, wie sich die Leute mühen, beispielsweise eine ausgediente Küche kilometerweit in den Wald zu fahren“, bedauert Schneider. Dabei müssten sie ungleich weniger Aufwand betreiben, um den Unrat sachgerecht zu entsorgen.

Früh ansetzen und das Umweltbewusstsein schärfen: Dieses wichtige Ziel sieht auch Claudia Salamon von der Stadt Bad Tölz hinter der Aktion. Deshalb seien ja auch von Beginn an die Tölzer Schulen mit an Bord. 850 Schüler beteiligen sich heuer. Salamon hat die Zahl so genau im Kopf, weil die Stadt bereits eine Bestellung über 850 Brezen für die kleinen Großreinemacher aufgegeben hat. „Ein kleiner Anreiz muss schon auch sein“, findet sie.

Die Hauptaktion findet zwar erst am Samstag, 9. April, statt. Doch die ersten Tölzer Schulen waren schon vorher klassenweise unterwegs. Die Jahnschule kümmerte sich dabei etwa um das Gebiet nördlich des Schulhauses, bis hinunter ins Farchet und an die Isar. Bei der Südschule ist der Name Programm. Dort beackern die Schüler den Bereich südlich der Schule, wohingegen sich das Förderzentrum schwerpunktmäßig um die Isar kümmerte. Die Schüler der Berufsschule waren in Bahnhofsnähe und bis hin zur Eichmühle aktiv. Besonders erfreulich findet Salamon dabei, dass auch die Asylbewerberklassen mit angepackt haben.

Bei der allgemeinen Aktion am Samstag, bei der jede weitere helfende Hand gerne gesehen ist, steht hingegen das Kurviertel im Mittelpunkt. Die Müllproblematik habe dort zuletzt wohl zugenommen. „Die Leute sagen, dass es schlimmer geworden ist“, berichtet die Mitarbeiterin im Büro des Bürgermeisters. Weniger Müll gebe es mittlerweile aber offenbar im Bereich der McDonald’s-Filiale an der Demmeljochstraße und nahe der Burger-King-Filiale am Bahnhof. Dort, so Salamon, räumen die Betreiber selber auf. „Das funktioniert gut, zumindest gibt es nicht mehr viele Beschwerden.“

Müllexperte Schneider von der WGV hat in all den Jahren schon so manche Skurrilität zu Gesicht bekommen. Darunter etwa einen vergammelten VW Käfer, den Teilnehmer aus dem Kochelsee fischten. „Das war ein Schmankerl“, erinnert sich Schneider. Zur Premiere der Aktion im Jahr 2004 kamen im Landkreis sagenhafte 33 Tonnen Müll zusammen. Mittlerweile, sagt Schneider, habe sich die durchschnittliche Menge bei rund 20 Tonnen eingependelt. Ein Lerneffekt sei also vielleicht schon eingetreten. Was allerdings noch fehlt, ist der Fund einer anständigen Kostbarkeit. Schneider: „Ein Goldschatz ist mir nicht bekannt.“

Info

Georg Schneider weist darauf hin, dass die beim Ramadama beteiligten Kinder auch auf den Straßen und manchmal unaufmerksam unterwegs sind. Autofahrer sollten deshalb bitte besonders auf die kleinen Helfer achten. Außerdem rät er allen Teilnehmern, zur Sicherheit Warnwesten zu tragen.

Alle Termine fürs Ramadama am 9. April:

Bad Tölz

Hier findet die Ramadama-Aktion von 9 bis 12 Uhr statt. Die Teilnehmer treffen sich am Parkplatz P1 an der Arzbacher Straße, gegenüber der Asklepios-Stadtklinik. Anschließend lädt die Stadt zu einem kleinen Imbiss in den „Binderbräu“ ein.

Bad Heilbrunn

Treffpunkt ist um 8.30 Uhr das Sportheim.

Benediktbeuern

Treffpunkt für die Helfer ist um 8.30 Uhr das Rathaus.

Bichl

Die Gemeinde Bichl hat ihr Ramadama um zwei Wochen verschoben. Treffpunkt am Samstag, 23. April, ist um 9 Uhr das Feuerwehrhaus.

Dietramszell

Im Gemeindegebiet Dietramszell räumen Kinder und andere freiwillige Helfer bereits am morgigen Freitag auf.

Gaißach

Um 8.30 Uhr beginnen die Teilnehmer mit dem Gaißacher Ramadama. Treffpunkt ist das Feuerwehrgerätehaus Nord an der Erlenstraße. Dort wird dann der Ablauf besprochen. Für eine kleine Stärkung ist gesorgt.

Greiling

Die Teilnehmer treffen sich um 9 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Nach getaner Arbeit wartet eine Brotzeit.

Jachenau

Die Gemeinde Jachenau lädt alle Hilfsbereiten ab 8.30 Uhr ein, ihren Ort herauszuputzen. Treffpunkt ist der Parkplatz der Grundschule. Danach wartet eine Brotzeit auf alle Helfer.

Kochel am See

Wer beim Ramadama in Kochel mitmachen möchte, kommt um 8.30 Uhr an den gemeindlichen Bauhof an der Triministraße.

Lenggries

Auch der Obst-und Gartenbauverein Lenggries beteiligt sich am landkreisweiten Ramadama. Treffpunkt der freiwilligen Helfer ist um 8 Uhr der Parkplatz an der Lenggrieser Isarbrücke.

Reichersbeuern

Treffpunkt mit Lagebesprechung ist in Reichersbeuern um 9 Uhr der gemeindliche Bauhof. Verpflegung im Anschluss inklusive.

Wackersberg

Die dritten und vierten Klassen der Wackersberger Grundschule gehen ebenfalls bereits am morgigen Freitag auf die Jagd nach Unrat. Mitglieder des Wackersberger Obst- und Gartenbauvereins begleiten und unterstützen sie dabei.

Walchensee

Die Walchenseer Helfer des Ramadama treffen sich um 9 Uhr am Feuerwehrgerätehaus, Ringstraße 1a. Nach dem „Großreinemachen“ spendiert die Gemeinde eine Brotzeit.

Sachsenkam

Treffpunkt für alle freiwilligen Helfer ist um 9.30 Uhr die Gemeindeverwaltung. Nach getaner Arbeit wird zu einer guten Brotzeit eingeladen.

Schlehdorf

Der Fremdenverkehrsverein Schlehdorf-Unterau samt Helfern beteiligt sich ab 8 Uhr an der Aktion. Treffpunkt ist der Parkplatz des Gasthofs Klosterbräu. Der Verein bittet darum, Rechen, Schubkarre oder Eimer sowie feste Schuhe, Handschuhe und Warnwesten mitzubringen. Für eine Brotzeit ist gesorgt.

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