Menduh Killik, Vorsitzender des Vereins Mevlana-Moschee
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Menduh Killik, Vorsitzender des Vereins Mevlana-Moschee

Fastenmonat hat begonnen

Ramadan während der Pandemie: Tölzer Muslime beten und feiern in der Familie

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Dabei ist coronabedingt nicht alles so, wie gewohnt.

Bad Tölz - Es ist eine wichtige Zeit für gläubige Muslime. Der Fastenmonat Ramadan ist angebrochen. In dieser Zeit wird von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken.

Schon im vergangenen Jahr aber stand der Ramadan unter dem Einfluss von Corona. „Es ist nicht, wie es früher war“, sagt Menduh Killik, der Vorsitzende des Mevlana-Moschee-Vereins. Dennoch sei das Fasten auch in Pandemie-Zeiten wichtig. „Der Grundgedanke ist das Reinigen von Geist und Körper“, erklärt er. Das bleibe auch trotz der vielen Verzichte, die jeder durch Corona auf sich nehme, gleich.

Nachtgebet entfällt wegen der Ausgangsbeschränkungen

Am Abend, wenn die Sonne untergegangen ist, folgt das Fastenbrechen. Normalerweise kommen die Gläubigen dazu in der Moschee zusammen und beten gemeinsam. „Das Nachtgebet muss aufgrund der Ausgangsbeschränkung aber entfallen“, sagt Killik. Denn es beginnt gegen 21.25 Uhr, von 22 bis 5 Uhr gilt aber eine Ausgangssperre. „Daher wird daheim alleine oder mit der Familie gebetet“, so Killik.

Am Montag noch konnten 15 Gläubige mit Abstand in der Moschee zusammen beten. Auch das Freitagsgebet kann stattfinden. „Aber wir haben derzeit keine Vorbeter, das macht jetzt immer einer aus der Gemeinde.“ Denn die Vorbeter, die meist aus dem Ausland kamen, wurden sonst von den Gemeindemitgliedern nach Hause mitgenommen, um ihnen eine familiäre Atmosphäre bieten zu können. „Das können wir derzeit nicht machen“, so Killik.

Ende der Fastenzeit wird in den Familien gefeiert

Er kann aber der schwierigen Zeit auch Positives abgewinnen. „Was man vorher nicht so wertgeschätzt hat, sieht man jetzt mehr.“ So telefoniere er nun deutlich öfter mit seinen Geschwistern, „sonst haben wir nur ein- oder zweimal im Monat etwas voneinander gehört“.

Wenn nach vier Wochen die Fastenzeit der Muslime endet, wird ein großes Fest gefeiert. Wie das dieses Jahr laufen wird, weiß Killik noch nicht. „Vergangenes Jahr haben wir eine bestimmte Anzahl an Plätzen markiert und die Anzahl publik gemacht.“ Als alle belegt waren, wurden die Türen geschlossen. So ähnlich könnte es dieses Jahr wieder laufen. „Wir haben das Glück, dass wir das Gebet an diesem Tag wohl trotz Ausgangsbeschränkungen abhalten können“, so Killik. Denn dieses beginne gegen 6.20 Uhr, die Ausgangssperren gelten derzeit bis 5 Uhr morgens. „Bei dem gemeinsamen Gebet werden wir uns ein schönes Fest wünschen. Und dann geht jeder zu seiner Familie, um dort zu feiern.“

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