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In den Startlöchern: Karin Schmidbaur freut sich, wieder alle Mitglieder in ihrem Tölzer Studio „Works Fitness und EMS-Training“ begrüßen zu dürfen. 

Nach der Zwangspause

Ran an den Corona-Speck: Viele Fitness-Studios im Tölzer Land machen heute wieder auf

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Trainieren, schwitzen, Gewichte stemmen: All das hat vielen Menschen seit Schließung der Fitness-Studios gefehlt. Ab heute dürfen sich die Sportbegeisterten wieder an Hantelbank und Stepper auspowern.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Viele Betreiber der Studios sind erleichtert. Dennoch gilt es einiges zu beachten.

Regina Demleitner vom „Vitarea“ Bad Heilbrunn hat schon vor dem Wochenende alles vorbereitet. „Unser Studio hat 400 Quadratmeter Trainingsfläche, daher haben wir fast nichts umstellen müssen“, erklärt sie. Neben dem individuellen Gerätetraining darf sie auch Gruppenkurse anbieten. „Jeder Teilnehmer hat dann zehn Quadratmeter Platz um sich herum“, erklärt sie. Während der gesamten Öffnungszeit stehe ab sofort ein Trainer auf der Fläche, um auf die Einhaltung der Hygienevorschriften zu achten. Für Mitglieder, die zur Risikogruppe gehören, gibt es nachmittags separate Trainingszeiten. Dann dürfen maximal 15 Menschen im Studio sein.

Duschen, Wellness-Bereich, Schwimmbecken und Umkleiden müssen vorerst noch geschlossen bleiben. „Dass alle in eine Schublade gesteckt werden, kann ich nicht verstehen“, klagt Demleitner. „Schließlich haben wir auch in den Dusch- und Umkleidebereichen eine gute Lüftungsanlage.“

Auch das Tölzer Gymnastikstudio „G’sund“ sperrt an diesem Montag wieder die Türen auf. Inhaberin Martina Probst-Hoch erklärt: „Seit Freitag konnten sich unsere Mitglieder telefonisch für die Trainingseinheiten anmelden, momentan kann jeder zweimal die Woche bei unserem Angebot mitmachen.“ Diese Vorgehensweise würde von ihren Kunden „gut angenommen“. Für diejenigen, die sich noch nicht ins Studio trauen, hat Probst-Hoch weiterhin ein Online-Angebot. Froh ist die Unternehmerin vor allem darüber, dass „wir durch die Corona-Schließung bisher keine Kündigung bekommen haben“. Pro Einheit können elf Teilnehmer kommen. Danach wird das Studio für zehn Minuten gelüftet. Dennoch ist sich die Inhaberin sicher: „Die gewohnte Gemütlichkeit ist erst mal dahin. Wir mussten zum Beispiel alle Sitzbänke wegstellen.“

Auch beim „Works Fitness und EMS-Training“ in Bad Tölz kann wieder regulär trainiert werden. Inhaberin Karin Schmidbaur hatte sich schon länger auf den großen tag vorbereitet. Das Elektrostimulations-Training (EMS) „durften wir bereits vor zwei Wochen anbieten, daher steht unser Hygieneplan schon länger“, sagt sie. „Für Gruppenfitness kann man mit den staatlichen Auflagen wirklich gut leben“, findet sie. „Bei mir könnten pro Gruppe sogar 20 Mitglieder trainieren. Da gibt es also keine große Veränderung.“

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Beim Tölzer Reha-Sport geht’s ebenfalls wieder los. Leiter Björn Oltner erklärt: „Es kann leider nicht wie gehabt jeder kommen, wann er will, sondern wir haben jetzt feste Trainingszeiten.“ An jedem Treffen können maximal zehn Mitglieder teilnehmen. „Wir mussten viel umstellen und haben die Geräte neu geordnet.“

Weniger euphorisch ist Karl Hirsch, Inhaber des gleichnamigen Sportstudios in Tölz. „Wir machen am 8. Juni nicht auf“, sagt er. „Für uns ist die Situation noch schlimmer als für Gastronomen.“ Zur Begründung führt Hirsch an: „Wir sind ein gesundheitsorientiertes Studio, wir bieten viel Betreuung und haben daher sehr hohe Personalkosten.“

Eine Eröffnung unter den Auflagen in Kombination mit den Fixkosten und dem Wegfall der Beiträge der vergangenen Wochen rentiere sich wirtschaftlich nicht. „Dazu haben wir viele ältere Mitglieder, die zur Risikogruppe gehören“, sagt Hirsch. „Ich denke, dass einige unter den aktuellen Bestimmungen keinen Spaß am Trainieren haben.“ Zudem wisse er nicht, welche Beiträge er jetzt verlangen solle, da Angebote wie Wellness oder Duschen wegfallen. Hirsch wünscht sich weitere Lockerungen. „Ich hoffe, dass wir Ende Juni auch eröffnen können.“

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Das Tölzer Kampfsport-Studio Siam Gym nimmt den Betrieb auch noch nicht in vollem Umfang auf: Beim Boxen ergibt ein Abstand von 1,50 Metern keinen Sinn. Inhaber Emanuel Globisch hat sich aber etwas einfallen lassen: „Wir bieten täglich eine Trainingseinheit für Ausdauer oder Technik an“, erklärt er. „Nach der langen Pause ist es gut, bei den technischen Feinheiten von vorne anzufangen und fit zu werden.“ Für die heutige Eröffnung hat Globisch im Studio einiges umgestellt, etwa den Abstand zwischen den Boxsäcken vergrößert. „Wenn es gut angenommen wird, würden wir das Angebot aufstocken.“

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