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Rauchmelder sind seit Anfang des Jahres Pflicht in allen Wohnräumen. 

Zufriedene Feuerwehren

Rauchmelder-Pflicht: „Bürger sind aufgeschlossen“

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Seit dem 1. Januar sind Rauchmelder nicht nur in Neubauten, sondern auch in Altbauten Pflicht. Die Bereitschaft, sie zu montieren, ist relativ groß, berichten Feuerwehren und Hausverwaltungen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Bayern ist eines der letzten Bundesländer, in denen die Rauchmelder-Pflicht in Wohnräumen eingeführt wurde. Zum Vergleich: In der Hansestadt Hamburg gilt dies schon seit zehn Jahren. Die örtlichen Feuerwehren im Tölzer Land sind froh, dass die Pflicht nun auch hierzulande greift: „Rauchmelder sind Lebensretter“, sagt Wolfgang Stahl, Kommandant der Tölzer Feuerwehr.

Nicht erst seit Januar, sondern schon in den vergangenen Monaten haben Rauchmelder größere Brände verhindert. Der „Klassiker“ ist vergessenes Essen auf dem Küchenherd, wie vergangene Woche an der Auguste-Wittig-Straße in Bad Tölz (wir berichteten). Ähnliche Fälle gab es 2017 in Bichl und Lenggries. „Rauchmelder sind wirklich sinnvoll“, sagt Hans Willibald, Kommandant in Lenggries.

Viele Bürger verwechseln jedoch Rauchmelder mit Brandmeldeanlagen, berichtet der Tölzer Kommandant Wolfgang Stahl. Brandmeldeanlagen sind Anlagen, die zum Beispiel in Gewerbebetrieben oder Seniorenheimen eingesetzt werden. Löst eine Brandmeldeanlage aus, wird das automatisch an die Integrierte Leitstelle (ILS) in Weilheim gemeldet, und die Feuerwehr rückt aus. Anders bei einem heimischen Rauchmelder: Dieser ist nicht mit der Rettungsleitstelle verbunden. Er piepst so lange, bis ihn jemand ausstellt beziehungsweise auf ihn aufmerksam wird – zum Beispiel der Nachbar, der Rauch aus einer Küche quellen sieht und die Rettungskräfte alarmiert.

Anrufer muss nicht für den Einsatz zahlen

Ganz wichtig: Wenn die Feuerwehr gerufen wird und diese dann feststellt, dass alles in Ordnung ist, muss der Anrufer nicht für den Einsatz zahlen. „Dieses Gerücht kursiert leider“, sagt Stahl.

Die Anzahl von Fehlalarmen durch Rauchmelder hat sich seit Januar im südlichen Landkreis nicht signifikant erhöht, berichten die Feuerwehren aus Tölz, Lenggries, Kochel, Bichl und Sachsenkam. Und wenn, sagt der Tölzer Kommandant Stahl, „dürfen wir uns deshalb nicht beschweren: Aus Feuerwehr-Sicht sind Rauchmelder sehr sinnvoll.“

„Die Menschen sind aufgeschlossen und rüsten nach“, berichtet der Sachsenkamer Kommandant Josef Baumgartner. Das bestätigen auch Hausverwaltungen. „In den Wohnanlagen wurde gemeinschaftlich beschlossen, die Rauchmelder anzubringen und warten zu lassen“, sagt Helmut Funk von der gleichnamigen Hausverwaltung in Tölz. Sie betreut 33 Anlagen im Raum Tölz und Waakirchen. Vereinzelt, sagt Funk, „gab es Diskussionen, aber prinzipiell war das Einsehen da“. Ähnlich äußert sich Michael Lindmair vom Immobilienbüro Engel & Völkers. „Die Vermieter haben den Sinn nicht in Frage gestellt.“

Feuerwehren rechnen mit Anstieg von Fehlalarmen

Auch wenn die Zahl der Fehlalarme derzeit äußerst niedrig ist, gehen alle Feuerwehren davon aus, dass diese Zahl steigen wird – dann nämlich, wenn in einigen Jahren zum Beispiel die Batterie schwach wird oder das Gerät verstaubt. Das zeigen Erfahrungen aus anderen Bundesländern. „Wir hoffen, dass bei steigenden Fehlalarmen nicht die Moral der Ehrenamtlichen zum Ausrücken leidet“, sagt Kommandant Willibald aus Lenggries.

Vereinzelt dachten Bürger, die Feuerwehr komme zu ihnen nach Hause und montiere die Rauchmelder. „Dem ist natürlich nicht so“, sagt Kommandant Hermann Spanner aus Bichl. Die Feuerwehr sei auch nicht für die Kontrolle zuständig. „Darum muss sich jeder selbst kümmern.“

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