1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Streiter für psychisch erkrankte Menschen

Erstellt:

Kommentare

Farbenfrohe Würdigung: Bei der Jubiläumsfeier von ReAL Isarwinkel enthüllten (v. re.) Jule und Eva-Marie Torhorst ein Werk des Malers Jan Muche (2. v. li.) mit dem Konterfei des Unternehmensgründers Arnold Torhorst (li.).
Farbenfrohe Würdigung: Bei der Jubiläumsfeier von ReAL Isarwinkel enthüllten (v. re.) Jule und Eva-Marie Torhorst ein Werk des Malers Jan Muche (2. v. li.) mit dem Konterfei des Unternehmensgründers Arnold Torhorst (li.). © Arndt Pröhl

Vor 25 Jahren gründete Arnold Torhorst im alten Krankenhaus an der Osterleite das Unternehmen ReAL Isarwinkel. Was mit 15 Mitarbeitern und 20 Patienten begann, ist heute ein freigemeinnütziges Unternehmen, das 280 Menschen beschäftigt und knapp 500 Plätze für Klienten in ambulanter und stationärer Rehabilitation bietet.

Bad Tölz – Bei einer kleinen Feierstunde blickten nun Torhorst und seine Tochter und Mitgeschäftsführerin Eva-Marie auf 25 Jahre Arbeit im Dienste der Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen zurück.

In seinem Grußwort zum Auftakt der Feierstunde bemühte 3. Landrat Klaus Koch einen tierischen Vergleich. „Herr Torhorst, Sie sind wie ein Ackergaul, der die Brache bewirtschaftet.“ Damit spielte Koch zum einen darauf an, dass Torhorst aus dem siechenden alten Krankenhaus eine „blühende Wiese“ gemacht habe, und zum anderen meinte er damit auch Torhorsts nicht enden wollenden Einsatz für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

25 Jahre Arbeit im Dienste der Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner lobte vor allem den Unternehmergeist des Psychiaters. „Sie hatten keine Blaupause, als Sie begannen, und haben einen Konzern mit vielen Handlungsfeldern geschaffen.“ Er habe bei Null angefangen und biete jetzt fast 300 Menschen Arbeit. Dabei finde er es faszinierend, dass Torhorst „das Beste aus jedem herausholt, auch unternehmerisch“, so der Bürgermeister.

Lesen Sie auch: Coronavirus bedroht auch die Psyche

Für Prof. Egon Endres von der Katholischen Stiftungshochschule München liegt eine von Torhorsts großen Fähigkeiten im Netzwerken. Er bringe zusammen, was sonst kaum zusammen käme. Er kenne den Psychiater Torhorst und dessen Unternehmen nun schon seit vielen Jahren, so Endres: „Sie bleiben immer in Beziehung, und Achtsamkeit, Wertschätzung und Empathie werden bei Ihnen gelebt.“.

Laudatio von Dr. Sybille Hornung-Knobel

Die Laudatio zum Jubiläum hielt Dr. Sybille Hornung-Knobel, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie langjährige Wegbegleiterin von Arnold Torhorst. Sie blickte in die Anfänge der Sozialpsychiatrie zurück und betonte Torhorsts Verdienste in diesem Bereich: „Dich, lieber Arnold, kann man zweifelsohne als Pionier der ersten Stunde bezeichnen, der die Bedeutung der ambulanten und stationären Rehabilitation für unsere psychisch kranken Menschen erkannte, und auch aktiv und fortschrittlich Reformen vorantrieb.“

„Würde alles noch einmal so machen“ 

Die Frage, ober er nach 25 Jahren ReAL Isarwinkel alles noch einmal so machen würde, beantwortet Torhorst mit einem klaren Ja. „Ich habe immer den individuellen Bedarf meiner Klienten und von deren Angehörigen gesehen. Das ist es, was ich mache.“ Es gebe einfach ein Menschenrecht auf Gleichbehandlung von Personen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen. Froh sei er derweil über die Unterstützung seiner Tochter, mit der er sich seit drei Jahren die Geschäftsführung teilt: „Seit sie da ist, ist es für mich vieles leichter geworden.“

Lesen Sie auch: Tölzer Hütte: Bürgschaft spart viel Geld 

Für Eva-Marie Torhorst sind 25 Jahre ReAL Isarwinkel vor allem ein „Meilenstein der Sozialpsychiatrie und Inklusion“. Man schaffe hier Chancen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Die Eingliederungserfolge des Unternehmens seien enorm, erklärt die Geschäftsführerin.

(Arndt Pröhl) 

Lesen Sie auch: Corona - ein Härtest für Familien und das Tölzer Jugendamt

Auch interessant

Kommentare