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Vater-Tochter-Gespann: Eva-Marie und Dr. Arnold Torhorst teilen sich die Geschäftsführung der ReAL GmbH. 

Arnold Torhorst bereitet Rückzug vor

ReAl-Verbund: Generationenwechsel in Planung

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In den von Psychiater und Sozialunternehmer Dr. Arnold Torhorst aufgebauten Tölzer ReAl-Verbund steigt nun dessen Tochter Eva-Marie Torhorst ein.

Bad Tölz – Einen Familienbetrieb an die nächste Generation zu übergeben, ist nicht leicht. Beim ReAL-Verbund scheint es zu funktionieren. Dr. Arnold Torhorst (69) möchte sich langsam aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Zur Vorbereitung partizipiert seine Tochter Eva-Marie Torhorst (41) seit Anfang des Jahres offiziell in der Geschäftsführung. Mit einhergehen Änderungen, die am Montag bei einem Pressegespräch erläutert wurden.

Bisher gab es vier Gesellschaften – GRG, IWW, GTG und CIPP –, die seit November als ReAL GmbH zusammengefasst sind. Die Geschäftsführung dieser GmbH teilt sich das Vater-Tochter-Gespann. Zuvor waren Arnold Torhorst und seine Frau Gesellschafter. Künftig ist das die neue ReAL-Holding-Aktiengesellschaft. Deren Aktionär und Vorstand ist Arnold Torhorst.

„Die Aktiengesellschaft und die Geschäftsführung haben eigentlich unterschiedliche Interessen“, gesteht er. Seine Doppelfunktion wird er aber nicht langfristig haben. „Mein Vater wird sich schrittweise zurückziehen“, so Eva-Marie Torhorst. Die Übergangsphase soll bis zu drei Jahre dauern, vielleicht kürzer. Das Vater-Tochter-Gespann probiert die Zusammenarbeit bereits seit April 2016. „Das funktioniert gut“, sagt Eva-Marie Torhorst.

Sie habe die 14 Standorte kennengelernt und viele der insgesamt 220 Mitarbeiter. Sie und ihr Vater setzen auf eine „natürliche Findung der Aufgabenverteilung“. So habe es sich ergeben, dass sich Eva-Marie Torhorst um das operative Geschäft kümmere. Arnold Torhorst setze den Schwerpunkt auf das Medizinische. Für seine Praxis sucht der Psychiater jemanden, der mit einsteigt.

Eva-Marie Torhorst hat ein Wirtschaftsstudium absolviert und zehn Jahre in der Politikberatung für die Bayerische Landesregierung im Gesundheits- und Sozialwesen gearbeitet. „Ich wechsle die Perspektive, aber nicht das Feld“, sagt die 41-Jährige. Ihre drei Geschwister und ihre Mutter würden die Vorgehensweise unterstützen.

Die Einrichtungen des ReAL-Verbunds unterstützen Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Im Oktober wurde eine neue Einrichtung in München eröffnet. Arnold Torhorst hat das operative Geschäft im Dezember 1995 begonnen. Das Vater-Tochter-Gespann möchte das Augenmerk nun auf die Attraktivität als Arbeitgeber legen und setzt auf Transparenz sowie Partizipation. ReAL sucht aktuell Sozialpädagogen und Krankenpfleger.  sw

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