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Tupfer in den Mund, an der Innenseite der Wange entlangstreifen, fertig: Die Schülerin Alexandra Wenngatz (22) mit Lehrerin Anette Most bei der Typisierung. „Das ist super simpel“, sagte Wenngatz.

Knochenmarkspenderdatei

Registrierung für die letzte Rettung

Bad Tölz – Die Konstellation hatte was von einem Speed-Dating. Doch die kleinen Tische, an denen sich jeweils zwei Leute gegenüber saßen, waren nicht zum Flirten da – sondern um weltweit Leben zu retten.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) war am Mittwoch zu Gast in der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in Bad Tölz. Alexander Renz, der sein Büro in Tübingen hat, tingelt mit Abstrichtupfern und Personalbögen durch Süddeutschland, um potenzielle Spender zu finden. „Wir brauchen möglichst viele Menschen für unsere Datei. Denn die Chance, den gleichen Typ zu erwischen, liegt bei 1:20 000“, erklärte Renz den Schülern. Es ist die Suche nach übereinstimmenden Gewebemerkmalen, von denen Medizinern über 13 000 bekannt sind. Wer an Leukämie, auch Blutkrebs genannt, erkrankt ist, muss darauf hoffen, dass ein anderer Mensch auf der Welt die richtigen Stammzellen für ihn hat. „Das ist eine letzte Option, die es nur bei dieser Art von Krebs gibt“, sagte Renz.

Zur Typisierung standen die Schüler der Tölzer FOS/BOS am Mittwochvormittag Schlange. Mindestens 17 Jahre alt und über 50 Kilogramm schwer müssen die potenziellen Spender sein. Das eigentliche Prozedere war kurz: Tupfer in den Mund, zweimal ordentlich an der Innenseite der Wange entlangstreifen, Personalien dalassen, fertig. „Das ist super simpel, für mich ist das ganz klar, dass ich mich da zur Verfügung stellte“, sagte Alexandra Wenngatz (22), die die 13. Klasse des FOS-Wirtschaftszweigs besucht. Ihre Gewebemerkmal-Kombination ist nun in der DKMS-Datei registriert – und kann in allen Ecken der Erde abgerufen werden. Wegen der geringen Übereinstimmungen ist eine weltweite Vernetzung laut Renz unabdingbar.

Zufrieden mit dem Verlauf des Tages war Holger Macht. Der Deutschlehrer und Leiter des Tölzer Telekollegs hatte sich an seine eigene Knochenmarkspende vor 25 Jahren erinnert – und nun die Aktion an der Schule organisiert. Schon im Vorfeld habe man die Schüler mit Infomaterial versorgt und mit Videos in den Pausen auf das Thema vorbereitet. Macht: „Da hat keiner Blödsinn gemacht. Es kamen sofort interessierte Fragen.“

Tobias Gmach

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