Die Reisebüros verzeichnen einen Trend: Wer jetzt überhaupt bucht, fährt gerne an die Ost- und Nordsee. 
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Die Reisebüros verzeichnen einen Trend: Wer jetzt überhaupt bucht, fährt gerne an die Ost- und Nordsee. 

Ferien während Corona 

Lieber nach Sylt als ans Mittelmeer?

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Mit den Pfingstferien hat eine der beliebtesten Urlaubszeiten begonnen. Doch die Corona-Beschränkungen haben dem Fernweh einiger Menschen kein Ende gemacht.

Bad Tölz – Viele Ziele in der Ferne sind derzeit unerreichbar. Doch gereist wird trotzdem – das merken auch die Tölzer Reisebüros. Viele Kunden präferieren momentan als Reiseziel die deutsche Ost- und Nordseeküste.

„Sehr viele haben in den letzten Tagen Sylt gebucht“, sagt Andrea Schuster, Büroleiterin vom TUI-Reisecenter in der Lenggrieser Straße. Das hat bereits Folgen: „Die meisten Hotels an den deutschen Ständen sind teurer geworden. Das merken die Kunden natürlich auch.“ Manche Tölzer zieht es aber auch in den Süden – sobald das wieder möglich ist. „Einige fahren nach Südtirol, alles, was mit dem Auto erreichbar ist, ist gerade gefragt“, berichtet Schuster.

Autoreisen sehr gefragt 

Ein Problem mit Auslandsreisen, die weiter weg führen, ist laut der Tourismuskauffrau, dass „momentan vieles noch ungewiss ist. Man weiß nicht, welche Flieger wieder regulär starten werden und auch nicht, welche Hotels überhaupt wieder aufmachen“, erklärt sie. Dennoch würden einige für die Herbstmonate schon buchen. „Vor allem Griechenland und Spanien sind ab September sehr gefragt.“ Viele würden sich aber erst einmal nur informieren. Für die Monate Juli und August gebe es bisher erst wenig verbindliche Buchungen. „Mit Blick auf die Sommerferien besteht das Problem, dass viele Hotels schon lange ausgebucht sind, jetzt aber nur noch 60 Prozent der Zimmer belegen dürfen. Wie das gelöst wird, weiß ich auch noch nicht“, erklärt Schuster.

Dass der Trend zum Urlaub daheim geht – diese Erfahrungen macht momentan auch Anna Maria Scheitterer, die Geschäftsführerin vom AS-Reisecenter in Bad Tölz. „Wenn jemand Urlaub bucht, dann innerhalb von Deutschland. Meistens geht es in Richtung Norden an die Küste. Aber auch das hält sich aktuell noch in Grenzen“, sagt sie. Scheitterer hat bemerkt, dass viele nun lieber im Herbst als in den Pfingstferien verreisen würden. Für die Monate September und Oktober hat sie beispielsweise schon einige Anfragen für Flusskreuzfahrten in Deutschland und Reisen ans Mittelmeer.

Viele Auslands-Buchungen für die Herbstmonate 

Insgesamt stecke die Branche in einer „enorm schwierigen Lage“, sagt die Geschäftsführerin. Aber auch für die Kunden sei die Ungewissheit, ob ihre gebuchte Reise stattfinden kann oder nicht, schwierig. „Ich bin sehr froh, dass unsere Kunden so verständnisvoll sind“, betont Scheitterer.

Busreisen nur in eingeschränktem Umfang möglich 

Nikolaus Würmsee, Inhaber des Tölzer Reisebüros Schöfmann, hat bisher nur „sehr vereinzelt“ Buchungen für die kommenden Monate entgegengenommen, wie er auf Anfrage berichtet. Er ist auf Busreisen spezialisiert. „Das ist unser Hauptgeschäft. Wir führen zwar auch Buchungen für Hotels oder Flugreisen durch, aber eher selten“, berichtet er. Busreisen sind – in sehr eingeschränktem Umfang – ab diesem Samstag wieder möglich. Die wenigen Buchungen, die bisher bei Würmseer eingegangen sind, seien alle für Ziele innerhalb Deutschlands gewesen, berichtet er. Städtereisen wie etwa nach Berlin oder Hamburg würden sich laut Würmsee aktuell aber keiner besonderen Beliebtheit erfreuen. „Dazu sind die Einschränkungen, was das kulturelle Angebot betrifft, noch zu stark“, sagt er.

Grundsätzlich falle ihm auf, dass viele Menschen noch übervorsichtig sind, was das Verreisen betrifft. Würmseer: „Wir hängen da nach wie vor noch ziemlich in der Luft.“

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