+
Noch ganz relaxed kurz vor dem Auftritt: (v. li.) Sänger Kamill Müller, Geiger Florian Starflinger, Bassist Korbinian Kugler und Schlagzeuger Jan-Philipp Wiesmann.

Neues Album vorgestellt

Der Rhythmus, bei dem man mit muss: „Django3000“ begeistern im Kurhaus die Fans

„Django4000“ heißt das neue Album der Gypsy-Rocker aus dem Chiemgau. Dem Tölzer Publikum hat‘s ziemlich gut gefallen.

Bad Tölz – Bei ihrer dicht getakteten neuen Tournee legten „Django 3000“ zwischen zwei Auftritten in Landshut und in Nürnberg einen Stopp in Bad Tölz ein und brachten mit ihrer interkulturellen, friedlich-ausgelassenen Balkan-Party das altehrwürdige Kurhaus zum Beben. Rund 400 Fans bekamen zwei Stunden lang mitreißende, rockige Rhythmen auf die Ohren, viele von ihnen tanzten vor der Bühne und verausgabten sich dabei kaum weniger als ihre Idole auf der Bühne.

Durch die meistens Django-Songs zieht sich ein stampfend gleichförmiger Rhythmus, den der klassisch ausgebildete Florian Starflinger auf seiner uralten Galozzo-Violine stilbildend mit gefühlig melancholischen Melodien und einem sentimentalen Vibrato virtuos umspielt. Hauptsache wild und unangepasst – die Djangos machen eine Musik mit einer Mischung aus tanzbarer traditioneller Volksmusik und Gipsy-Musik der andalusischen Gitanos und osteuropäischen Roma. Auch Schlagzeuger Jan-Philipp Wiesmann und Bassist Korbinian Kugler steuern dazu immer wieder packende und mitreißend brillante Soli bei.

Wie ein furioser Gewittersturm gehen die dröhnenden Klänge und die grelle Lichtshow über der Fangemeinde nieder, weshalb man die feinsinnigen, einfühlsamen Texte der Songs von der neuen CD „Django4000“ kaum richtig verstehen kann. Kamil Müller singt mit seinem rauen und kraftstrotzenden Slowako-Bayerisch vom alles beherrschenden Materialismus: „I bin da Gold Digger, i bin da Bandit, i bin das Gangsta, der Lambada überm Gottesacker danzt.“ Oder er singt vom zunehmenden Hass in der Gesellschaft: „Jeder moant, er macht es besser, kritisiert und schleift sei’ Messer.“ Oder vom empathielosen, zerstörerischen Umgang miteinander: „Du ziehst mich ab wie Leder vom lebendigen Leib. Stichst in Vodoo-Puppen rein, nur zum Zeitvertreib.“

Lesen Sie auch: Streit in Mehrfamilienhaus in Reichersbeuern eskaliert: Mehrere Verletzte

Dann singt der Slowake, der in Bayern seine Heimat und ausgerechnet im bairischen Dialekt seine Sprache gefunden hat, auf seine Weise von der Heimat, die heute oft so ganz unterschiedlich verstanden und auch fahrlässig umgedeutet wird: „Wo die Berg san oder nur a eben’s Feld. Wo die Freind san, da is aa dei Herz. Du spürst as Leben, spürst an Schmerz. Des is dei Dahoam, das sich Heimat nennt.“ Und dann natürlich auch noch der „Heidi“-Song. Europa könnte viel einfacher sein, wenn es nach den Kulturschaffenden ginge.

Martinshorn missachtet: Polizeiwagen erfasst Radfahrer (23) frontal - schwer verletzt

Eindrucksvoll und nicht weniger laut und wild präsentierte sich auch die Vorgruppe: die Beatgang „Dis M“, die ihre Wurzeln in einer Chiemgauer Großfamilie hat. Mit einer Musik von ihrer Heimat und den Menschen, von ihren Bergen von der Kampenwand bis zum Großglockner stimmten die Cousins Tobi und Elias Mühlstetter das Publikum auf eine gut zueinander passende Weise auf Django 3000 ein.  (Rainer Bannier)

Mit Sommerreifen auf schneeglatter Fahrbahn unterwegs

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Feuerwehr Greiling fühlt sich im neuen Gerätehaus schon zuhause
Die Freiwillige Feuerwehr Greiling hat ihr neues Gerätehaus bezogen. Die Einweihungsfeier ist im Juni geplant.
Feuerwehr Greiling fühlt sich im neuen Gerätehaus schon zuhause
Design-Award in Gold für Holzliege aus der Jachenau
Georg Wasensteiner aus Jachenau hat in Frankfurt den „German Design Award“ entgegengenommen.
Design-Award in Gold für Holzliege aus der Jachenau
Helden in der Winterluft: Erinnerungen an die legendäre Skisprungschanze in Benediktbeuern
Heute wie damals ist Skispringen die Königsdisziplin im Wintersport. Die Springer, die mutig eine steile Schanze hinabfahren, gelten als Helden. Benediktbeuern war einst …
Helden in der Winterluft: Erinnerungen an die legendäre Skisprungschanze in Benediktbeuern
Kloster Reutberg fällt mit Kündigung auf die Nase
Vor dem Arbeitsgericht in Holzkirchen hat die Landwirtschaftsmeisterin des Klosters Reutberg, eine ehemalige Nonne, jetzt Recht bekommen. Zu einer Einigung mit der …
Kloster Reutberg fällt mit Kündigung auf die Nase

Kommentare