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Auf der Isar sind immer mehr Boote unterwegs. Für die einen ist es das pure Vergnügen, für die anderen ei n Ärgernis.

Kommt die Isar-Verordnung?

Riesige Resonanz auf Bootfahr-Umfrage: Und jetzt?

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Die Beteiligung ist überwältigend: 2850 ausgefüllte Fragebögen sind zum Thema Bootfahren auf der Isar beim Landratsamt eingegangen. Das Meinungsbild soll in die Überlegungen einfließen, ob eine Isar-Verordnung erlassen wird. Eins zeichnet sich ab: Bis zur Saison 2018 wird ein solches Regelwerk noch nicht in Kraft sein.

Bad Tölz-Wolfratshausen Das Bootfahren auf der Isar wird an schönen Sommertagen immer mehr zum Massenvergnügen. Gleichzeitig steigen die Klagen von Anwohnern und Naturschützern, und für die Rettungskräfte häufen sich die riskanten Einsätze. In Situationen, in denen das Landratsamt zum Beispiel wegen Hochwassergefahr das Bootfahren untersagt – wie es vergangenen Sommer passierte – ist ebenfalls Ärger programmiert. Deswegen laufen aktuell Überlegungen, per Verordnung klare Regeln für Bootfahrer aufzustellen.

Wie berichtet hatte das Landratsamt zuletzt die Bürger nach ihrer Meinung gefragt, ob und gegebenenfalls welche Einschränkungen erlassen werden sollten. Die Ergebnisse der Umfrage sollen miteinfließen, wenn das Landratsamt kommendes Jahr das entsprechende Regelwerk ausarbeitet.

Die Resonanz war riesig, 2850 Fragebögen gingen ein. „All das auszuwerten, das wird jetzt noch ein bisschen dauern“, erklärt Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer auf Anfrage. Das ist arbeitsaufwendig, da die Teilnehmer nicht nur „Ja“ und „Nein“ ankreuzen, sondern auch Anmerkungen dazuschreiben konnten. Und die würden nun alle gelesen.

Auf dem Fragebogen wurden die Teilnehmer gefragt, was sie von bestimmten Vorschlägen halten. Soll etwa das Bootfahren auf der Isar bei Hochwasser oder während der Brutzeit bestimmter Vogelarten verboten werden? Wäre es sinnvoll, ein absolutes Alkoholverbot einzuführen oder das Mitführen von Glasflaschen zu untersagen? Plädieren die Bürger für eine Schwimmwestenpflicht für Kinder oder für alle Bootinsassen? Und müsste man vorschreiben, dass nur strömungsfähige Boote auf die Isar dürfen?

Bevor alle Fragebögen ausgewertet sind, will das Landratsamt noch keine Angaben über etwaige Tendenzen machen. „Auf jeden Fall ist ein breites Meinungsspektrum vertreten“, sagt Peischer. Beteiligt hätten sich ganz unterschiedliche Personengruppen: „Das reicht vom interessierten Bürger über Bootfahrer, Fischereiverbände, kommerzielle Veranstalter bis hin zu Naturschützern und Umweltverbänden.“ Dass die Beteiligung so rege ist, das sei schon einmal „positiv zu bewerten“, sagt die Behördensprecherin.

Bis 16. Oktober hatten Interessierte die Möglichkeit, die Fragebögen im Internet herunterzuladen und ausgefüllt einzusenden. Seither arbeiten die Sachgebiete Umwelt und Wasserrecht zusammen, um die Antworten zu sichten. Man habe sich vorgenommen, diese Arbeit bis Ende des Jahres abzuschließen, erklärt Peischer, so dass Anfang 2018 „belastbare Ergebnisse“ vorliegen.

Diese sollen dann mit einer Wissenssammlung zusammengeführt werden, für die das Landratsamt diverse Fachbehörden konsultiert habe, wie beispielsweise die Fischereiberatung des Bezirks Oberbayern oder das Wasserwirtschaftsamt. Bürgermeinung sowie Daten und Fakten aus Expertensicht sollen dann gemeinsam die Basis für das weitere Vorgehen bilden.

„Falls sich abzeichnet, dass eine Verordnung überhaupt sinnvoll ist, dann könnte das Verfahren dazu im ersten Quartal 2018 beginnen“, skizziert Marlis Peischer den weiteren Fahrplan. Dieses Verfahren dauere dann „mindestens drei Monate“, möglicherweise auch länger. „Man geht deswegen davon aus, dass es in der nächsten Bootfahrsaison noch keine Verordnung geben wird.“

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