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Warm eingepackt in Mütze und Regenjacke inspiziert Rosmarie (3) mit Romy Ertl aus Gaißach Windspiele für den Garten.

Rosentage

Kalte Sophie trübt Kauflaune

Bad Tölz - Servatius, Bonifatius und Sophia: Die Tölzer Rosentage hatten ungebetene Gäste. Hartgesottene Besucher schlenderten trotzdem durch die Gärten am ehemaligen Franziskanerkloster. Und entdeckten nicht nur Rosen.

Der Mai wird oft als Wonnemonat bezeichnet. Von dieser Wonne konnte allerdings am vergangenen Wochenende nur stundenweise die Rede sein, denn pünktlich zu ihrem kalendarischen Auftritt zeigten die Eisheiligen den Tölzer Rosentagen und allen Gartenfreunden im wahrsten Sinne des Wortes die kalte Schulter. Dennoch war die Schau in den drei Gärten am ehemaligen Franziskanerkloster wieder Anziehungspunkt für viele Besucher aus nah und fern.

Dass die Verkaufsausstellung zu Pfingsten abgehalten wird, hat bereits Tradition. Und obwohl Pfingsten heuer jahreszeitlich sehr früh (und zeitgleich mit den Eisheiligen) im Kalender steht, waren viele der präsentierten Blumen und Pflanzen schon gut gediehen. So wie beispielsweise die vielen Rosensorten der Rosenschule Schultheis aus Bad Nauheim, deren üppige Blüten viele Blicke auf sich zogen.

Welche dieser prächtigen Schönheiten sind nun besonders gefragt? Ganz eindeutig die wuchsfreudigen Ramblerrosen, meinte der Chef des Verkaufsstandes und empfahl diese lange Zeit fast in Vergessenheit geratenen Arten zur Bepflanzung von Kletterbögen. „Denn während die üblichen Kletterrosen im unteren Bereich eher kahl werden und nur oben Blatt- und Blütenfülle entwickeln, bilden die Ramblerrosen schon von unten her buschige Zweige.“

Große Auswahl und Beratung gab es im Kreis der insgesamt rund 180 Aussteller auch für Liebhaber von Clematis, Orchideen, Bonsais oder Kräutern. Interessiert begutachtet wurden zudem kreative Schmuck- und Textilkollektionen sowie phantasievolle Deko-Artikel. Zu letzteren zählten auch die mit einer speziellen Carving-Motorsäge aus Holzklötzen herausgearbeiteten Stelen mit der Darstellung verschiedenster Motive, die bei den Rosentagen erstmals zu sehen waren.

Wer sich beim Rundgang über teils wohlweislich mit Rindenmulch oder Rasenteppichen ausgelegten Wegen gründlich umschaute, konnte dabei außerdem ein Pesto mit dem vielversprechenden Namen „Kraut gegen Dummheit“ entdecken – die Namensgebung sei mit einer persönlichen „Widmung“ verbunden, verriet der Anbieter.

Die mit unregelmäßiger Regelmäßigkeit einsetzenden Regenschauer beeinträchtigten allerdings unvermeidbar die ansonsten bekannte Wohlfühl-Atmosphäre der Ausstellung, die jetzt zum 17. Mal stattfand. „Und wer mit dem Schirm bewaffnet der ungemütlichen Witterung trotzen muss, ist nicht in Kauflaune“, stellten einvernehmlich einige Frauen fest, die mit einem Bus vom oberösterreichischen Schärding zum ersten Mal zu den Rosentagen nach Bad Tölz gekommen waren.

Erst nachdem die Sonne wieder Oberhand gewonnen hatte und das Gelände und das „tolle Sortiment“ zur Wirkung kommen ließ, hätten sie „noch ein paar schöne Sachen gekauft.“ So wie der Schärdinger Reisegruppe erging es wohl vielen anderen Besuchern auch, manche blieben lieber gleich zu Hause. Die Umsatzbilanz der Händler fiel jedenfalls weitgehend negativ aus.

Rosi Bauer

Rundgang über die Tölzer Rosentage

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