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Die Anbetung der Engel ist eine Szene, wie sie laut Siegfried Schmeller selten in einer Krippe zu sehen ist. Meist wird bei der Geburt Christi gleich die Anbetung der Hirten dargestellt. Dieses Foto entstand vor der Renovierung.

Nach jahrelanger Renovierung

Rückkehr der Altarkrippe 

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Es ist ein ganz besonderer Moment – nicht nur für die Mitglieder des Krippenvereins: Nach jahrelanger aufwendiger Renovierung wird die historische Altarkrippe ab Weihnachten wieder in der Tölzer Stadtpfarrkirche zu sehen sein.

Bad Tölz– Als 2001 mit den Arbeiten zur Restaurierung der Stadtpfarrkirche begonnen wurde, war klar: Auch an der Altarkrippe muss viel gemacht werden. Bei der Wiedereröffnung der Kirche 2011 war die Krippe noch längst nicht fertig – zu groß waren die Herausforderungen, die bewältigt werden mussten. Es ist vor allem der unermüdlichen Arbeit des Tölzer Krippenvereins und dem tüftlerischen Geschick von Siegfried Schmeller zu verdanken, dass die Krippe überhaupt erhalten werden konnte.

Die Geschichte der Krippe in der Kirche geht zurück bis ins Jahr 1823. Als 1866 der neugotische Flügelaltar errichtet wurde, ließ sich das Altarbild schreinartig öffnen, so dass man auf einen barocken „Bühnenraum“ mit gut drei Metern Breite und drei Metern Tiefe blicken konnte. Von Advent bis Fronleichnam wurden hier in einer Jahreskrippe biblische Ereignisse und Gleichnisse dargestellt.

Schwierige Aufgabe: Damit die rund 190 Jahre alten Figuren aus Lindenholz beweglich bleiben, entwickelte Siegfried Schmeller (rechts) ein Fixierungssystem aus Führungsschienen und Gurten. Dieses Bild zeigt die Vereinsmitglieder bei der Montagearbeit in der Werkstatt. 

Bis heute gibt es 16 Korpusse aus Lindenholz, die in der Zeit um 1823 gefertigt wurden. Auf diese, meist 1,30 Meter hohe und 15 Kilo schwere Körper kann man 23 handgeschnitze Köpfe setzen, hinzu kommen individuelle Hände und Füße. Einige der eindrucksvollen Arbeiten stammen von Anton Fröhlich (1770-1841), ein Bildhauer und Maler, der am Füße des Kalvarienbergs lebte. Heute ist die Fröhlichgasse nach ihm benannt.

Der Zahn der Zeit hatte beträchtlich an den Figuren genagt. „Alle waren bestoßen: an den Händen, Köpfen und Füßen“, berichtet Toni Reiserer, Schriftführer des Vereins. Kein Wunder: Die Figuren werden am Boden angeschraubt, um sie zu befestigen. Ein Problem waren zudem die beweglichen Gelenke, alle aus Lindenholz und rund 190 Jahre alt.

Andernorts würde man die Figuren ins Museum stellen, doch in Tölz sollten sie „lebendig“, sprich im Einsatz, bleiben und natürlich nach wie vor beweglich sein. Der Verein führte viele Diskussionen mit Ordinariat und dem Landesamt für Denkmalpflege, um die Figuren so gut wie möglich restaurieren zu können. Monika Schrönghamer, eine auf Holzplastiken spezialisierte Restauration aus der Nähe von Weilheim, nahm die Figuren schließlich zu sich. Sie wurden gefestigt und ausgefüllt, die Schäden retuschiert.

Doch es blieb das Problem mit der Beweglichkeit. Siegfried Schmeller, Ehrenvorsitzender des Krippenvereins und Betreuer der Jahreskrippe, überzeugte die Denkmalschützer schließlich mit einem von ihm entwickelten schonendem Fixierungssystem. Es besteht aus Führungsschienen und Gurten, die sich auch nach dem Aufstellen zur Korrektur noch verändern lassen: So kann zum Beispiel der Josef knien, ein Engel seine Hand heben oder ein Hirte den Stab halten. In mühevoller Kleinarbeit fertigten einige Mitglieder des Krippenvereins an jedem Korpus individuell dieses System. „Für so etwas gibt es keinen Handwerker“, sagt Schmeller lächelnd.

Doch auch Gewänder und Kulisse mussten begutachtet werden. Die Kulisse stammt ebenfalls aus der Anfangszeit der Krippe und wurde von Simon Quaglio gefertigt, damals ein angesehener Hofmaler in München. Die bis zu 15 Quadratmeter großen Rückwände wurden in der Kirche ausgelegt und aufgespannt. „Vorher waren sie immer eingerollt“, sagt Toni Reiserer. Jetzt wurden sie mit Hilfe der Firma Wiegerling in einem Krippenkasten punktgenau aufgehängt. „Einige Kulissen sind vorerst noch archiviert, sie werden später aufgehängt.“ Weniger Arbeit machten die Gewänder. Die Kleider sind im Prinzip in gutem Zustand. „Hier wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder etwas erneuert“, sagt Schmeller.

Blieb noch das Problem mit der Beleuchtung. Auch hier taten sich Hürden auf. Schmeller knüpfte Kontakte zu einer Firma, die auf Museen spezialisiert ist. Montiert wurden jetzt 19 Lampen, fernbedienbar und farblich steuerbar, von kalkweiß bis warmweiß. Zudem gibt es verschiedene Farben für die Hintergrundbeleuchtung.

Außer Schmeller und Reiserer arbeiten Vereinsvorstand Wolfgang Friedl sowie Manfred Dorfmeister und Paul Janßen zusammen mit Mesner Helmut Drexler an der Wiederaufstellung der Krippe. An Weihnachten kann man sie erstmals wieder sehen – und bestaunen. Weitere Darstellungen folgen im Laufe des Jahres. Insgesamt 20 verschiedene Darstellungen können gezeigt werden.

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