Der Musikkabarettist Erich Kogler will am 26. Juni in der Brauneckgemeinde Lenggries auftreten. 

Veranstalter sitzen in den Startlöchern

Rückkehr der Kultur: Erstes Konzert noch im Juni

Der Auftritt von Erich Kogler in Lenggries ist eine der ersten Kulturveranstaltungen im Landkreis nach der Corona-Pause. Andere Veranstalter halten sich noch zurück.

Bad Tölz-Wolfratshausen Nix Genaues weiß man noch nicht. Ab diesem Montag (15. Juni) dürfen die Bühnen wieder öffnen. Unklar ist indes noch, wie die genauen Verordnungen dazu lauten. Die Veranstalter der Bühnen im Tölzer Land sitzen in den Startlöchern und versuchen ihr Bestes, die Hygienekonzepte umzusetzen und mit Kreativität zumindest langsam wieder Schwung in das Kulturleben zu bekommen.

Wie Sabine Pfister vom Lenggrieser „KKK“ schreibt, geht es am 26. Juni mit einem Auftritt des Musikkabarettisten Erich Kogler im Arabella Brauneck Hotel los. „Wir können 50 Karten verkaufen, entweder für drinnen oder bei schönen Wetter für den Biergarten. Wir halten uns an alle Vorgaben und orientieren uns in der Planung am Konzept der Bundesregierung“, sagt die Kulturveranstalterin, die außerdem zwei, bereits ausverkaufte Veranstaltungen für „Kunst & Küche“ unter den neuen Corona-Bedingungen organisiert: Verkürzte Auftritte, keine Pause und der Mund-Nasen-Schutz für das Publikum. Kartenvorverkauf geht derzeit nur per Telefon oder Mail, denn es müssten im Vorfeld einige Dinge abgeklärt werden.

Erste Show im Kurhaus Bad Tölz steht erst im Oktober im Terminkalender

Tino Kellner, in dessen „Gasthaus“ auch immer wieder Bühnenauftritte stattfinden, hält sich bedeckt. „Wir haben jetzt sowieso Sommerpause und werden abwarten, wie es ab Mitte September mit den Auflagen aussieht“. Für ihn lohnt es sich nicht, sein Kellergewölbe für Veranstaltungen aufzusperren, „wenn dann nur 15 oder 20 Leute drin sein dürfen“, bedauert er.

Veranstalter Christian Gutmair hat die erste Show im Kurhaus erst ab Oktober im Terminkalender. Er muss abwarten, ob das gehen wird, ist auch immer noch mit der Abwicklung der Absagen seit März beschäftigt. Er sagt: „Wenn die Auflagen weiterhin so streng sind, nützt es nichts, dass die Bühne wieder offen ist. Mit 50 Gästen brauche ich im Kurhaus gar nicht erst anzufangen.“

Wolfgang Ramadan plant ein „Flanier-Theater“

Wolfgang Ramadan, Veranstalter der Reihe „Brotzeit & Spiele“, will mit zwei neuen Ideen zumindest einen Teil der ursprünglichen Abo-Events beibehalten. Er plant Auftritte im Freien. Einmal „Kabarett im Kurpark“ im Pavillon vor dem Kurhaus, zum anderen eine Art „Flanier-Theater“, ähnlich dem, was bereits bei „Pension Nirvana“ vor einigen Jahren großen Anklang gefunden hat. Beides muss aber zuerst vom Landratsamt genehmigt und geprüft werden, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Von Geldverdienen sei hier übrigens nicht die Rede, betont Ramadan, aber es soll auf jeden Fall weitergehen.

Eigentlich sollte es am 17. Juni mit einer Veranstaltung für „Stadt mit der besonderen Note“ weitergehen. Susanne Frey-Allgaier, Veranstaltungschefin der Tölzer Tourist-Info, kann aber noch nicht garantieren, dass die Umsetzung des Konzerts im Kleinen Kursaal wie geplant stattfinden kann. Auch sie wartet auf konkrete Angaben der Regierung.

Beim Kulturverein Lust hat Premier des neuen Theaterstücks Priorität

Der Beginn des Lockdowns hat beim Kulturverein „Lust“ die Premiere des neuen Theaterstücks vereitelt. Deshalb hat es Priorität, wenn es im September nach der Sommerpause weitergeht mit der kleinen Bühne in der „Alten Madlschule“.

Auch steht im Oktober wieder die Ausstellung der Aktmalgruppe an. Wie sie das Ganze gestalten wollen, weiß Vorsitzende Jeannette Stahlberg noch nicht. Wie überall müsse abgewartet werden, wie sich die Lage entwickelt. Stahlberg sieht die Situation aber einigermaßen entspannt. „Die Lust hat keine Not. Wir sind ein Verein und müssen damit nicht unser Geld verdienen. Wir können es uns leisten, kürzer zu treten.“  

Lesen Sie auch: Kulturveranstalter im Landkreis kämpfen um ihre Existenz

Ines Gokus

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