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Stellten das Programm des Themenmonats „60plus“ vor (v.l.): Karl Schambeck, Vorsitzender des Kreisbildungswerks, Projektbetreuerin Birgit Götz und Referentin und Privatbiographin Dagmar Walter.

Veranstaltungsreihe

Ruhestand: Und dann? So gelingt das Älterwerden

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Der Themenmonat „60plus“ des Kreisbildungswerks soll zum Reflektieren über die Zeit nach dem Arbeitsleben anregen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wer älter wird, vergisst schneller, ist langsamer beim Tennis und kriegt Falten. Dagmar Walter, 58 Jahre alt und Privatbiographin, kämpft gegen diese einseitige Sicht der Dinge: „Älterwerden bedeutet in Deutschland die Konzentration auf den körperlichen Verfall“, sagt sie. Die Seniorenexpertin – unter anderem bekannt durch ihre Kino-Doku „Ü100“ – wünscht sich einen größeren Fokus auf den Geist. Denn: Erinnerungsarbeit, die strukturierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, könne heilsam sein.

Dagmar Walter gehört zu den Referenten, die das Kreisbildungswerk für seinen Themenmonat „60plus – Perspektiven zum Ruhestand: Der Genuss der späten Jahre“ engagiert hat. Die Veranstaltungsreihe soll Möglichkeiten aufzeigen, wie Menschen nach dem Arbeitsleben neue Betätigungsfelder finden können. Der Auftaktabend in der Tölzer Franzmühle am Dienstag, 10. April (19 Uhr), läuft unter dem Motto „Welcher Ruhestandtyp bin ich?“ Mit Seniorenbildungs-Fachfrau Brigitte Krecan-Kirchbichler vom Ordinariat München werden Ruhestands-Visionen erörtert. Mehr Freizeit, weniger Verpflichtungen; weniger Stress, aber vielleicht zu viel Zeit zum Nachdenken: Wie umgehen mit den neuen Voraussetzungen, ohne nach der Pensionierung in ein Loch zu fallen?

Beim Pressegespräch des Kreisbildungswerk berichtete der Vorsitzende Karl Schambeck, früher Lehrer am Tölzer Gymnasium, aus eigener Erfahrung: „Man muss sich schon in den Jahren vor dem Ruhestand überlegen, was man nachher macht – nicht erst, wenn es soweit ist.“ Schambeck könne heute ohne große Nostalgie am Gymnasium vorbeigehen. „Das ist vorbei.“ Ein Kollege hingegen trauere seinem Arbeitsleben noch immer nach. „Er konnte sich nicht trennen.“

„Das Gehirn verändert sich im Alter anatomisch.“

Was Erinnerungen eigentlich sind, erklärt Dagmar Walter in ihrem Workshop am 20. April, im Geretsrieder Pfarrzentrum Heilige Familie. Ihre Überzeugung: „Wollen wir uns im Alter wohl fühlen, müssen wir uns mit unseren Erinnerungen wohl fühlen.“ Als Privatbiographin setzt Walter gemeinsam mit Senioren deren Lebensgeschichten in Buchform um. Im Workshop gibt sie praktische Tipps, wie ein zufriedenes Älterwerden funktionieren kann. Sie spricht vom „Prozess der Innenschau“, der langsam ab 50 beginnt. „Das Gehirn verändert sich im Alter anatomisch. Man kann besser in Zusammenhängen denken. Man fängt an, Schlüsse zu ziehen.“

Diese Fähigkeiten können dem helfen, der das „dritte Lebensalter“ für Heimatforschung nutzen möchte. „Auf heimatlichen Wegen“ nennt sich ein Workshop am 25. April im Tölzer Pfarrheim Heilige Familie. Referent ist Stephan Bammer. Der freie Autor leitet des KBW-Studienjahr „Kultur, Geschichte, Heimat“. Er erklärt, wie man sich mehr Wissen über die Historie des Landkreises aneignen kann. Die Abschlussveranstaltung des Themenmonats steigt im Wolfratshauser Pfarrheim St. Andreas am 4. Mai. Eine Auswahl an Kurzfilmen und ein Austausch über eigene Erfahrungen runden das Programm ab.

Weitere Infos

Für die Veranstaltungen (alle beginnen um 19 Uhr) des Themenmonats „60plus“ im Landkreis verlangt das Kreisbildungswerk zwischen fünf und zehn Euro. Ansprechpartnerin ist Birgit Götz, erreichbar unter Telefon 08041/6090 und E-Mail birgit.goetz@kbw-toelz.de.

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