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Für den Architekten Axel Klein ist der Bau der eMotion-Base eine Herausforderung, wie es sie nicht alle Tage gibt.

eMotion-Base

„Rund ist gut, aber nicht einfach zu bauen“

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Bad Tölz – Alles andere als alltäglich: Die eMotion-Base auf der Flinthöhe ist für die Planer Herausforderung und Prestigeobjekt.

Eines der ungewöhnlichsten Gebäude der Region entsteht derzeit auf der Tölzer Flinthöhe: Die runde Bewegungshalle mit dem Namen eMotion-Base wird nach ihrer Fertigstellung von einem Plateau über der Sportjugendherberge und dem Eisstadion aus erstrahlen und als farbiger Lichtpunkt weithin sichtbar sein. Die Baukosten von einer Million Euro teilen sich die Stadt Bad Tölz und das Deutsche Jugendherbergswerk. Für den Architekten Axel Klein ist der Bau eine Herausforderung, wie es sie nicht alle Tage gibt. Die runde Form ist dabei erst der Anfang, wie der 44-Jährige dem Tölzer Kurier bei einem Baustellenrundgang erläutert.

Als Mitarbeiter der Planungsabteilung im Wolfratshauser Bauunternehmen Krämmel hat Klein schon mehrere Projekte in Bad Tölz betreut: die Sport-Jugendherberge etwa, die Kinderkrippe an der General-Patton-Straße, aktuell auch die Gemeinschaftsunterkunft neben der Montessorischule. Die eMotion-Base ist dabei sicher der ambitionierteste Bau.

Die Grundidee haben der Tölzer Orthopäde Dr. Werner Klingelhöffer und der Geschäftsführer der Sport-Jugendherberge, Holger Strobel, entwickelt: eine Bewegungshalle, geeignet für Übungen nach sportkinesiologischen Prinzipien – und rund sollte sie sein. „Damit niemand in der Ecke steht“, sagt Klein. „Den Ansatz fanden wir überzeugend“, sagt der Architekt. „Unsere Aufgabe war es, die Idee in eine Form zu gießen und dabei die vielfältigen Nutzungsanforderungen zu erfüllen.“

Die erste Herausforderung umschreibt der Architekt, der in Eberfing (Kreis Weilheim-Schongau) lebt, so: „Rund ist gut, aber nicht einfach zu bauen.“ Generell sei die Kreis-Form mit höheren Kosten verbunden. „Vom Dach bis zu den Fugen im Bodenbelag muss für viele Details immer eine Sonderlösung gefunden werden. Der Planungsaufwand ist um ein Vielfaches höher als bei einem rechteckigen Bau.“

Speziell das Thema Luftdichtheit und die Erfüllung der Energieeinsparverordnung seien dabei knifflige Themen. „Das ist schon höhere Schule.“ Ohne Handwerker, die für Wege jenseits des Standards offen sind, sei so etwas nicht umzusetzen.

Nur einen Kompromiss mussten die Planer bei der Zirkelform machen: Den Eingangsbereich, die Toiletten und einen Abstellraum integrierten sie nicht innerhalb des Kreises. Sie befinden sich in einem Anbau auf der Hang-Seite, der aber ebenfalls nach außen rund ausgeformt ist. „Das ist der stabile Rücken des Gebäudes“, sagt der Architekt. „Der Anbau nimmt einen wesentlichen Teil der Statik auf. Das Gebäude kann ich sozusagen daran anlehnen.“

Stichwort Statik: Hier wartete die nächste ungewöhnliche Anforderung an die Planer. In der Mitte der runden Bewegungshalle sollen zweimal sechs „Powerloops“ an der Decke befestigt sein, eine Art Fitnessbänder – „an denen Personen hängen werden“, wie Klein feststellt. Das muss die Statik des Gebäudes erst einmal verkraften.

Besonders wichtig ist dem Architekten auch, dass der Bau für die geplanten Nutzungen praktisch und funktional wird. Ein Knackpunkt hier: der Bodenbelag. Die eMotion-Base solle als Bewegungshalle, aber auch als Seminarraum dienen. „Für den Sport ist ein elastischer Boden gut. Mit dem gibt es aber Probleme, wenn Stühle daraufgestellt werden. Denn es könnten Abdrücke entstehen, die man nicht möchte. Deswegen mussten wir bei der Auswahl der Materialien sehr sorgfältig sein.“

Von außen wird eine Lamellenhaut die Optik der eMotion-Base prägen. „Wenn man sich von unten nähert, wird sie aussehen wie ein Ufo, das über dem Boden schwebt.“ Verstärkt werde dieser Eindruck noch durch den zwei Meter tiefen Balkon, der rund um das Gebäude laufe.

Endgültig zum Hingucker wird der Bau durch das Beleuchtungskonzept des Tölzer Lichtplaners Christian Späth. Die Bewegungshalle wird von außen angeleuchtet und kann dadurch in allen Farben erstrahlen – sichtbar etwa von der Umgehungsstraße aus, aber auch vom Blomberg. Kein Wunder, dass die eMotion-Base für Klein und die Firmas Krämmel ein Prestigeobjekt ist, in das die Beteiligten viel Herzblut stecken. Klein: „Es macht einfach unglaublich viel Spaß.“

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