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Lieder aus dem Leben: Jaël Malli mit Cedric Monnier (Keyboard) und Domi Schreiber (Gitarre).

Sängerin Jaël Malli begeistert im Tölzer „Gasthaus“

Gefühlvoll und intensiv

Wache, blaue Augen und eine sanfte, nachdenkliche Stimme, begleitet von Klavier- und Gitarrentönen empfingen die Besucher im „Gasthaus“ in Bad Tölz am Freitagabend. Die Schweizerin Jaël Malli gewährte mit gefühlvollen, intensiven und oft mit Melancholie durchzogenen Songs einen tiefen Einblick in ihr Leben.

Bad Tölz – Begleitet von Cedric Monnier am Keyboard und Domi Schreiber an der Gitarre ließ die Sängerin die Zuhörer an ihrer Gefühlswelt und ihren Gedanken teilhaben. Zugleich brachte die 37-Jährige das Publikum aber auch zum Lachen: Mit humorvollen Anekdoten und Entstehungsgeschichten zu den einzelnen Songs.

Nicht alle Lieder seien „Partykracher“, gestand Jaël. Doch es gäbe auch „helle Momente“ in ihrem Leben, die zu heiteren Stücken geführt hätten, meinte die Sängerin schmunzelnd. So ging es in dem Song „Size“ um einen kleinen Fisch, dem die Möglichkeit bewusst wurde, kleinere Fische zu essen, dass es jedoch auch größere Fische gäbe, die ihn wiederum essen könnten. „Diesen Song widme ich in der aktuellen politischen Lage immer gerne dem Donald“, sagte Jaël dazu in Anspielung auf den amerikanischen Präsidenten und erntete herzhaftes Lachen vom Publikum.

Die immer schneller werdende Zeit und die wachsenden Möglichkeiten, sich frei entfalten zu können, beschäftigen die Sängerin in ihrem Song „Shuffle The Cards“. Den gleichen Titel trägt das Solo-Album, das im Jahr 2015 erschienen ist. „In der Freiheit, in der wir heute leben, verlernen wir manchmal, an etwas dranzubleiben, gerade wenn es unangenehm ist“, erklärte Jaël. Es sei wichtig, auch durch schwierige Zeiten zu gehen – um daran zu wachsen und neue, schöne Dinge entstehen zu lassen.

Auch das Lied „Censor“ fand großen Anklang beim Publikum. Besonders das Problem, wenn man sich entscheiden muss, eine Sache zu „zensieren“, um eine Freundschaft nicht zu verletzen oder etwas zu riskieren und die Wahrheit zu sagen. In „Censor“ beschäftigt sich die Schweizerin nämlich mit den Schwierigkeiten und Zwickmühlen, in denen man sich manchmal befindet, wenn man einem guten Freund die unangenehme Wahrheit sagen muss.

Auch über ihre langjährige Ehe sang die Schweizer Sängerin. „In love again“ handelt von der Kunst, sich in einer Beziehung immer wieder in den gleichen Menschen zu verlieben, durch anstrengende Zeiten zu gehen und dann doch wieder zueinanderzufinden.

Der Name Jaël entstand bereits, als die Sängerin noch ein Kind war. Sie sprach das „R“ von ihrem ursprünglichen Namen „Rachel“ als „J“ aus. Später ließ sich die 37-Jährige in Jaël umbenennen. Schon in ihrer Jugend hat die Sängerin Erfahrung im Songtexte schreiben und auf der Bühne stehen gesammelt. Jaël Malli war 15 Jahre lang Mitglied der bekannten Schweizer Band „Lunik“. Nach Auflösung der Band vor zwei Jahren startete die 37-Jährige ihre Solo-Karriere.

Das mit Cedric Monnier und Domi Schreiber entstandene Akustik-Programm fang großen Zuspruch beim Tölzer Publikum. Die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit. „Danke für diesen wunderschönen Abend, wir kommen sehr gerne wieder“, verabschiedete sich das Trio. Die Sängerin nahm sich danach noch viel Zeit für Autogramme, Gespräche und den Verkauf von handsignierten Alben, Taschen und Postkarten und trug so zu einem entspannten Ausklang des Abends bei. (Von Sophie von Grudzinski)

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