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Stolz auf ihre Kollektion: Die Tölzer Drittklässler Romina und Lukas sammeln die Spielfiguren „Jumpers“. 

Sammelspaß zur Fußball-EM

Auf „Jumpers“ springen auch in Tölz alle an

Bad Tölz - EM-Zeit ist Panini-Zeit: Erwachsene und Kinder sammeln derzeit wieder begeistert die Klebebildchen der europäischen Nationalspieler, um das Sammelalbum zu füllen. Unterdessen läuft ein neuer Trend den Stickern bereits den Rang ab. Die Schulen im Landkreis sehen die "Jumpers" & Co.  aber nicht immer gern.

Panini-Bildchen waren gestern – heute sind „Jumpers“ angesagt. Das gilt zumindest bei Lukas Richter und Romina Gärner. Die beiden Tölzer Drittklässler zeigen stolz ihre Sammlung von kleinen elastischen Spielfiguren in den Nationalfarben aller EM-Mannschaften. „Ich hab zum ersten Mal was komplett beisammen“, sagt Lukas stolz. Figuren, die er doppelt hatte, verschenkte er an Klassenkameraden. Romina behält auch die Doppelten und zählt über 60 Stück ihr Eigen. Lang habe es gedauert, bis sie ihre Kollektion beisammen hatte, ergänzt Romina.

So wie Romina und Lukas verfallen zu Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften Groß und Klein immer wieder der Sammelleidenschaft. Die beschert Einzelhändlern gute Umsätze. Der Verkauf von Panini-Stickern sei ein Erfolgsgarant, erklärt Sabine Tschada, Leiterin der „Müller“-Filiale an der Marktstraße. „Es läuft gut, wie immer in WM- oder EM-Jahren.“ Zufrieden ist auch Sascha Grimm, Hausleiter bei „Kaufland“ in Bad Tölz. „Wir haben gerade einen Aufsteller neu befüllt“, sagt er. Etwa 100 Großpackungen à 50 Tütchen seien schon verkauft, und rund 25 mit 40 Tüten. Sogar eine Tauschbörse hat „Kaufland“ schon veranstaltet. „Die war erfolgreicher als ich dachte“, sagt Grimm. Auch dabei waren die kleinen „Jumpers“ übrigens fast begehrter als die Fußball-Bildchen.

Für die Sammler kann die Sammelleidenschaft freilich ins Geld gehen. Lukas weiß Bescheid: „Ab 15 Euro Einkauf gab es bei ,Kaufland‘ einen Jumper umsonst, und woanders kostet einer 50 Cent.“ Das offizielle EM-Sticker-Album von Panini kostet zwar nur zwei Euro. Doch das Album ohne Aufkleber nützt wenig – und es gilt immerhin 680 freie Felder zu füllen. Eine Stickertüte mit fünf Bildchen kostet 70 Cent. Rein theoretisch könnte man für 92,50 Euro alle Fotos zusammenbekommen – allerdings nur im unwahrscheinlichen Fall, dass man keinen Sticker doppelt hat. Um das Album voll zu bekommen, hilft nur tauschen.

Das wiederum ist an einigen Schulen nicht gern gesehen. „Das führte zu mehr Ärger als Freude“, schildert Jakob Dondl, Leiter der Kochler Grundschule, seine Erfahrung mit dem Panini-Fieber unter den Kindern. Die Kinder seien in Streit geraten. „Manche waren traurig, weil sie nicht mithalten, sprich sich keine oder nicht so viele leisten konnten“, sagt Dondl. An seiner Schule ist das Tauschen deshalb verboten.

Auch in der Tölzer Grundschule am Lettenholz wird das so gehandhabt. „Wir haben diese Verordnung, damit keine Begehrlichkeiten geweckt werden“, erklärt Schulleiterin Barbara Weixner. Bei den Kindern kann die Tauschleidenschaft auch mal ausarten: Eine Erstklässlerin soll für drei Sticker 50 Euro angeboten haben. Dass Geld im Spiel ist, haben Dondl und Weixner noch nicht erlebt. „Die tauschen wirklich nur“, sagt Weixner.

Der Einzug der „Jumpers“ in die Klassenzimmer ist derweil unaufhaltsam. „Die flippen quer durchs Klassenzimmer“, sagt Weixner lachend. Jeder Lehrer habe selbst schon eine Sammlung – und zwar von konfiszierten Figuren. Am Ende der Woche aber bekämen die Kinder ihre „Jumpers“ zurück. Birgit Botzenhart

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