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Großbaustelle: Die Sporthalle auf der Flinthöhe wird derzeit generalüberholt. 

Sanierung in Bad Tölz

Baumaßnahmen für Ballsport und Bad

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Bad Tölz - Ein Groß-Bauprojekt der Stadt ist die Sanierung der Sporthalle auf der Flinthöhe. Zeitgleich stehen auch am benachbarten Hallenbad der Stadtwerke umfangreiche Maßnahmen an.

Die Racquetball-Courts sind verschwunden. Dort, wo früher in der Sporthalle auf der Flinthöhe der Schläger geschwungen wurde, ist jetzt ein großes Loch im Boden zu sehen. Die Wände sind vom Putz befreit. „Unterhalb der Courts haben wir eine Sandgrube freigelegt“, erklärt Bauleiter Stefan Öttl. Diese wurde einst von amerikanischen Fallschirmspringern zum Training genutzt. Die Soldaten sprangen während der Trockenübungen aus vier bis fünf Metern Höhe in die Senke.

Ein Loch im Boden ist in der neuen Einfachturnhalle natürlich nicht vorgesehen. Es soll geschlossen und der vorhandene Eichenparkett-Boden darüber gelegt werden. Der originale Holzboden ist geschützt und bleibt erhalten.

Einfach sei es nicht, das Gebäude, das im Jahr 1936 von den Nationalsozialisten erbaut wurde und nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den amerikanischen Soldaten genutzt wurde, zu sanieren, sagt Öttl. „Es ist anspruchsvoller als ein Neubau.“ Der Putz war mit DDT belastet, die Böden teils mit Blei. Die Leitungen aus drei verschiedenen Bauabschnitten mussten geordnet werden. Dazu kamen ungeplante Arbeiten: An den Seitenwänden mussten aus Brandschutzgründen neue Stützen angebracht werden. Außerdem entdeckten die Bauarbeiter hinter einer Wand einen davor nicht bekannten Lüftungsschacht, der zugemauert wurde. „Tricky“ sei laut Öttl die Statik des Dachsystems gewesen, die neu berechnet werden musste. „Wir haben etwa vier Wochen verloren durch die zusätzlichen Maßnahmen.“ Um wie viel die geplanten Baukosten in Höhe von zwei Millionen Euro dadurch steigen werden, ist noch unklar. Bis April 2017 soll alles fertig sein.

Dann ziehen wieder Badminton, Hallenfußball, Volleyball und Basketball in die etwa 1000 Quadratmeter große Halle ein. Auf die Wünsche der Sportler wurde Rücksicht genommen. „Die Badminton-Spieler hatten oft Probleme, da die Sonne sie geblendet hat“, erklärt Öttl. Das soll geprüft werden, denkbar ist etwa eine „Verschattung“ der Fenster. Neben den erwähnten Sportlern haben Akrobaten angefragt, ob sie in der Halle trainieren können. Dafür müssten an der Decke Aufhängungen für Seile oder Tücher angebracht werden. Öttl: „Eine Denkaufgabe für unseren Statiker.“

Eine weitere Neuerung ist die Belüftung, die mit Hilfe von CO2-Sensoren geregelt wird. An der Außenseite entsteht als Anbau ein Geräteraum. Die Umkleidekabinen mit Duschen für Frauen und Männer befinden sich künftig unterhalb der Halle. Zuvor waren die Frauenumkleiden oben. Diese Räume wurden der Sauna zugeschlagen – hier entstehen ein neuer Ruheraum, weitere Duschen und Toiletten.

Denn auch nebenan wird derzeit gearbeitet – weshalb das Tölzer Hallenbad noch bis etwa 31. Oktober geschlossen ist. Schwierig seien die Umbaumaßnahmen, weil keine Pläne vorhanden sind, sagt Reinhard Oberleitner, Leiter der Bäderabteilung bei den Stadtwerken. Bereits fertiggestellt ist die komplett neue Beleuchtung. „Wir haben überall LEDs eingebaut“, sagt Oberleitner. Der Deckenbereich der Duschen wurde saniert, die Fluchttüren erneuert. „Auf der Südseite wird die komplette Fassade renoviert.“ Mitte September sollen die neuen Fenster eingesetzt werden. Ob die Arbeiten an der Sauna bis Ende Oktober fertiggestellt sind, weiß Reinhard Oberleitner nicht. „Aber das Hallenbad möchten wir zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall wieder öffnen.“

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