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Bitte nur nackt: In den Saunen im südlichen Landkreis werden Gäste in Badebekleidung nicht geduldet. In Grünwald war die Einführung von Textil-Tagen jüngst auf Widerstand gestoßen. 

Diskussion um Textilsauna

Sauna-Betreiber bestehen auf nackte Tatsachen

In anderen Ländern ist es gang und gäbe, nicht komplett nackt in die Sauna zu gehen. Im Landkreis sin die meisten Betreiber dagegen - aus hygienischen und kulturellen Gründen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– In Badekleidung in die Sauna? Bei diesem Thema ging es jetzt in Grünwald heiß her. Als der Betreiber des dortigen Freizeitparks zwei Dienstage im Monat zu Textil-Tagen in der Sauna erklärte, hagelte es prompt Beschwerden. Auch im Landkreis bestehen die meisten Sauna-Betreiber auf nackte Tatsachen.

„Wir haben am Mittwoch und am Sonntag Familientag. Das heißt, dass in der gesamten Therme Badesachen getragen werden dürfen“, sagt Alexandra Kenngott, Verwaltungsmitarbeiterin in der Kristall-Therme Trimini in Kochel am See. „Aber ins Sole-Bad und in die Sauna darf man auch an diesen Tagen nur ohne Badesachen.“ Das liege an der Bakterienbelastung von Badekleidung. Die Regelung sei aber auch eine kulturelle Frage. In anderen Ländern trage man in der Sauna Badekleidung, sagt Kenngott. Aber eben nicht in Deutschland.

Die Sauna im Arabella-Brauneck Hotel in Lenggries ist für die Gäste, aber auch für einheimische Besucher geöffnet, die nicht im Hotel eingecheckt haben. Obwohl in dem Vier-Sterne-Haus die Gefahr besteht, dass verschiedene Sauna-Kulturen aufeinanderprallen, war laut Barbara Schober bisher alles friedlich – auch, wenn die strikten Textil-Befürworter aus Südeuropa auf deutsche Nudisten treffen. „In unserer Nacktsauna hatten wir noch nie Probleme mit dem Thema“, sagt die Direktionsassistentin.

Auch im Tölzer Schwimmbad gilt: keine Badekleidung in der Sauna. Höchstens einmal im Monat will ein Gast, in Badebekleidung schwitzen, berichtet Sauna- und Bademeister Franz Jansen. „Da weisen wir die Leute dann darauf hin, dass die Sauna textilfrei ist.“ Jansen glaubt, „wenn alle nackad san, is es wurscht.“ Schamgefühle wegen der eigenen Nacktheit kämen gar nicht auf, wenn niemand Kleidung trage. Ältere Menschen hätten zudem ein weniger ausgeprägtes Schamgefühl. Unwohl im Adamskleid fühlen sich vorrangig die Jüngeren, so Jansen. Ein wirkliches Problem sei die Textilfrage in der Sauna des Tölzer Schwimmbads aber ohnehin nicht: „Bei uns sind eh immer nur die gleichen Leute. Und die älteren Damen weisen die Leute in Badesachen auch mal selber auf den textilfreien Bereich hin.“

Eine andere Meinung vertritt Anton Hoefter. Der ehemalige Betreiber des „Alpamare“ konnte dort keine Textil-Sauna etablieren. „In Bad Tölz hatten wir getrennte Nackt-Saunen, da in Deutschland eine Textil-Sauna nicht einfach zu verkaufen ist. Wir hatten in der Tat Probleme mit nackten Badegästen, die andern Gästen keine Badekleidung zugestehen wollten. In allen unseren anderen Bädern bieten wir auf ausdrücklichen Wunsch unser Gäste nur Textilsaunen an“, sagt der Schweizer. Die Konsequenz: In diesen Bädern würden viel mehr junge Gäste saunieren als in Deutschland. Hoefter zufolge wird das Hygiene-Argument völlig überbewertet. „Moderne Textilien haben keine Ausdünstung.“ Und selbst wenn nach dem Duschen noch etwas Schweiß in der Badebekleidung hängen bleibe, seien die Schwimmbecken deswegen noch lange nicht verunreinigt. „Für eine zeitgemäße Wasseraufbereitungsanlage ist das kein Problem.“  nl

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