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Schandfleck in Tölz soll verschwinden

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Seit über 15 Jahren steht das Haus am Eingang des Badeteils leer und verfällt. © arp

Wenn in Tölz von hässlichen Bauruinen die Rede ist, dann wird auch das Haus Badstraße 8 erwähnt. Es ist noch nicht verkauft. Ein Interessent hat aber Baupläne eingereicht.

Bad Tölz – Das über 100 Jahre alte Geschäftshaus an der Tölzer Badstraße, das seit bald 20 Jahren leer steht und verfällt, war Thema in der Tölzer Bauausschuss-Sitzung am Donnerstag. Das Haus wird vom Maklerbüro Dahler & Company angeboten und ist laut dem Geschäftsführenden Gesellschafter Norbert Huemer noch nicht verkauft, aber reserviert.

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Der potenzielle Käufer hatte mit einem Vorbescheidsantrag erst einmal die Nutzungsmöglichkeiten ausloten wollen. Sprecher aller Fraktionen begrüßten, dass „der Schandfleck“ nun offenbar verschwindet. Stadtbaumeister Florian Ernst hatte den Entwurf vorgestellt. Zwischen den beiden Nachbarhäusern soll nun ein Zweifamilienhaus mit einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss entstehen. Der Neubau füge sich vom Maß der baulichen Nutzung ein. Bauamtsleiter Christian Fürstberger wies darauf hin, dass bis zum Vichyplatz Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss erkennbar seien. Ein Problem sind die vier notwendigen Stellplätze. Zwei davon können nicht vor dem Haus untergebracht werden. Dafür wären fünf Meter Tiefe nötig, vorhanden sind nur 4,40 Meter. Auch städtebaulich wäre das nicht ideal, ergänzte Christian Fürstberger. Alle vier Stellplätze können aber abgelöst werden.

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Davon, dass die Bauruine verschwindet, waren alle Räte angetan. Im Detail gab es aber schon Kritik an der Gestaltung. „Die Fenstergestaltung soll etwas feingliedriger überarbeitet werden“, regte der Stadtbaumeister an. Doris Bigos (Grüne) ging noch einen Schritt weiter. Das Haus solle sich doch bitte mehr am Ortsbild orientieren. Statt der „spröden Optik“ erwartete sich Bigos zweiflüglige Fenster mit gemalten Rahmen oder solchen aus Putz. Bürgermeister Ingo Mehner erkannte dafür „keinen rechtlichen Hebel“. Man habe, sagte Florian Ernst, diesbezüglich schon mit dem Bauwerber gesprochen. Die Planer seien ihm aber nicht gefolgt. „Vielleicht geht da aber noch was.“

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Eine Ortsgestaltungsatzung wäre eine Möglichkeit, ergänzte Fürstberger. „Da müssten wir aber schon sehr genau erklären, warum wir das zwingend vorschreiben.“ Generell seien solche Satzungen nicht sehr rechtssicher.

Matthias Winter (CSU) missfiel die traufseitige Dachform. Allerdings seien die Firstrichtungen der Nachbarn auch nicht gleich, erwiderte Fürstberger. „Fordern können wir das nicht.“ Gabriel von Seidl hätte aber einen giebelständigen Bau geplant.

„Das passt gut hinein“, fasste Michael Lindmair (FWG) seine Meinung zusammen. Er hielt wegen der gestalterischen Mängel einen Hinweis an die Genehmigungsbehörde für sinnvoll.

Der Bauausschuss stimmte dem Vorbescheid schließlich einmütig zu.

Von Christoph Schnitzer

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