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Über neue Mitstreiter in ihrem Team würden sich die beiden Leiter des Tölzer Marionettentheaters, Karl-Heinz Bille (li.) und Albert Maly-Motta, freuen.

Ehrenamtliche Tätigkeit

„Schauspielerei aus der Vogelperspektive“: Marionettentheater Bad Tölz sucht Puppenspieler

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Wer schon immer einmal hinter den Kulissen die Fäden ziehen wollte, der hat jetzt die Chance dazu - dank einer ungewöhnlichen Mitarbeitersuche in Bad Tölz. 

Bad Tölz– Wer schon immer einmal hinter den Kulissen die Fäden ziehen wollte, der hat jetzt die Chance dazu: Das Tölzer Marionettentheater ist auf der Suche nach neuen Puppenspielern. Die Theaterleiter Karl-Heinz Bille und Albert Maly-Motta brauchen Verstärkung für das Team – und werben für diese faszinierende Tätigkeit. „Wer einmal damit anfängt, hört in der Regel auch nicht mehr auf“, sagt Bille.

Aktuell besteht das Ensemble des Marionettentheaters aus zehn Personen – die professionellen Puppenspieler Bille und Maly-Motta inklusive. Die Truppe ist bunt gemischt: Von der Schulrektorin bis zum Pianisten, von der Chemikerin bis zur Kindergärtnerin sind diverse Berufsgruppen vertreten. Einer anderen Hauptbeschäftigung gehen alle nach, denn die Tätigkeit als Puppenspieler ist eine ehrenamtliche. Lediglich eine Aufwandsentschädigung wird bezahlt – „anders können wir es uns gar nicht leisten“, sagt Maly-Motta.

Ein Großteil der jetzigen Mitwirkenden ist schon dabei, seit Bille und Maly-Motta im Jahr 2000 das Marionettentheater übernahmen und damals „eine Art Casting“ veranstalteten, wie sie berichten. Auch deshalb fänden sie es gar nicht schlecht, wenn sich das Team jetzt etwas erweitert und erneuert.

Als Puppenspieler im Marionettentheater wächst man in seine Aufgabe hinein

Aktueller Anlass für ihre aktive Suche ist aber, dass zwei Mitglieder aufhören, wegen des Studiums beziehungsweise der Familie. „Zwei gleichzeitig zu ersetzen, ist nicht so einfach“, stellt Bille fest.

Spezielle Voraussetzungen müssen Interessierte nicht mitbringen. Eine gewisse Musikalität wäre von Vorteil, stellt Bille fest. Begabungssache ist es laut Maly-Motta auch, wie man es schafft, über die Bewegung der Marionetten Gefühle auszudrücken. „Es ist wie Schauspielerei aus der Vogelperspektive“, beschreibt es Bille. Letztlich müsse die Technik des richtigen Ziehens an den Fäden ins Unterbewusstsein übergehen und automatisch ablaufen, meint Maly-Motta.

Fürs Marionettenspiel benötigt man Kraft und Ausdauer 

Das meiste sei aber „Learning by doing“. Man wachse nach und nach in die Aufgaben hinein, entwickle mit der Zeit das richtige Gespür. „Man kann nicht erwarten, sofort mit einer Hauptfigur über die Bühne zu gehen“, sagt Maly-Motta. Man fange eher mit Hilfe beim Bühnenumbau und beim Kulissen-Schieben an. Auch das will freilich gekonnt sein. „In unserem Team greift alles ineinander wie bei einem Uhrwerk.“ Interessierte können sich ebenso in technischen Bereichen wie Licht und Ton einbringen. „Bei uns lernt man alle Theaterabläufe wie in einem großen Haus kennen“, sagt Maly-Motta, „nur eben in klein“.

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Höchst abwechslungsreich ist auch das Repertoire des Theaters. Es reicht vom Kindermärchen über Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ bis zum Science-Fiction-Stück „Der Kristallplanet“.

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Eine Anforderung sollten Interessierte keinesfalls unterschätzen: Das Marionettenspiel erfordert einiges an körperlicher Kraft. Es braucht schon etwas an Muskelschmalz und Ausdauer, um die Figuren über eine ganze Vorstellung hinweg an den bis zu drei Meter langen Fäden über die Bühne zu bewegen. Bille und Maly-Motta würden es daher besonders begrüßen, wenn sich junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren melden. Das Mindestalter liegt bei 16. Sinnvoll sei es außerdem, wenn die Puppenspieler nicht allzu weit weg wohnen, sodass sie das Theater selbst bei Schnee und Eis immer pünktlich erreichen. Denn wenn sich der Vorhang hebt, müssen alle Mitwirkenden unbedingt an Ort und Stelle sein.

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Fest fürs Theater einplanen sollten die Puppenspieler den Montagabend, wenn von 18 bis zirka 22 Uhr geprobt wird, sowie den Samstag als Aufführungstag.

Kontakt

Wer Interesse hat, Marionettenspieler zu werden, kann bei Karl-Heinz Bille unter Telefon 0172/8609067 einen Termin verabreden, um einmal hinter die Kulissen zu schauen. Am Samstag, 30. November, um 19.30 Uhr besteht bei einem „Theater-Workshop“ Gelegenheit, die Abläufe kennenzulernen.

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