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Konnten schon vielen Menschen mit ihrem Projekt helfen (v. li.): Tanja Hammerle, Ingrid Steinmüller und Connie Rix.

Schenk-Räumchen braucht Unterstützung

Gutes tun, anderen helfen und die Umwelt schonen: All das kann man im Tölzer Schenk-Räumchen an der Klammergasse tun. Das Interesse ist groß, das ehrenamtliche Helferteam motiviert. Aber jeden Monat gibt es ein Problem: Die – wenn auch geringfügige – Ladenmiete muss finanziert werden. Und dafür bittet der Helferkreis jetzt um Unterstützung.

Bad Tölz– Seit zwei Jahren besteht das Schenk-Räumchen in Bad Tölz. Mit Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde wurde es anfangs in einer Garage unterhalten, im Dezember 2015 zogen die Helfer dann in einen freigewordenen Laden an der Klammergasse. Wie der Name schon sagt, bekommt man im Schenk-Räumchen alles geschenkt: Von Kleidung über Kinderspiele bis hin zu Haushaltswaren – was eben gerade abgegeben worden ist. Denn das Schenk-Räumchen versteht sich auch als Treff- und Tauschplatz. Was man nicht mehr braucht oder zu viel hat, kann hier abgegeben werden, damit es andere Leute nutzen können. „Es ist ein Auffangbecken für materiellen Überfluss und eine Wiederverwertungsplattform für ganz viele Dinge“, sagt Connie Rix. Sie hat vor einigen Jahren einen solchen „Laden“ in Benediktbeuern aufgebaut und damit großes Interesse geweckt. Auch Tanja Hammerle war von diesem Konzept begeistert und hat es in Bad Tölz etabliert. Ein Team aus gut 20 Ehrenamtlichen kümmert sich um den Unterhalt.

Zu ihnen gehört Ingrid Steinmüller. Was man von den Besuchern emotional zurückbekomme, sei enorm, sagt Steinmüller: „Für manche waren hier schon regelrecht Geschenke des Himmels darunter“, sagt sie und erzählt von einer älteren Dame, die wenig Geld zum Leben hat und endlich einen passenden Wintermantel fand. Von dem Prinzip des Schenkens profitieren aber zum Beispiel auch Familien, die Kinderspiele aus- und verleihen sowie Kleidung und Bücher tauschen. „Es ist ein Beitrag zum Umweltschutz, Dinge weiterzugeben und nicht sofort wegzuschmeißen und sich etwas Neues zu kaufen“, sagt Rix. „Und natürlich ist das Schenk-Räumchen auch eine Requisitenquelle für Theatergruppen und leistet Soforthilfe für Menschen, die in Not sind.“

Der Laden nahe der Stadtpfarrkirche war früher gewerblich vermietet. Der Vermieter ging für das Schenk-Räumchen mit dem Preis nach unten, aber die Ehrenamtlichen sind trotzdem aufgefordert, jeden Monat 250 Euro plus 20 Euro für den Strom aufzubringen. „Das ist nicht leicht“, sagt Hammerle. „Und oft wissen wir nicht, ob es weitergehen kann.“ Von den Besuchern möchte man aus Prinzip nichts verlangen, denn der Raum soll weiterhin allen Bevölkerungsgruppen offenstehen. Über ein Spendenkonto bei der evangelischen Kirchengemeinde werden alle Zahlungen abgewickelt. Die Ehrenamtlichen freuen sich über jeden Zahlungseingang – oder am liebsten gleich über eine oder mehrere Firmen, die spenden. Auf der neuen Homepage werden sie dann entsprechend beworben. Die Helfer würden sich auch freuen, wenn sich im Bereich Gries ein kostenloser Parkplatz findet, den die Helfer während der Öffnungszeiten zum Be- und Entladen eines Autos nutzen könnten.

Weitere Infos

Wer das Projekt unterstützen will, kann das über das Spendenkonto bei der evangelischen Kirchengemeinde, IBAN DE84 7005 4306 0000 0063 46, Stichwort: Schenkräumchen. Kontakt aufnehmen kann man auch über Facebook, „Tölzer Schenk Räumchen“.

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