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Das ehemalige Herderbad auf der Rückseite des Alpamare-Geländes wird die neue Heimat des „Schenkräumchens“.  

„Schenkräumchen“

Neustart im Herderbad erst im Mai

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Das Tölzer „Schenkräumchen“ verschiebt seine Wiedereröffnung um ein Vierteljahr. Davor sind noch einige Reparaturen nötig.

Bad Tölz – Die Wiederöffnung des Tölzer „Schenkräumchens“ am neuen Standort verzögert sich um etwa ein Vierteljahr. Das teilt die Initiatorin Tanja Hammerle mit. Der Grund: Bevor der Raum im ehemaligen Herderbad bezogen werden kann, seien noch einige Reparaturarbeiten am Gebäude notwendig. „Sicherheit geht da einfach vor“, sagt Hammerle.

Die Räume an der Herderstraße, in denen einige Zeit ein Filmrequisten-Museum ansässig war, sollen wie berichtet zur neuen, mittlerweile dritten Heimstatt des „Schenkräumchens“ werden. Angefangen hatten Hammerle und ihre Mitstreiter im Frühjahr 2015 in einer Garage am evangelischen Gemeindehaus. Dieses Quartier erwies sich bald als zu klein – und außerdem als nicht wintertauglich. Nach einem Dreivierteljahr erfolgte der Umzug in gemietete Räume an der Klammergasse 2. Dieser Mietvertrag wiederum wurde den Ehrenamtlichen nach etwa einem Jahr gekündigt.

Die Rettung tat sich auf dem Gelände der Jod AG auf, wo es an leer stehenden Gebäuden nicht mangelt, darunter Alpamare, Jodquellenhof und eben auch das frühere Herderbad. Auf Vermittlung von Dekan Martin Steinbach stellt Jod-AG-Chef Anton Hoefter nun einen 120 Quadratmeter großen Raum mietfrei zur Verfügung. Nur die Heizkosten muss das Team vom „Schenkräumchen“ bezahlen und setzt dafür auf Spenden.

Zunächst war eine Wiederöffnung am 19. Februar angekündigt. „Jetzt haben wir aber festgestellt, dass es noch einige bautechnische Probleme gibt, so dass wir es so schnell nicht hinbekommen.“ An der Außentreppe, an Elektrik und Heizung gebe es noch einiges zu richten. „Dabei bekommen wir viel Hilfe von heimischen Betrieben“, freut sich Hammerle. Die würden die Arbeiten günstiger ausführen und im Gegenzug auf der Internetseite des Schenkräumchens erwähnt. Zusätzlich seien abermals Spenden nötig. Hammerle kann dabei auf Rückhalt aus der Bevölkerung bauen. „Die Resonanz ist groß, ich kann fast nicht einkaufen gehen, ohne darauf angesprochen zu werden.“

Nachdem kurzzeitig im Raum stand, dass eine Neueröffnung erst im September möglich wäre, sagt Hammerle nun: „Wir öffnen im Mai, dieser Termin steht felsenfest.“

Das wird etliche Menschen freuen, denn laut der Initiatorin gibt es „ewig viel“ Nachfrage. Im „Schenkräumchen“ erhalten Menschen, die sich bestimmte Einkäufe nicht leisten können, gratis Waren, wie etwa Kleidung, Bücher, Einrichtungsgegenstände, Geschirr und andere Haushaltswaren. Die Sachen werden von anderen Bürgern gespendet, die sie nicht mehr brauchen. Auch hier ist die Resonanz groß. „Zuletzt haben wir in der Woche 100 Kisten geliefert bekommen“, sagt Hammerle. Dabei handle es sich „ganz überwiegend“ um gut Erhaltenes. Wer aktuell etwas abgeben wolle, könne das auch vor dem Eröffnungstermin tun. „Wir lagern das dann ein“, sagt Hammerle. Sie ist dafür per E-Mail unter der Adresse brotzeit81@gmx.de erreichbar.

Hammerle weist auch noch einmal auf die veränderten Öffnungszeiten am künftigen Standort hin: Montag und Mittwoch von 17 bis 19 Uhr sowie Freitag von 10 bis 13 Uhr. Der Montag und der Freitag sind hierbei für die einheimische Bevölkerung reserviert. „Damit wollen wir uns etwas auf unsere Grundidee besinnen: Es gibt auch bei uns viele Menschen, die Hilfe brauchen“, sagt Hammerle. Asylbewerbern gebe man freilich ebenfalls gerne etwas, „aber es soll sich wieder mehr die Waage halten“. Am Mittwoch könnten alle interessierten Kunden kommen. Am Samstag ist ausschließlich Warenannahme, und zwar von 10 bis 13 Uhr.

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