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Um die Stahlkette auszutauschen, muss der Mittelteil des Schleusenbereichs trockengelegt werden. Dazu wurden Eisennadeln (Bildmitte) ins Wasser gelassen.

Arbeiten der Tölzer Stadtwerke

Schleusen teilweise trockengelegt

Am Tölzer Isarkraftwerk muss aufwendig eine Stahlkette ausgetauscht werden. Am Montag wurde mit den Arbeiten begonnen. Auch ein Industrietaucher war im Einsatz. Am Mittwoch soll alles fertig sein.

Bad Tölz – Sie ist acht bis zehn Meter lang, 1,5 Tonnen schwer und verantwortlich dafür, dass das ganze Wehr betätigt werden kann. Die Rede ist von der großen Stahlkette am Mittelwehr am Tölzer Isarkraftwerk, die die Rampe hoch und runter bewegt. Da die letzte Prüfung über den Zustand nicht zufriedenstellend war, wird diese Stahlkette nun erneuert. „Die Kette ist einfach in die Jahre gekommen“, sagt Klaus Bartl von den Stadtwerken Bad Tölz. Er ist als Abteilungsleiter der Stromversorgung dafür verantwortlich, dass der Ablauf der Vorbereitungsarbeiten und der Austausch der Kette reibungslos vonstattgehen.

Diese Arbeiten sind nicht ganz einfach. Kranunternehmen, Taucher, Gerüstbauer und Produktionsfirma der Kette müssen aufeinander abgestimmt werden. Ausgetauscht wird die Kette je nach Zustand alle 15 bis 20 Jahre.

Bevor die beauftragte Firma am morgigen Mittwoch die neue Kette, eine Einzelanfertigung, anliefert und nach dem Lösen der alten einbauen kann, musste die Isar an dieser Stelle wasserseitig abgesperrt werden – sprich, an diese Stelle darf kein Wasser mehr gelangen. Dafür zuständig sind der Industrietaucher Christian Raupp sowie Christian Steinbacher und Michael Zimmerling von den Stadtwerken. „Zuerst mussten wir das Gegenlager sauber machen“, erklärte Raupp beim Presssegespräch am Montag vor Ort. Anschließend wurden sogenannte Nadeln, etwa 30 Zentimeter dicke und acht Meter lange Eisenstempen, angebracht. Diese wurden vom Ufer aus mit einem Kran über das Wasser bis hin zum Mittelkraftwerk gehoben. Der Industrietaucher Raupp platzierte diese in einer Tiefe von etwa sechs Metern. Um nicht umzufallen, wurden sie am Geländer der Fußgängerbrücke über dem Wehr mit Seilen fixiert. Dreikanthölzer und Kies aus Lavagestein verdichteten zudem die noch freien Schlitze zwischen den Eisennadeln. „Eine hundertprozentige Abdichtung ist nicht ganz zu schaffen“, sagte Bartl. Das noch durchkommende Wasser behindere allerdings die Arbeiten nicht.

Vom Boden aus dauerhaft unterstützt wurde Raupp auch von Falk Nehrhoff. Er bewachte jeden Tauchgang und war über ein Seil mit dem Taucher verbunden, um im Notfall eingreifen zu können. Auch wenn unter Wasser und so dicht am Stauwehr immer Vorsicht geboten sei, besänftigte Raupp: „Hier ist es relativ ungefährlich, weil es keine Strömung gibt.“

Um den Arbeitern am Mittwoch das Herankommen an die Kette zu ermöglichen, wurde von Gerüstbauer Julian Holzapfel eine Konstruktion gebaut, bei der das Gestell quasi über dem Mittelkraftwerk in der Luft hängt. Auch diese wurde am Montag mit dem Kran vom Ufer aus über die Isar direkt auf den Betonmauern des Wehrs platziert.

Mit einem Auge blickt Bartl auch immer auf das Wetter und die Hochwasserlage. „Momentan lässt sich der Wasserpegel sehr gut regulieren.“ Auch bei Hochwasser können die Wehre rechts und links des Mittelkraftwerks einiges regulieren. Nur im extremen Ausnahmefall müsse man die Aktion abbrechen und die Nadeln ziehen. Bartl: „Aktuell sehe ich hier aber keine Gefahr.“

Tamara Scheid

Aufwendige Arbeiten am Tölzer Isarkraftwerk

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