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Amtsgericht 

Schmerzhaftes Ende einer  Übungsfahrt

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Nach einem Motorradunfall zwischen Dietramszell und Bad Tölz musste sich nun ein Münchner vor Gericht verantworten.

Dietramszell/Wolfratshauen – Der Versuch, das Motorradfahren zu lernen, nahm für einen Münchner ein schmerzhaftes Ende. Am 20. Juni dieses Jahres verunglückte der 39-jährige Industriemechaniker schwer, als er mit seinem Suzuki-Kraftrad auf der Staatsstraße 2072 zwischen Bad Tölz und Ascholding in einer langgezogenen S-Kurve einen Kleintransporter überholte. Der Münchner hatte den entgegenkommenden BMW eines Dietramszellers übersehen. Der Rentner versuchte zwar noch auszuweichen, konnte die Kollision jedoch nicht mehr verhindern.

Der Motorradfahrer zog sich bei dem Unfall einen komplizierten Trümmerbruch des Knies zu. Weil eine ältere Dame auf dem Beifahrersitz des in die Wiese geschleuderten BMW ebenfalls leichte Prellungen davongetragen hatte, musste sich der Unfallverursacher auch noch wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen verantworten.

„Ein Auto habe ich gesehen, das zweite nicht mehr“, schilderte der 39-Jährige, der mit Krücken in den Gerichtssaal gehumpelt kam, den Moment, als er auf der ihm gut bekannten Strecke („Da fahre ich jeden Tag“) für einen Sekundenbruchteil den Überblick verloren hatte. „Ich habe gedacht, da kommt nichts mehr“, sagte der Mann.

Seit dem Unfall verbrachte der Familienvater rund fünf Monate im Krankenhaus und in der Reha, musste 14 Operationen über sich ergehen lassen. „Er hat mit der Verletzung ein ordentliches Paket zu tragen“, sagte der Verteidiger. Er plädierte für eine milde Bestrafung seines Mandanten, der „die Folgen des Unfalls am stärksten zu spüren bekommen hat“. Zur eigenen schweren Verletzung kamen 27 000 Euro Sachschaden am BMW hinzu. „Auf ein Motorrad setzt er sich nicht mehr“, so der Rechtsanwalt.

Richter Helmut Berger sprach den Münchner zwar „schuldig der fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung“, machte jedoch leichte Abstriche zu dem zuvor mittels Strafbefehl festgesetzten Strafmaß. „Ein Prozess der Reife ist ersichtlich“, begründete Berger sein Urteil. Er reduzierte die Strafe von 60 auf 50 Tagessätze zu je 30 Euro (insgesamt 1500 Euro). Die Führerscheinsperre für den Münchner wurde auf die Mindestsperrfrist von sechs Monaten herabgesetzt.

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