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Betrunken in Bad Tölz Unfall gebaut

Schnaps als „Schmerzstiller“: Rentner vor Gericht

Mit rund 1,7 Promille hatte ein Rentner in Bad Tölz einen Unfall gebaut. Jetzt stand der Mann deshalb in Wolfratshausen vor Gericht. 

Bad Tölz/Wolfratshausen – Eine nicht alltägliche Erklärung lieferte der Rentner (77), der am 8. August gegen 14 Uhr auf der B 472 in Bad Tölz mit seinem Nissan in eine Leitplanke gerauscht war. „Ich habe manchmal Probleme mit dem Magen und wollte die Schmerzen ein bisschen vertreiben. Zufällig hatte ich eine Flasche Jägermeister im Auto“, begründete der Mann aus Bruckmühl (Landkreis Rosenheim) die rund 1,7 Promille, die nach dem Unfall in seinem Blut gemessen worden waren. Deshalb musste er sich nun wegen fahrlässiger Trunkenheit vor Gericht verantworten. Das Urteil: Eine Geldstrafe, und seinen Führerschein ist der Mann auch erst einmal los.

„Es werden schon so zwei, drei Stamperl gewesen sein“, schätzte der 77-Jährige seine Trinkmenge vor dem Unfall. „Das wird nicht ganz langen“, bezweifelte Richter Helmut Berger. „Das müssen schon ein paar ordentliche Schlucke gewesen sein, um diesen Promillewert zu erreichen.“

Dann konfrontierte Berger ihn mit weiteren Ermittlungsergebnissen. „Eine Zeugin sagt, sie hätten während der Fahrt getrunken.“ Der Angeklagte dachte angestrengt nach. „Na, also während der Fahrt, das geht ja schlecht“, sagte der Rentner schließlich. Zudem, so Berger weiter, soll es sich beim konsumierten Alkohol nicht um Jägermeister, sondern um Weinbrand gehandelt haben. „Ne, also eigentlich nicht“, sagte der irritiert wirkende Angeklagte. Der Richter fingerte aus seiner Akte ein Foto, das eindeutig eine Flasche Weinbrand zeigt. „Ja Herrgottsakra, woher hab’ ich die gehabt?“, grübelte der Rentner.

Dem Staatsanwalt war die Herkunft des hochprozentigen „Schmerzstillers“ ebenso egal, wie die Frage, um welchen Schnaps es ging. „Wer sich unmittelbar vor Fahrtantritt Hochprozentigen in die Kehle schüttet, der schrammt haarscharf am Vorsatz vorbei“, machte der Anklagevertreter deutlich, dass sein Antrag von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro ein günstiges Angebot darstelle. Zudem beantragte er, dem Rentner die Fahrerlaubnis für zwölf Monate zu entziehen.

Richter Berger folgte dem Antrag und enttäuschte damit den Angeklagten, der einräumte „diesen Fehler gemacht“ zu haben, aber darum bat, ihm seine Fahrerlaubnis in absehbarer Zeit wieder auszuhändigen. „Ich bitte das Gericht zu glauben, dass ich nicht generell Flaschen im Auto habe“, so der Rentner, der auch ohne richterliche Anordnung für ein Jahr aufs Autofahren verzichten müsste. Denn so lange muss er seine Alkoholabstinenz nachweisen, die für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU, im Volksmund Depperltest genannt) erforderlich ist.rst

Rubriklistenbild: © dpa

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