Gelassen trotz Defizit: Eisclub-Vorsitzender Hubert Hörmann.

Jahresversammlung

Schreck beim Blick in Kasse

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Dem Eisclub Bad Tölz fehlten im Januar 51 000 Euro. Mit Turnier-Einnahmen konnte das Finanzloch aber gestopft werden.

Bad Tölz– Es war im Januar, als der Vorstandschaft des EC Bad Tölz vor Schreck fast das Herz stehen blieb. Der Grund: Das beauftragte Buchhaltungs-Büro hatte verkündet, dass sich ein gewaltiges Finanzloch aufgetan hat. Konkret fehlten damals 51 000 Euro in der Kasse. „Wir sind alle niedergeschlagen dagesessen“, berichtete Schatzmeister Dieter Müller in der Jahresversammlung. Doch dann organisierte der Verein einige Nachwuchs-Turniere. Und so gelang es binnen weniger Wochen, das Defizit auf 21 000 Euro zu reduzieren. „Eine tolle Entwicklung“, kommentierte Müller.

Es gibt Gründe, dass in der Vereinskasse Ebbe herrschte. Ein Problem sei, dass die Kooperation mit dem DEL-Club Nürnberg Icetigers nicht mehr existiert. Diese spülte in Spitzenzeiten bis zu 70 000 Euro pro Jahr in die Vereinskasse. Hinzu kommt, dass die Einnahmen aus dem so genannten Reindl-Pool kontinuierlich sinken. Erhielt der Eisclub im Jahr 2015 vom Verband noch 54 000 Euro für die Nachwuchs-Förderung, so sind es in diesem Jahr nur noch 35 000 Euro. Und diesen Betrag erhält der Verein auch nur unter der Auflage, dass ein zweiter hauptamtlicher Nachwuchstrainer eingestellt wird. „Das ist richtig und wichtig“, sagt Müller. „Aber finanziell tut uns das weh.“

In diesem Jahr ändere sich nichts an den Problemen. Daher sei es die Aufgabe der Vorstandschaft, neue Finanzquellen zu erschließen und neue Fördertöpfe anzuzapfen: „Wir glauben, dass wir bis zum Jahresende auf Plusminus Null kommen.“ An der Qualität der Nachwuchs-Förderung dürfe sich nichts ändern, „denn das ist unser Markenzeichen“.

Die betonte auch Vorsitzender Hubert Hörmann. Die momentan noch fehlenden 21 000 Euro bereiten ihm kein Kopfzerbrechen: „Das können wir schon egalisieren.“ Schwierig sei es hingegen, die Qualität der Nachwuchsarbeit aufrechtzuerhalten. Als wohl einziger Club in Deutschland schickt der Eisclub sowohl in der Altersstufe der Jugend als auch der Altersstufe Schüler zwei Mannschaften ins Titelrennen: „Das haben wir eingeführt, und da stehen wir dazu“, sagt Hörmann. Normalerweise müsse der Verein hart zu Spielern sein und sagen: „Du hast es nicht in die Schüler-Bundesliga-Mannschaft geschafft, für dich ist es vorbei. Aber das wäre eine ganz, ganz ungute Geschichte. Schade ist nur, dass kein anderer Verein so denkt.“

Hörmann räumt ein, dass auch er schon darüber nachgedacht habe, weniger Geld in die Nachwuchs-Abteilung zu pumpen und dafür mehr in die 1. Mannschaft: „Die Überlegung gibt es wahrscheinlich in jedem Verein.“ Dass dieser Weg hochriskant sei, zeige das Beispiel SC Riessersee. „Wenn was passiert, dann ist man ganz, ganz schlecht aufgestellt. Sie haben nicht mal die Möglichkeit, aus den eigenen Reihen eine Oberliga-Mannschaft zusammen zu stellen.“ Dass sich der SC Riessersee womöglich aus finanziellen Gründen aus der DEL 2 zurückzieht, sei für den Eisclub ein „herber Verlust“. Alle Tölzer Fans hätten gehofft, dass der SCR finanziell die Kurve kriegt, „denn wir hatten bei den Derbys immer ein volles Haus und eine Riesen-Stimmung“.

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