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Graffiti für eine grünere Welt

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Von: Tamara Scheid

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Sprühen und malen ihre Botschaft auf die Trafostation: (vorne, v. li.) Sophia (13), Aurelia (13), Julia (13), Hana (12), Anna-Lena (12) und Carolina (13) sowie die beiden Street-Art-Profis (oben v.li.) Axel Berger und Florian Scheitler. © Foto: Arndt Pröhl

Ein Kunstprojekt der besonderen Art haben Schüler und Street-Art-Profis jetzt gemeinsam gestaltet. Mit einer ganz besonderen Botschaft.

Bad Tölz – Es ist ein Kunstwerk zum Nachdenken: Sechs Mädchen und zwei Graffiti-Profis gestalten derzeit eine Trafostation an der Albert-Schäffenacker-Straße in Bad Tölz im Rahmen eines Projekts der Stadtwerke um. Zu sehen sind zwei Welten: eine gute, grüne, für die auch die Stadtwerke als Energieversorger mit Nachhaltigkeitsanspruch stehen möchten. Und eine schlechte, graue mit Atomkraftwerk.

Wie berichtet, haben die Stadtwerke im Juli einen Kreativwettbewerb ausgeschrieben. Tölzer Schüler zwischen 12 und 18 Jahren konnten sich bewerben. Sechs Mädchen, allesamt Schülerinnen des Gymnasiums, haben sich durchgesetzt. Mit Pinseln, Malerrollen und Spraydosen bewaffnet haben sie am Dienstagabend zusammen mit den beiden Street-Art-Profis Axel Berger und Florian Scheitler angefangen, ihr Kunstwerk umzusetzen.

Das Motiv haben die Mädchen zusammen mit den beiden Profis in den Sommerferien bei einem Workshop entwickelt. Dabei haben sie auch einiges über die Graffiti-Theorie und die Farblehre gelernt, berichtet Julia Mohaupt von den Stadtwerken. Die Idee des Kunstwerks sei, dass man auf einer Seite die unberührte Natur sieht. Eine große Hand wächst wie ein Baum aus dem Boden und trägt alles. Daher auch das Motto „In unserer Hand“, das in großen Lettern rund um das Häuschen aufgesprüht wurde. Eine Faust soll dagegen die Katastrophen, etwa Atomkraft, abhalten, erklärt Mohaupt. Der Buchstabe H beispielsweise ist aus zwei großen Häusern gestaltet, aus denen eine Steckdose ins Grüne führt, die andere ins Atomkraftwerk.

Street-Art in Tölz: Zur Straße hin freundlich, auf der Rückseite eher düster 

Zur Straße hin sei das Kunstwerk eher freundlich, auf der Rückseite eher düster, erklärt Street-Art-Profi Berger. Jedem, der sich fragt, was es mit der bemalten Trafostation auf sich hat, rät er, sich damit auseinanderzusetzen. „Wer ums Häuschen geht, wird die Message erkennen.“ Dem Künstler geht es aber auch um den pädagogischen Faktor für die Jugendlichen. „Die setzen sich dadurch mit den ökologischen Themen auseinander“, sagt er. „Ich bin froh, dass die Stadtwerke da Kultur stiftend einspringen.“ Dabei findet Berger vor allem die Stelle gut, an der das Häuschen steht: „Hier fahren viele Leute vorbei und sehen das Projekt wachsen.“

Eigentlich nur aus Spaß, wie sie selbst sagt, hat sich Sophia zusammen mit ihrer Freundin beworben. Mit einer Zusage hatte sie gar nicht gerechnet. Doch ihre eingeschickte Skizze – die beiden haben einen Bauernhof für Nachhaltigkeit gezeichnet – gefiel offenbar. Am Dienstag waren sie nun mit dabei. „Es macht Spaß, mit Graffiti zu arbeiten“, sagt die 13-Jährige. „Das ist einfach was anderes.“

Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Trafostationen besprüht werden. Im gesamten Stadtgebiet gebe es laut Mohaupt etwa sechs bis zehn Häuschen, „bei denen noch was gemacht werden kann“. Auch neue Gesichter im Künstler-Team seien willkommen. „Es gibt noch mal einen Aufruf, wer Lust hat, mitzumachen“, sagt sie. „Für Jugendliche ist das wirklich eine super Geschichte.“

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