Neue Schulroutine ab kommender Woche: Schüler sollen sich unter Aufsicht der Lehrer selbsttesten.
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Neue Schulroutine ab kommender Woche: Schüler sollen sich unter Aufsicht der Lehrer selbsttesten.

Neue Corona-Regeln nach den Osterferien

Schulen in Bad Tölz-Wolfratshausen: Testen wird zum Pflichtfach

  • vonDominik Stallein
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  • Felicitas Bogner
    Felicitas Bogner
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Ab kommender Woche wird ein neuer Alltag an Bayerns Schulen einkehren: Zweimal pro Woche soll es verpflichtende Selbsttests bei den Schülern geben. Die Einrichtungen sind gerüstet.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Gong am Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium wurde um fünf Minuten vorgestellt. Denn an zwei Tagen in der Woche werden sich die Schülerinnen und Schüler etwas früher in den Klassenzimmern einfinden müssen. Nach den Osterferien sollen Selbsttests vor dem Unterricht Normalität werden.

Bad Tölz-Wolfratshausen: 70 000 Laien-Tests sind schon an Schulen vom Landratsamt verteilt worden

Dazu hat das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen bereits 70 000 Tests an die Schulen verteilt, wie Sprecherin Sabine Schmid mitteilt. „Die nächste Lieferung kommt am 12. April. So werden die Schulen wöchentlich versorgt.“

Vor der ersten Stunde leiten die Lehrer ihre Klassen beim Testen an. Dann geht der Unterricht los. „Nach 15 Minuten schauen alle auf ihre Testergebnisse“, erklärt Claudia Reiserer, stellvertretende Schulleiterin des Tölzer Gymnasiums. Sollte das Ergebnis bei einem Schüler positiv sein, sei das noch kein Grund zur Panik. „Der Schüler kommt dann in ein Abhol-Zimmer und die Eltern werden gebeten, einen PCR-Test zu machen“, sagt sie. Sollte der negativ sein, kann das Kind wieder in den Unterricht.

Bad Tölz-Wolfratshausen: Eltern drohen wegen Testpflicht teilweise mit dem Anwalt

Ob die Schulen nach einem positiven Schnelltest das Kind beim Gesundheitsamt melden müssen, sei laut Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt noch nicht klar. „Wir haben noch nichts vom Kultusministerium gehört.“ Erklärvideos, wie die Tests durchgeführt werden, seien bereits an alle Schüler verschickt, und auch die Lehrer seien vorbereitet. „Ich denke, das wird in allen Jahrgangsstufen klappen“, so Reiserer. Wie so oft beim Thema Corona sind nicht alle begeistert von der neuen Anordnung. „Viele Eltern zeigen sich zwar kooperativ, andere drohen aber mit dem Anwalt“, berichtet die Schulleiterin.

Schulsozialarbeiterin aus Wolfratshausen empfiehlt: Mit Gesprächen mögliche Ängste bei Kindern abbauen

Ob sich auch einige Eltern der Grundschüler im Wolfratshauser Ortsteil Waldram querstellen, „darauf bin ich gespannt“, sagt Susanne Scheck. Die Jugendsozialarbeiterin der Schule hält es für wichtig, dass Eltern ihren Kindern schon im Vorfeld erklären, was es mit den Testungen auf sich hat. „Auch wenn der erste Selbsttest positiv ist, geht die Welt nicht unter – das muss man den Kindern aber sagen.“ Mit einfühlsamen Gesprächen im Vorfeld könne man den Kindern mögliche Ängste vor dem Test nehmen.

Scheck rechnet damit, „dass es für die Kinder in den ersten ein, zwei Wochen komisch sein wird. Das waren die Masken im Klassenzimmer aber auch, und inzwischen sind sie Normalität.“ Sollte ein Kind nach einem positiven Testergebnis bis zum Eintreffen der Eltern Betreuung benötigen, „stehe ich natürlich bereit“, betont sie. Die Reaktionen der Schüler könnten ganz unterschiedlich ausfallen: „Ich kann mir vorstellen, dass es einige gut aufnehmen und andere in Tränen ausbrechen.“

Weitere Informationen zur Corona-Lage im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entnehmen Sie unserem Live-Ticker.

Nicht nur die positiv getesteten Schüler, auch die Klassenkameraden sollten behutsam darüber aufgeklärt werden, was ein positives Testergebnis bedeutet. „Unsere Lehrer werden das übernehmen“, erklärt Judith Rupp, Rektorin der Königsdorfer Grund- und Mittelschule. Um zu vermeiden, dass die ganze Schulklasse 15 Minuten lang ängstlich auf das eigene Testblättchen starrt, sammeln die Lehrkräfte in Königsdorf die beschrifteten Tests ein und prüfen die Ergebnisse nach Ablauf der Frist. „Dann ist der Zeitverlust im Unterricht überschaubar.“ In den Schnelltests sieht sie für die Schule „keine riesige Hürde“, auch wenn die Jugendlichen noch wenig Erfahrung damit hätten.

Vater aus Bad Tölz: „Aufklärung aller Eltern ist jetzt das A und O“

Ähnlich sieht das Hamed Coulibaly, Vater von zwei Kindern, die die Tölzer Jahnschule besuchen. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder in den Unterricht gehen können. Also sind die Tests eine gute Möglichkeit.“ Er selbst habe seinen Kindern erklärt, warum das Vorgehen wichtig ist und auch schon geübt. Coulibaly ist sich sicher: „Die Aufklärung aller Eltern ist jetzt das A und O. Viele glauben, es sei gefährlich. Dem ist aber nicht so.“

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