Kreisausschuss

Schulsozialarbeit an Realschulen: Werden die Vorbildlichen vom Staat bestraft?

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Jugendsozialarbeit an Schulen, kurz JAS, ist im Landkreis ein Erfolgsmodell. Das niederschwellige Angebot erreicht viele Kinder und Jugendliche. Doch an den Realschule ist es schwierig, die Mittel dafür zu bekommen.

Bad Tölz – Das niederschwellige Angebot erreicht viele Kinder und Jugendliche. Sie wenden sich mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen an den Sozialarbeiter und finden dort direkt Hilfe oder werden an eine entsprechende Stelle weitervermittelt. Gefördert werden diese Stellen an Grund- und Mittelschulen vom Staat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Realschulen waren diese Anforderungen bislang so hoch, dass es für die Kreisschulen keine Aussicht auf Aufnahme ins Förderprogramm gab, wie Christian Lösch vom Jugendamt in der jüngsten Kreisausschusssitzung erläuterte.

Landkreis finanziert Sozialarbeiter derzeit alleine

Weil Schulsozialarbeit an den Realschulen aber wichtig und notwendig ist, finanziert der Landkreis die Stellen seit 2016 weitgehend selbst. Die Förderung läuft Ende 2019 aus und müsste nun verlängert werden. Kosten pro Jahr: 90 000 Euro. Das würde der Landkreis auch tun, denn an der Sinnhaftigkeit der Stellen gibt es keinen Zweifel. Das Problem: Die JAS-Förderrichtlinien werden derzeit überarbeitet – und danach gäbe es vielleicht die Möglichkeit auf einen staatlichen Zuschuss. „Wenn wir aber ein eigenes Förderprogramm haben, fallen wir aus der staatlichen Förderung raus“, zeigte Landrat Josef Niedermaier (FW) das Problem auf.

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 Für ihn eigentlich ein Unding. Es könne schließlich nicht sein, dass diejenigen, die vorausmarschieren und dringend notwendige Stellen schaffen und finanzieren, dafür bestraft würden. Grünen-Fraktionschef Klaus Koch sah das ähnlich. Er bat darum, über die kommunalen Spitzenverbände wie den Landkreistag Druck zu machen, damit für diejenigen, die die Leistung bislang freiwillig erbracht haben, eine Lösung gefunden wird. CSU-Fraktionschef und Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber ist zuversichtlich, dass es diese Lösung geben wird. „Ich glaube nicht, dass die bestraft werden sollen, die das bisher schon vorbildlich gemacht haben.“

„Projekt ist gut und bringt viel“

Wichtig ist den Kreisräten, dass es mit der JAS an den Realschulen weitergeht. „Das Projekt ist gut und bringt viel“, so Koch. „Es geht nur darum, eine Sollbruchstelle einzubauen.“ Das spiegelt sich im Beschluss wider. Das Gremium votierte für die Verlängerung der Förderung um zwei Jahre. Gibt es eine vergleichbare Bezuschussung durch den Freistaat, zieht sich der Landkreis aus der Unterstützung zurück.  

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Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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